09. März 2020 / 13:43 Uhr

Trotz Schützenhilfe: Greifswalder FC II erreicht nur Unentschieden

Trotz Schützenhilfe: Greifswalder FC II erreicht nur Unentschieden

Alexander Kruggel
Ostsee-Zeitung
Ausnahmsweise in der Landesliga unterwegs: Ryo Miyazaki (l.) ließ die Bergener häufig aussteigen, vergab aber auch drei Chancen. 
Ausnahmsweise in der Landesliga unterwegs: Ryo Miyazaki (l.) ließ die Bergener häufig aussteigen, vergab aber auch drei Chancen.  © Ronald Krumbholz
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Landesligist gelingt 1:1-Ausgleich gegen den VfL Bergen erst in letzter Sekunde. GFC-Reserve lief mit Verstärkung aus dem Oberliga-Team auf.

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Greifswald/Karlsburg. Nach dem 19. Spieltag kann immerhin ein Fußball-Landesligist aus der Region jubeln – und der kommt überraschender Weise nicht aus Greifswald. Der FSV Blau-Weiß verlor am Sonntag mit einem satten 0:4 bei Hanse Neubrandenburg. Tags zuvor bäumte sich die SG Karlsburg/Züssow auf und überrumpelte den klar in der Favoritenrolle angereisten SV Siedenbollentin mit einem 3:1 (0:0)-Sieg.

Überrascht waren auch die Zuschauer in Greifswald bei der Begegnung Greifswalder FC II – VfL Bergen. Die Boddenkicker – ebenfalls klare Favoriten in diesem Spiel – hatten nämlich noch mal ordentlich aufgerüstet. Da die Oberliga-Partie der ersten Mannschaft beim FC Strausberg wegen eines unbespielbaren Platzes ins Wasser fiel, wurde das Team von Mathias Raths durch die sonst zwei Klassen höher spielenden Tetsu Horiuchi, Ryo Miyazaki und Marco Kröger verstärkt.

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Und trotzdem setzte bei den Greifswaldern mit zunehmendem Spielverlauf immer mehr die Schnappatmung ein. Denn der Bergener Matthias Sandhop hatte dank eines krassen Fehlers in der GFC-Defensive schon in der 34. Minute zum 1:0 getroffen und die Gastgeber blieben mit jeder verstreichenden Minute weiter ohne eigenen Torerfolg. Die Erlösung brachte am Schluss Kröger, indem er einen Freistoß dicht am Strafraum der Bergener durch die Mauer und in den Kasten von VfL-Keeper Felix Knappe „prügelte“.

Noch während das Leder im Netz zappelte, pfiff der Offizielle die Begegnung ab – die zweite Heimniederlage in Folge nach dem Debakel gegen den TSV 1860 Stralsund wurde in letzter Sekunde verhindert, auch wenn die Stimmung nach dem Spiel nicht besonders feierlich war: „Wir müssen jetzt mit dem einen Punkt zufrieden sein, auch wenn es sich natürlich wie eine Niederlage anfühlt“, meinte Trainer Raths nach dem Spiel.

Das sind die besten Torjäger auf Landesebene (Endstand):

Malchows Torjäger Tobias Täge bei einer Trinkpause. Zur Galerie
Malchows Torjäger Tobias Täge bei einer Trinkpause. ©

Selbst mit der Oberliga-Verstärkung tauchten beim GFC altbekannte Probleme wieder auf. Zwar stimmte wie immer der Zug zum Tor und wurde durch die Spielintelligenz der beiden Japaner Horiuchi und Miyazaki, denen das höhere Niveau auf dem Platz deutlich anzusehen war, sogar noch verstärkt – aber in Sachen Abschluss patzten selbst die beiden Kroos-Kicker. Miyazaki setzte drei Chancen neben den Kasten und ein kraftvoller Distanzschuss von Horiuchi landete in den Armen von Torhüter Knappe. Immerhin: Kröger sollte erfolgreich bleiben und den Rüganern den Sieg vor der Nase wegschnappen.

„Ich hätte es der Mannschaft natürlich gewünscht, dass sie das 1:0 auch bis zum Schlusspfiff halten kann“, sagte VfL-Coach Martin Handschug und ließ dabei im Gegensatz zu Raths jedoch nicht einen Funken von Enttäuschung aufblitzen: „Wir gehen seit Saisonbeginn quasi jedes Mal mit einer anderen Mannschaft in die Partien – ich habe heute wieder zehn verletzte Spieler. Auch wenn ein 2:0 möglich gewesen wäre, können wir mit dem Punkt nur zufrieden sein.“

GFC II: Weit – Sundt (46. Stöck), Schröder, Gellentin, Lange (65. Settgast), Glandt, Gutknecht, Kröger, Horiuchi, Otto, Myazaki (79. Stoltenberg).