07. April 2021 / 09:41 Uhr

Trotz Niederlage: Olmo sieht RB Leipzig näher dran an den Bayern

Trotz Niederlage: Olmo sieht RB Leipzig näher dran an den Bayern

Elena Boshkovska
Leipziger Volkszeitung
Dani Olmo
RB Leipzigs Olmo (M) im Zweikampf mit Bayerns Coman und Goretzka. © imago images
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Das Spitzenspiel der Bundesliga hat RB Leipzig mit 0:1 gegen den FC Bayern verloren. Dennoch sah Dani Olmo die Roten Bullen nicht als die schlechtere Mannschaft. Auch die Meisterschaft möchte der Spanier noch nicht gänzlich abhaken.

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Leipzig. Trotz der Niederlage im Bundesliga-Spitzenspiel sieht Dani Olmo RB Leipzig als deutlich konkurrenzfähiger zu Bayern München im Vergleich zu den Vorjahren an. Der spanische Fußball-Nationalspieler sieht lediglich einen kleinen, aber letztlich entscheidenden Unterschied. "Am Ende haben uns die Tore gefehlt, einen anderen Unterschied habe ich nicht wahrgenommen", sagte der 22-Jährige der Mitteldeutschen Zeitung (Mittwoch). "Im Gegenteil, wir waren richtig gut und teilweise besser als der Gegner." So habe man mehr Ballbesitz gehabt als die Bayern.

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Entwicklung deutlich zu erkennen

Verfolger Leipzig hatte das Spiel gegen Tabellenführer München am Karsamstag 0:1 verloren. Dadurch liegen die Sachsen in der Tabelle sieben Spieltage vor dem Saisonende sieben Punkte hinter dem Rekordmeister. Die Bayern "müssten noch drei Mal verlieren, was ihnen in so kurzer Zeit in dieser Saison nicht passiert ist". Gänzlich abhaken will Olmo die Meisterschaft aber erst, wenn dies auch rechnerisch entschieden ist.

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Die Niederlage tut dennoch weh, obwohl Olmo nicht der Typ sei, „der das lange mit sich herumträgt. Ich habe keine schlaflosen Nächte, sondern analysiere, was schiefgelaufen ist, und überlege, wie ich das verändern kann.“ Er wolle auch weiterhin positiv denken, denn nicht nur sei die Saison noch nicht abgeschlossen, RB Leipzig steht auch noch im Halbfinale des DFB-Pokals.

Die Entwicklung, die der Spanier mit dem Team erlebt habe, sei jede Woche immer deutlicher zu erkennen. „Wir sind jung, hungrig, extrem motiviert und wir lernen enorm viel in sehr kurzer Zeit.“ So seien die Roten Bullen in dieser Spielzeit viel näher an dem Niveau des Rekordmeisters dran, als in der vergangenen Spielzeit. Maßgeblich an dieser Entwicklung sei auch der Trainer Julian Nagelsmann beteiligt. „Ich habe unter ihm viel Neues gelernt und mich weiterentwickelt. Und ich habe das Gefühl, dass das auch nicht aufhört. Ich spüre sein Vertrauen.“

"Sehr gute Stimmung im Team"

Olmo, der bereits seit mehr als einem Jahr in der Bundesliga kickt, finde Gefallen am deutschen Oberhaus, auch wenn der Fußball etwas körperlicher sei, als man es in Spanien kenne. „Es gibt in der Liga viel Talent, viel Entwicklung und eine Menge Teams mit internationaler Erfahrung. Und was mir am meisten gefällt, auch wenn ich bislang nicht viel davon hatte, sind die Fans in den deutschen Stadien. Man atmet hier Fußball.“ Es bleibe zu hoffen, dass bald wieder Normalität einkehrt und die Fans ins Stadion zurückkommen können.

Der Spanier, der bereits seit seinem 16. Lebensjahr nicht mehr zu Hause lebt, wohnt auch in Leipzig alleine, erzählt er im Interview. „Ich lebe allein, mache mein Ding, konzentriere mich auf Fußball und mag die Stadt, das Umland, die Seen. Und viel mehr kenne ich ja durch die Pandemie nicht, was ich natürlich schade finde, es ist ja alles zu und wir Fußballer halten uns notgedrungen in unserer Blase auf.“ In dieser Blase fühle er sich aber aktuell sehr wohl. „Wir haben eine sehr gute Stimmung im Team, das ist eine unserer Stärken.“

Deshalb schaue er auch nicht allzu weit in die Zukuft. „Ich genieße, was die Gegenwart zu bieten hat. Das ist RB Leipzig und alles, was im Moment neben der Nationalmannschaft für mich zählt.“ Ob er mal für den FC Barcelona spielen will, wo er auch als Fußballer aufgewachsen ist, gab er nicht eindeutig preis. „Klar möchte ich irgendwann mal in Spanien spielen, das ist ja meine Heimat.“ Aber derzeit schlage sein Herz für RB Leipzig.

Mit: Tom Bachmann