18. September 2020 / 19:46 Uhr

Trotz Unterzahl: Dynamo Dresden siegt 1:0 in Kaiserslautern

Trotz Unterzahl: Dynamo Dresden siegt 1:0 in Kaiserslautern

Jochen Leimert
Dresdner Neueste Nachrichten
pp200918kdd11
Trotz 47-minütiger Unterzahl gewinnt Dynamo Dresden das Auftaktspiel der 3. Liga beim 1. FC Kaiserlautern mit 1:0. Sebastian Mai (mi.) erzielte den goldenen Treffer. © Picture Point
Anzeige

Zum Auftakt der neuen Drittliga-Saison hat der Zweitliga-Absteiger aus Sachsen in der Fremde gepunktet. Im Duell zweier Ex-Meister erbeutete die Sportgemeinschaft nach großem Kampf drei Punkte.

Kaiserslautern/Dresden. „Ein Sahnetag“ (O-Ton: Markus Kauczinski) wurde es diesmal zwar nicht, aber dafür gab es für Dynamo Dresden zum Start in die Punktspiele die erhofften drei Zähler. Beim Vorjahreszehnten 1. FC Kaiserslautern gewannen die mit zehn Neuzugängen in der Startelf angetretenen Schwarz-Gelben mit 1:0 (1:0). Das Tor des Tages köpfte Kapitän Sebastian Mai bereits in der 18. Minute. Mehr als eine Halbzeit lang spielten die Dresdner im Fritz-Walter-Stadion in Unterzahl, nachdem Paul Will in der 43. Minute die Gelb-Rote Karte gesehen hatte.

Anzeige

Auf dem Betzenberg begannen die Gäste aus dem Osten mit fast der gleichen Aufstellung, mit der sie im DFB-Pokal gegen den HSV (4:1) für Furore gesorgt hatten. Lediglich der Ex-Lauterer Chris Löwe fehlte wegen seiner Rotsperre aus der vergangenen Saison, für ihn spielte Jonathan Meier Linksverteidiger. Bei den Hausherren nahm Trainer Boris Schommers auch nur eine Änderung gegenüber dem Pokalspiel gegen Jahn Regensburg (4:5 n. E.) vor: Für den an einer Muskelverletzung laborierenden Ex-Dynamo Lucas Röser begann Neuzugang Marvin Pourié im Angriff neben Elias Huth.

DURCHKLICKEN: Die Bilder zum Spiel

Die SG Dynamo Dresden gewinnt zum Auftakt der Drittliga-Saison 2020/21 mit 1:0 beim 1. FC Kaiserslautern. Zur Galerie
Die SG Dynamo Dresden gewinnt zum Auftakt der Drittliga-Saison 2020/21 mit 1:0 beim 1. FC Kaiserslautern. ©

Die Partie begann vor 4150 Fans im WM-Stadion von 2006 hitzig, die Zweikämpfe wurden aggressiv und hart geführt. Das hatte Folgen: Dynamos Paul Will und Lauterns Hendrick Zuck sahen früh Gelb wegen Foulspiels. Dann ging die Kauczinski-Elf nach einem Eckball von Patrick Weihrauch in Führung: Kevin Kraus hatte die Eingabe abgelenkt, Torwart Avdo Spahic den Querschläger noch artistisch pariert, aber gegen das energische Nachsetzen von Sebastian Mai war er machtlos – der Kopfball landete im Netz (18.). Die Gastgeber schockte das aber nicht, sie starteten einen Gegenangriff über den starken Dominik Schad, doch Kevin Broll entschärfte die Direktabnahme von Pourié (20.).


Entlastung währt nur kurz

Die Lauterer wirkten danach etwas ungeordnet, Dynamo hatte nun wieder mehr Ballbesitz. Vorn waren die Sachsen aber nicht sehr gefährlich, während Zuck auf der Gegenseite die nächste FCK-Chance hatte. Der Fernschuss des 30-Jährigen ging aber rechts am Tor von Broll vorbei (32.). Aufregung vor der Pause gab es dann noch einmal in der 43. Minute: Paul Will ging bei einer Eingabe mit der rechten Hand zum Ball und sah folgerichtig Gelb-Rot. Nun musste Dynamo in Unterzahl weiterspielen, rettete sich erst einmal in die Pause. Dabei konnten sich die Schwarz-Gelben bei ihrem Keeper bedanken, denn der hatte den durch Wills Vergehen fälligen Freistoß von Hikmet Ciftci großartig pariert (43.).

Nach Wiederanpfiff wies die SGD erneut ihre neue Stärke bei Standards nach: Innenverteidiger Tim Knipping köpfte nach Weihrauchs Ecke aufs Tor, Schad rettete aber auf der Linie (50.). Dynamo konnte sich aber nur kurz befreien, die Lauterer setzten sich nach gut einer Stunde wieder in der Dresdner Hälfte fest. Schommers brachte in der 58. Minute Simon Skarlatidis für Zuck, er wollte auf der Lauterer Zehnerposition noch einmal neuen Schwung, neue Ideen initiieren.

Dynamo rettet Vorsprung ins Ziel

Zwar lief das Spiel jetzt nur noch in Richtung Dresdner Tor, aber richtig gefährlich waren die Pfälzer nicht. Dynamo kämpfte leidenschaftlich, um die knappe Führung zu verteidigen. Die hohen Bälle der Gastgeber verpufften wirkungslos, denn das Duo Mai/Knipping spielte seine Kopfballstärke aus. Entlastung gab es derweil kaum, so ging das Zittern weiter. In der 83. Minute kam Skarlatidis mal zum Schuss, doch er verzog – noch gestört von Meier – knapp.

Dynamo hätte sich einiges Nervenflattern ersparen können, wenn der eingewechselte Ransford-Yeboah Königsdörffer einen Konter im Zusammenspiel mit dem ebenfalls eingewechselten Luka Stor effizient vollendet hätte, aber Spahic stoppte Königsdörffer noch, ehe der abschließen konnte (85.). In der Schlussphase kam auch noch Routinier Marco Hartmann ins Spiel. Er half anstelle des ausgepumpten Weihrauch mit, den knappen Vorsprung über die Zeit zu retten.

Dynamo: Broll – Becker, Mai (C), Knipping, Meier – Stark, Weihrauch (88. Hartmann), Will – Diawusie (75. Königsdörffer), Vlachodimos – Daferner (82. Stor)