06. November 2021 / 10:06 Uhr

Trotz starker Bilanz: Augsburg weckt bei Wolfsburg-Trainer Kohfeldt keine guten Erinnerungen

Trotz starker Bilanz: Augsburg weckt bei Wolfsburg-Trainer Kohfeldt keine guten Erinnerungen

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Viele Siege, eine besondere Niederlage: VfL-Trainer Kohfeldt hat gegen Augsburg eine spezielle Bilanz.
Viele Siege, eine besondere Niederlage: VfL-Trainer Kohfeldt hat gegen Augsburg eine spezielle Bilanz. © 2021 Getty Images
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Florian Kohfeldt empfängt mit dem VfL Wolfsburg am Samstag den FC Augsburg. Mit Blick auf die Statistik des Trainers eigentlich eine tolle Herausforderung, doch der Coach verbindet mit den Fuggerstädtern eher ein nicht so schönes Ereignis.

Wenn Florian Kohfeldt mit einer Mannschaft auf den FC Augsburg trifft, ist das für den neuen VfL-Trainer eigentlich ein Grund zur Freude. Denn gegen die Fuggerstädter holte der 39-Jährige schon fünf Siege - nur gegen den FC Schalke 04 war es einer mehr. Dennoch kommt vor der Partie des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten am Samstag (15.30 Uhr) beim Coach keine besondere Vorfreude auf.

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Denn was bei Kohfeldt überwiegt, sind die Erinnerungen an jenen 15. Mai 2021. Mit seinem Ex-Klub Werder Bremen hatte der Trainer tief im Abstiegskampf gesteckt. Mit einem Sieg am 33. Spieltag bei eben jenem FC Augsburg hätten die Grün-Weißen von der Weser den Relegationsplatz sicher gehabt (Konkurrent Köln spielte nur 0:0 bei Hertha). Doch das gelang Kohfeldt und Co. nicht, stattdessen kassierte Werder eine herbe 0:2-Niederlage. Dabei hatte Bremen nach einer frühen Roten Karte gegen Ruben Vargas eine halbe Stunde lang in Überzahl gespielt - bis Christian Groß mit Gelb-Rot vom Platz flog und die Pleite ihren Lauf nahm. Rani Khedira und Ex-Wolfsburger Daniel Caligiuri trafen.

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Die Niederlage bedeutete das Ende für Kohfeldt in Bremen nach dreieinhalb Jahren als Cheftrainer, Sportchef Frank Baumann entschied sich für die Trennung kurz vorm Ende der Saison. Werder-Urgestein Thomas Schaaf übernahm, konnte den Abstieg am letzten Spieltag aber auch nicht verhindern. Werder verlor mit 2:4 gegen Gladbach, Bielefeld schlug Stuttgart zeitgleich mit 2:0, rettete sich sogar noch direkt und schoss die Kölner in die Relegation.

Zur eigentlich guten Bilanz Kohfeldts gegen Augsburg (fünf Siege, zwei Niederlagen), wollte der Coach daher nichts sagen, erst recht nicht von einer Art Lieblingsgegner sprechen. "Das Augsburg-Spiel war mein letztes für Bremen. Daher bitte ich diese Frage zurückzustellen", sagte der VfL-Trainer schmunzelnd. Am Samstag kann er Revanche nehmen und seine Statistik gegen den FCA weiter verbessern. Doch nicht nur das, er kann mit den Wolfsburgern nach dem 2:0 in Leverkusen und dem 2:1 gegen RB Salzburg in der Champions League eine perfekte englische Woche hinlegen. Das war Wout Weghorst und Co. zuletzt Anfang des Jahres gelungen - mit der Krönung in Augsburg. Damals hatte der VfL 3:0 gegen Freiburg gewonnen, ließ ein 1:0 im Pokal auf Schalke folgen und gewann mit 2:0 beim FCA.

Dass es gegen die wieder erstarkten Augsburger (gewannen am vergangenen Wochenende mit 4:1 gegen Stuttgart) nicht einfach wird, weiß Kohfeldt. "Wir treffen auf einen Gegner, der in den vergangenen Wochen in verschiedenen Systemen gespielt hat und jetzt mit einer Viererkette erfolgreich war." Aber auch mit Dreierkette könnten die Gäste agieren, genau wie der VfL - Wolfsburg ist vorbereitet. Die Mannschaft sei, so Sportdirektor Marcel Schäfer, "sehr offen gegenüber dem, was wir einfordern. Konsequenz und Intensität hat das Team hervorragend abgerufen in den vergangenen beiden Spielen." Das sei aber auch "unsere Basis, das müssen wir versuchen, in jedem Spiel zu einhundert Prozent abzurufen" - auch am Samstag.