19. Juli 2019 / 18:54 Uhr

Trotz Niederlage gegen Italien: DSV-Auswahl hat WM-Viertelfinale in eigener Hand

Trotz Niederlage gegen Italien: DSV-Auswahl hat WM-Viertelfinale in eigener Hand

Stefan Dinse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Erfolg in Südkorea: Bundestrainer Hagen Stamm (vorn) jubelt über einen Treffer seines Teams.
Erfolg in Südkorea: Bundestrainer Hagen Stamm (vorn) jubelt über einen Treffer seines Teams. © dpa
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Die DSV-Auswahl hat ihr Spiel gegen Italien bei der Wasserball-WM im südkoreanischen Gwangju mit 7:8 verloren. Trotz der Niederlage konnte die Mannschaft von Trainer Hagen Stamm den zweiten Platz verteidigen - und hat nun gegen Südafrika das Viertelfinale in der eigenen Hand.

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Zum anschließenden Stadtausflug ist Ben Reibel nicht mitgefahren. In der knallharten Partie gegen Italien hatte er einen Ellbogen ins Gesicht bekommen. Er trug eine Prellung am Jochbein davon, ihm splitterten einige Schneidezähne ab, den Schneid ließen sich die Deutschen jedoch zu keiner Zeit abkaufen in dieser so wichtigen WM-Partie in Gwangju. Zwar verlor die DSV-Auswahl mit 7:8 (2:1, 2:3, 3:2, 0:2), das reichte aber, um Platz zwei zu sichern. Am Sonntag (11.30 Uhr) wartet in der Hauptrunde nun mit Südafrika ein leichter Gegner. Der Weg ins Viertelfinale ist geebnet. „Jetzt muss ich erst mal schauen, wo wir hier ein oder zwei Bier bekommen. Das haben wir uns verdient, es war ein sensationeller Auftritt“, lobte Bundestrainer Hagen Stamm.

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Schenkel gegen Italien überragend

Gegen die Italiener zeigte die deutsche Mannschaft ihre bislang beste Turnierleistung. Sie ließ sich vom heftigen Einsteigen des Olympiadritten nicht beeindrucken und auch nur selten auskontern. „Es war sehr, sehr hart und dadurch kräftezehrend. Und es war definitiv mehr drin“, sagte Tobias Preuß von Waspo 98 Hannover. Im zweiten Viertel führten die Deutschen mit 4:2, der sehr starke Duisburger Center Dennis Eidner hatte da schon zweifach getroffen. „Das war eine Phase, in der wir das Spiel sogar gewinnen können“, stellte Waspo-Schlussmann Moritz Schenkel fest. Er präsentierte sich überragend, zeigte zwölf Paraden.

Die Deutschen zeigten sich nicht nur kampfstark, sondern auch gedankenschnell. Das neue Regelwerk, es soll die älteste olympische Ballsportart schneller und telegener machen, hatten sie besser verinnerlicht. „Wir waren auf den Punkt da, haben alles abgerufen und kaum Fehler gemacht“, bekräftigte Preuß. Die Italiener hingegen, als ein Titelfavorit angetreten, wirkten unsicher und verließen das Becken am Ende trotz des dritten Sieges bedröppelt.

„Ich fand, wir waren das bessere Team“

Schenkel hielt in der überaus hektischen Schlussphase, als die Italiener Oberwasser bekamen, jeden Ball. Zwölf Sekunden vor dem Abpfiff nahm Stamm eine Auszeit. Der Rückstand von einem Tor reichte seinem Team, um vor Japan Platz zwei zu behaupten. Stamm forderte, nicht mehr abzuschließen und sicher zu spielen. „Das ist die schönste Niederlage, die wir je hatten“, rief er den Spielern zu. Schenkel blieb es überlassen, noch ein wenig mit dem Ball zu schwimmen, dann war Schluss. „Ich fand, wir waren das bessere Team“, so Stamm.

Kroatien wartet im Viertelfinale

Im Falle des erwarteten Viertelfinaleinzugs durch einen Erfolg gegen Südafrika ist am Dienstag Weltmeister und London-Olympiasieger Kroatien der Kontrahent. Die Kroaten haben bei dieser Endrunde bisher den stärksten Eindruck hinterlassen. „Das schreckt uns nicht. Wir hätten mit dem Viertelfinale schon unser großes Ziel erreicht“, betonte Stamm.

Deutschlands Tore: Dennis Eidner (3), Marko Stamm, Ben Reibel, Mateo Cuk, Lucas Gielen (je 1).

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