12. Januar 2020 / 12:58 Uhr

Trotz unmoralischer Angebote: Dardai will zum Hertha-Nachwuchs zurück

Trotz unmoralischer Angebote: Dardai will zum Hertha-Nachwuchs zurück

dpa
Nach Sabbatjahr peilt Pal Dardai neue Ziele an.
Nach Sabbatjahr peilt Pal Dardai neue Ziele an. © Paul Zinken/dpa
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Bundesliga: Nach Sabbatjahr peilt Pal Dardai neue Ziele an und sieht aktuell seine Zukunft in der Nachwuchsabteilung von Hertha BSC.

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So ganz kann Pal Dardai auch während seiner Auszeit nach weit mehr als 20 Jahren im Profigeschäft natürlich nicht vom Fußball lassen. Trotz schmerzendem Sprunggelenk kickte Herthas Rekordspieler am Wochenende mit anderen Legenden beim Berliner Traditionsmasters in der Halle, doch sonst hat sich der derzeitige Alltag des Ex-Profitrainers im Sabbatjahr radikal gewandelt.

„Ich bin endlich Papa geworden nach so vielen Jahren. Ich habe keine Ahnung, wie Monika das all die Jahre alleine geschafft hat“, erzählt der 43-Jährige schmunzelnd im Gespräch der Deutschen Presse-Agentur über die neu gewonnene Zeit für seine Ehefrau und die drei Söhne. „Ich helfe mit, bringe Bence zur Schule, dann gehe ich einkaufen, wir kochen zusammen, dann gehe ich laufen.“

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Nach knapp viereinhalb Jahren hatte Dardai zum Ende der vergangenen Saison den Posten als Chefcoach des Profiteams verloren. In der Schlussphase waren ihm Druck und Stress in der Bundesliga sichtbar anzumerken. Nun werde der Akku „wieder langsam voll“, berichtet er. „Nach dem halben Jahr habe ich weniger Falten, jeder sagt: Wie gut du aussiehst“, scherzt Dardai. „Weil ich keine Sorgen mehr habe. Alles ist ruhig, es gibt keine Hektik, das ist das erste Mal in meinem Leben.“

Aber was passiert mit Dardai, wenn die Batterien wieder vollends aufgeladen sind, wenn Hospitanzen bei anderen Vereinen, Unterstützung der Jugendarbeit in seiner ungarischen Heimat und regelmäßige Besuche als VIP-Gast der Hertha-Spiele im Olympiastadion nicht mehr ausreichen? Bislang schlug der Ungar alle Jobofferten anderer Clubs aus und hält aktuell auch weiter an seinem Plan einer Rückkehr in den Nachwuchsbereich von Hertha BSC fest.

„Ich kriege jede drei Wochen ein Angebot, manchmal unmoralisch bei so viel Geld, aber auch viele sehr korrekte Angebote. Das ist schön“, sagt er. Er habe aber einen Vertrag bei den Berlinern, um „nach jetzigem Stand“ ab dem 1. Juli wie früher in der Jugendabteilung zu arbeiten. „Ende Mai gehe ich zu (Akademie-Leiter) Benni Weber, dann schauen wir, was sich entwickelt.“ Auch Geschäftsführer Michael Preetz hatte Dardai bei der Mitgliederversammlung Mitte Mai mit den Worten verabschiedet, dass immer klar gewesen sei, „dass er nach einem verdienten Erholungsjahr zurückkehren wird.“

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Seinen Herzensclub hat Dardai aber auch währenddessen weiter fest im Blick. „Anfang der Saison war es nicht schön anzusehen, dass von 30 Spieler 28 eine schlechte Form hatten“, berichtet er von seinen Beobachtungen über den Absturz vor die Abstiegszone unter seinem Nachfolger Ante Covic. „Jetzt sehe ich Stabilität.“

Die Zeiten haben sich dabei gewandelt. Durch den Einstieg von Investor Lars Windhorst für 224 Millionen Euro stehen dem Club mit dem früheren Bundestrainer Jürgen Klinsmann andere Möglichkeiten auf dem Transfermarkt zur Verfügung. „Ich finde es schön, dass es endlich Geld gibt“, sagt Dardai angesichts der Investitionen. „Aber leider kannst du mit Geld nicht alles einkaufen. Hoffenheim hat das geschafft, RB hat das geschafft, aber viele haben es nicht geschafft. Es ist eine Herausforderung.“ Der Verein brauche „keinen Druck, Hertha BSC braucht noch Zeit. Wenn du gut spielst, kommen die Stars.“