09. August 2019 / 15:54 Uhr

Trotz Unruhen und Frahn-Trennung: Chemnitzer FC hofft auf Chance gegen HSV

Trotz Unruhen und Frahn-Trennung: Chemnitzer FC hofft auf Chance gegen HSV

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Trainer David Bergner traut Dejan Bozic die Torjäger-Rolle zu. 
Trainer David Bergner traut Dejan Bozic die Torjäger-Rolle zu.  © Sebastian Widmann
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Der Chemnitzer FC geht als klarer Außenseiter in die Pokal-Begegnung mit dem Hamburger SV. Doch Trainer und Geschäftsführer glauben an die kleine Chance. Trotz des jüngsten Wirbels abseits des Rasens.

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Chemnitz. Trainer David Bergner hofft trotz der großen Unruhen rund um den Chemnitzer FC und dem schlechten Saisonauftakt in der 3. Fußball-Liga auf eine Pokal-Überraschung gegen den Hamburger SV. „Von zehn Spielen gegen den HSV würden wir mit Sicherheit neunmal als Verlierer vom Platz gehen. Aber die Chance, dieses eine Spiel zu gewinnen, werden wir suchen“, sagte Bergner am Freitag auf der Pressekonferenz. Der CFC trifft am Sonntag (18.30 Uhr/Sky) auf die Mannschaft von HSV-Trainer Dieter Hecking und rechnet mit 15 000 Zuschauern. Aus Hamburg werden bis zu 2500 Anhänger erwartet.

Die Vorzeichen, den Favoriten stürzen zu können, sind allerdings ungünstig. Die Chemnitzer haben aus den ersten vier Ligaspielen nur einen Punkt geholt. Viel schwerer wiegen allerdings die Unruhen rund um den Club. Das Verhältnis zwischen dem Insolvenzverwalter und der CFC Fußball GmbH auf der einen und dem Notvorstand sowie einem Teil der Fanszene auf der anderen Seite ist seit mehreren Monaten zerrüttet. Die Trennung von Daniel Frahn am Montag sorgte für den vorläufigen negativen Höhepunkt. Dem Kapitän war Nähe zu rechtsradikalen Fans vorgeworfen worden. Daraufhin erhielt Geschäftsführer Thomas Sobotzik Drohungen per WhatsApp.

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Schweigeminute vor dem Anpfiff: Ruhe in Frieden, Tommy, steht auf einem Banner. Der Fanblock zündet Pyrotechnik. Zur Galerie
Schweigeminute vor dem Anpfiff: "Ruhe in Frieden, Tommy", steht auf einem Banner. Der Fanblock zündet Pyrotechnik. ©
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„Er bringt das Potenzial mit“

Für die Partie am Sonntag gelten erhöhte Sicherheitsvorkehrungen. „Grundsätzlich ist die Partie als Sicherheitsspiel eingestuft worden. Es wird dazu angepasste Maßnahmen geben. Dazu gehören unter anderem ein erhöhter Einsatz von Ordnern und verschärfte Einlasskontrollen“, betonte CFC-Pressesprecher Steffen Wunderlich. Die Chemnitzer Ultra-Fans haben im Vorfeld der Partie im Internet zu einem gemeinsamen Marsch vom Karl-Marx-Monument zum Stadion aufgerufen. Der Stadt Chemnitz lag bis zum Freitagnachmittag allerdings noch keine Anmeldung vor. Das teilte ein Rathaus-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur auf Nachfrage mit.

Bergner machte indes noch einmal deutlich, dass die Entlassung von Frahn aus sportlicher Sicht „ein herber Verlust“ ist. „Er war in der Vorsaison Torschützenkönig der Regionalliga. Aber wir werden es auffangen können – auch wenn es vielleicht noch ein wenig Zeit braucht“, sagte der Trainer und traut vor allem Stürmer Dejan Bozic die Rolle des neuen Torjägers vor. „Er bringt das Potenzial mit. Dazu konnte Neuzugang Tarsis Bonga in den ersten Spielen durchaus überraschen. Auch Erik Tallig, der genauso wie Rafael Garcia am Sonntag wieder dabei ist, kann etwas jugendliche Frische mit in unser Spiel bringen.“

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Zuschauer sollen Spaß haben

Eine Pokal-Überraschung gegen den Zweitligisten könnte für den CFC auch eine Initialzündung sein, um nach den Negativschlagzeilen etwas optimistischer in die Zukunft zu schauen. Coach Bergner warb in diesem Zusammenhang auch um mehr Zusammenhalt. „Man sollte aufhören, sich pausenlos Knüppel zwischen die Beine zu werfen. Es geht um Sport, um Leidenschaft, Begeisterung und Mentalität. Wir haben eine Mannschaft, die nach dem Saisonstart sehr verunsichert ist“, appellierte der 45 Jahre Fußball-Lehrer für eine lautstarke und friedliche Unterstützung seines Teams am Sonntag im Stadion.

Um seinen Matchplan machte Bergner kein Geheimnis: „Wenn wir es hinbekommen, defensiv stabil zu stehen, Nadelstiche zu setzen und es dem Gegner schwer machen, sein Spiel aufzuziehen, werden wir unsere Möglichkeiten haben.“ Auch Sobotzik hofft, dass am Sonntag der sportliche Aspekt im Vordergrund steht. „Ich wünsche mir, dass es nur um Fußball geht. Wir haben ein ganzes Jahr dafür gekämpft, dass wir so ein Spiel bekommen. Die Zuschauer sollen Spaß an diesem Tag haben und wir wollen unsere Chance als Außenseiter nutzen“, sagte der Geschäftsführer. Sebastian Wutzler/dpa

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