23. November 2021 / 20:00 Uhr

Trotz positiver Corona-Fälle: Deshalb darf RB Leipzig einfach weitermachen

Trotz positiver Corona-Fälle: Deshalb darf RB Leipzig einfach weitermachen

Antje Henselin-Rudolph
Leipziger Volkszeitung
23.10.2021 - Fussball - Saison 2021 2022 - 1. Fussball - Bundesliga - 09. Spieltag: RB Leipzig RBL - SpVgg Greuther Fürth  Kleeblatt  - / - DFL REGULATIONS PROHIBIT ANY USE OF PHOTOGRAPHS AS IMAGE SEQUENCES AND/OR QUASI-VIDEO - Achim Beierlorzer Co-Trainer RB Leipzig  *** 23 10 2021 Football Season 2021 2022 1 Football Bundesliga 09 Matchday RB Leipzig RBL SpVgg Greuther Fürth Kleeblatt DFL REGULATIONS PROHIBIT ANY USE OF PHOTOGRAPHS AS IMAGE SEQUENCES AND OR QUASI VIDEO Achim Beierlorzer Co Trainer RB Leipzig
Co-Trainer Achim Beierlorzer wird Coach Jesse Marsch in Brügge an der Seitenlinie ersetzen und möchte dann mit dem Team den Einzug in die Europa-League klar machen. © imago images/Zink
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Nachdem es lange ruhig war um Corona und RB Leipzig, hat das Virus nun zugeschlagen. Trainer Jesse Marsch und Kapitän Peter Gulacsi wurden positiv getestet, befinden sich in Quarantäne und fehlen erst einmal. Der Coach wird beim Champions-League-Spiel in Brügge dennoch präsent sein. Denn der Rest des Teams darf weitermachen. Das liegt vor allem an der hohen Impfquote.

Leipzig. Das passt so gar nicht. RB Leipzigs Coach Jesse Marsch und Keeper Peter Gulacsi wurden positiv auf Corona getestet. Der US-Amerikaner befindet sich in Quarantäne und saß ebenso wenig im Flieger Richtung Belgien wie sein Kapitän, bei dem das Ergebnis des PCR-Tests am Dienstagabend noch ausstand. Und das ausgerechnet vor dem so wichtigen Champions-League-Gastspiel beim FC Brügge am Mittwochabend (21 Uhr, DAZN).

Zuvor war es lange ruhig gewesen in Sachsen Corona und RB. Die letzten öffentlich bekannt gewordenen Infektionen liegen eine ganze Weile zurück. Hee-chan Hwang, inzwischen an die Wolverhampton Wanderers ausgeliehen, erwischte es im Herbst 2020. Er laborierte lange an Covid19, hatte starke Symptome und bekannte später „sieben Tage fast tot gewesen“ zu sein. Marcel Sabitzer, inzwischen bei Bayern München, sowie ein Physiotherapeut waren vor dem Re-Start der Bundesliga nach dem Lockdown im Frühjahr 2020 positiv getestet worden.

Poulsen mit an Bord

„Ich war natürlich ein bisschen erschrocken, als ich es erfahren habe“, meinte Emil Forsberg auf der Pressekonferenz vor der Partie. Angst habe er aber keine. „Meine Frau und ich sind geimpft. Wir versuchen, uns an alle Regeln zu halten. Mein erster Gedanke war eher, wie es den beiden geht.“

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Diese Frage beantwortete Co-Trainer Achim Beierlorzer, der Marsch vertreten wird. „Es geht beiden gut. Sie haben leichte Symptome.“ Beide Männer halten Kontakt. „Jesse war heute natürlich in der Teambesprechung eingeblendet.“ Der Coach werde auch am Spieltag präsent sein. Wie, „das haben wir aufgrund der zeitlichen Enge noch nicht besprochen. Aber da gibt es ja viele Möglichkeiten“, kündigte Beierlorzer an. RBs Ex-Trainer Julian Nagelsmann, zuletzt ebenfalls positiv getestet und in Quarantäne, hatte die Geschicke beim FC Bayern via Tablet aus der heimischen Küche gelenkt.

Beierlorzer muss den Job an der Seitenlinie übrigens nicht allein machen. Fabian Friedrich, Leiter Video-Analyse, sowie Torwart-Trainer Frederik Gößling unterstützen ihn. Gut möglich, dass auch Yussuf Poulsen eine Rolle spielen wird. Der dänische Stürmer, aktuell verletzt, ist mit in Belgien. „Eine tolle Geste“, so der Interims-Chef. Marco Kurth, eigentlich gemeinsam mit dem gebürtigen Erlanger Co-Trainer, fehlt dagegen. Er wurde zwar selbst nicht positiv getestet, nach einem Coronafall im familiären Umfeld aber vorsorglich isoliert.

Weitermachen dank 2G

RB bestätigte am Dienstag, dass sämtliche Lizenzspieler und alle Mitglieder des Funktionsteams den 2G-Status haben, also geimpft oder genesen sind. Marsch selbst hatte sich öffentlich für den Piks stark gemacht, Gulacsi erst in der vergangenen Woche erklärt, als einer der Ersten in der Mannschaft die Spritze erhalten zu haben.


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Diese 100-Prozent-Quote sorgt dafür, dass die Kicker unbehelligt ihrem Tagwerk nachgehen können, obwohl sie bei verschiedenen Gelegenheiten engen Kontakt zu Coach und Torhüter hatten. Denn in Leipzig gilt: Geimpfte oder genesene Kontaktpersonen sind, solange sie selbst keine Symptome zeigen, von der Quarantäne befreit. Geregelt ist das in der „Allgemeinverfügung der Stadt Leipzig zum Vollzug des Gesetzes zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen“.

Dieses Papier enthält auch einen Hinweis auf die wichtige Frage, wie lange Marsch und Gulacsi den Rasenballern fehlen werden. Demnach endet die Absonderung für positiv Getestete „grundsätzlich nach 14 Tagen, wenn keine Symptome aufgetreten sind“. Das wäre schlecht für RB. Denn so würden beide die Partien gegen Leverkusen und bei Union Berlin verpassen. Eine feste Zeitspanne, um sich frei zu testen, sieht die Verfügung nicht vor. Hoffnung gibt es dennoch. Denn: „Bei asymptomatischen positiv getesteten Personen, die vollständig geimpft sind, kann das Gesundheitsamt die Absonderung verkürzen.“