02. Dezember 2019 / 18:34 Uhr

Trotz Tabellenführung: Jahn meldet nicht für die 3. Liga

Trotz Tabellenführung: Jahn meldet nicht für die 3. Liga

Christian Meyer
Peiner Allgemeine Zeitung
Ein eingeschworener Haufen: Trainer Marco Wittneben und die Spielerinnen des MTV Peine stehen hinter der Entscheidung des Vereins, auf den Aufstieg im Titelfall zu verzichten.
Ein eingeschworener Haufen: Trainer Marco Wittneben und die Spielerinnen des MTV Peine stehen hinter der Entscheidung des Vereins, auf den Aufstieg im Titelfall zu verzichten. © Foto: Ralf Büchler
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Das Oberliga-Märchen der Jahn-Handballerinnen hält an – auch nach zehn Spielen konnte kein Gegner den Überraschungs-Spitzenreiter aus Peine schlagen. Doch der Traum vom Aufstieg in die 3. Liga ist bereits 16 Spieltage vor Saisonende geplatzt. Hohe Kosten, viele Auflagen, ein Riesen-Leistungsunterschied – Der MTV verzichtet im Titelfall auf den Aufstieg.

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Das Oberliga-Märchen der Jahn-Handballerinnen hält an – auch nach zehn Spielen konnte kein Gegner den Überraschungs-Spitzenreiter aus Peine schlagen. Doch der Traum vom Aufstieg in die 3. Liga ist bereits 16 Spieltage vor Saisonende geplatzt. Montag bestätigte Jahns Handball-Abteilungsleiter Nils Bergmann: „Wir haben uns dazu entschieden, nicht aufzusteigen, falls wir Meister werden.“

Hohe Kosten, viele Auflagen, ein Riesen-Leistungsunterschied: Die Gründe sind vielfältig. In Einzelgesprächen hatte die Handball-Abteilung die Spielerinnen und Trainer Marco Wittneben von dem Entschluss unterrichtet – und stieß damit übrigens nicht auf Kopfschütteln. „Ich finde es sogar eine sehr sinnvolle Entscheidung, die Aufsteiger der letzten Jahre hatten wenig zu lachen“, sagt Coach Wittneben.

Bis zum Frühjahr müsste der MTV Peine bereits für die 3. Liga melden. Einer der wichtigsten Gründe für den Verzicht: Das Geld! Rund 24 000 Euro, rechnet Abteilungsleiter Bergmann vor, hätte Jahn für den Spielbetrieb in der höheren Klasse benötigt, um Meldegebühren, Schiris oder Zeitnehmer zu bezahlen und Fahrtkosten zu wuppen. Zum Vergleich: In der Oberliga seien es nur rund 5000 Euro gewesen. „Wir hätten das Geld zwar stemmen können, weil wir in den vergangenen Jahr viel dafür getan haben, um eine gute Grundlage zu haben, aber ein Aufstieg käme aktuell auch aus anderen Gründen zu früh“, betont Bergmann.

Damit meint er vor allem den Leistungsunterschied zwischen Oberliga und 3. Liga. „Der ist unfassbar hoch.“ Zudem seien erst zu dieser Saison viele neue Schlüsselspielerinnen in den Jahn-Kader gestoßen. „Die Mannschaft muss sich noch etwas festigen“, sagt Bergmann. Das allein würde allerdings wohl kaum reichen. „Drei bis vier Neuzugänge auf entscheidenden Positionen hätten wir holen müssen, doch die gibt es in Peine aktuell nicht“, merkt der Handball-Abteilungsleiter an. Und auf ein Himmelfahrtskommando hätten weder Verein noch Spielerinnen Lust. Bergmann verweist auf frühere Aufsteiger, die Niederlage um Niederlage kassierten. „Und danach ist der Kader auseinandergebrochen. Mir ist wichtiger, dass das Team bestehen bleibt, als unbedingt ein Jahr 3. Liga mitzunehmen“, betont Jahns Handball-Chef.

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Suche nach Ehrenamtlichen und einem großen Sponsor

Der MTV hätte zudem einige Auflagen erfüllen müssen. Unter anderem muss Haftwachs erlaubt sein, in der Silberkamphalle ist der Kleber für Ball und Finger allerdings in der Regel verboten, um hohe Kosten bei der Hallenreinigung zu vermeiden. „Zudem hätten hinter jedem Tor Anzeigetafeln angebracht werden müssen, die Spielstände und Spielzeit zeigen“, merkt Bergmann an. Auch die gibt es in der Silberkamphalle nicht. „Da wäre einiges auf uns zugekommen. Aber die Stadt hat sich zumindest schon sehr kooperationsbereit gezeigt, falls die 3. Liga doch noch kommt“, verrät Bergmann. Denn Ziel des Vereins sei das schon. „In zwei Jahren würden wir das gerne schaffen. Aber bis dahin müssten noch einige Dinge optimiert werden“, sagt der Abteilungsleiter.

Dabei denkt er vor allem an diese drei Dinge: Ein Team-Manager soll installiert werden, der Trainer und Abteilungsleiter entlastet. Ein großer Sponsor soll gefunden werden. Und: „Es muss insgesamt viel mehr Leute geben, die sich in unserer Handball-Abteilung ehrenamtlich engagieren“, wünscht sich Bergmann.

Erleichtert ist der Abteilungsleiter, dass sich in den Gesprächen mit den Spielerinnen bereits klar zeigte: Wegen des Aufstiegsverzichts wird niemand den Verein verlassen. Jahn-Coach Marco Wittneben ist sogar überzeugt davon, dass seine Mannschaft nun nicht einbricht, obwohl sie am Ende nicht mit einem Aufstieg belohnt wird. „Das war am Saisonanfang ja auch gar nicht unser Ziel. Doch alle sind heiß – und wollen trotzdem jedes Spiel gewinnen“, sagt er. Die Tabellenführung will das Team so lange wie möglich genießen. „Und wenn wir am Ende der Saison unter den Top 4 stehen, wäre das super gut“, betont Wittneben.

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