07. Oktober 2021 / 13:33 Uhr

Trotz Verletzungspech: Warum die Recken kurzfristig keine Transfers planen

Trotz Verletzungspech: Warum die Recken kurzfristig keine Transfers planen

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Klärungsbedarf: Recken-Trainer Prokop redet mit Torwart Urban Lesjak, dessen Rolle wichtiger geworden ist, weil Schlussmann Domenico Ebner verletzt fehlt.
Klärungsbedarf: Recken-Trainer Prokop redet mit Torwart Urban Lesjak, dessen Rolle wichtiger geworden ist, weil Schlussmann Domenico Ebner verletzt fehlt. © Florian Petrow
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Der TSV Hannover-Burgdorf fallen viele Schlüsselspieler aus. Dennoch planen die Recken keine "zeitnahen" Not-Transfers. Sportchef Sven-Sören Christophersen spricht von "ärgerlichen Ausfällen". Die Spieler, die in der Handball-Bundesliga einspringen müssen, sollen sich jetzt erst recht beweisen.

Das hätte den Re­cken gerade noch gefehlt. Beim lockeren 42:19-Pokalsieg bei Regionalligist Langenfeld hatte Nejc Cehte bei einer Rettungsaktion seinen rechten Ellbogen überstreckt. Gestern gab es Entwarnung, der Linkshänder fällt nicht aus. In der Partie am Samstag (18.30 Uhr) bei HBW Balingen-Weilstetten kann der Slowene wohl wieder mit dabei sein. „Das wäre auch bitter gewesen, wenn er sich bei einem so klaren Ergebnis kurz vor Ende noch verletzt und ausfällt“, sagt Sportchef Sven-Sören Christophersen. Zumal die TSV Hannover-Burgdorf schon einige Ausfälle plagen.

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Chris­to­pher­sen spricht „von ärgerlichen Ausfällen“, sagt aber zugleich, dass eine „zeitnahe Verstärkung nicht zu erwarten ist“. Vielmehr gelte es den Fokus „auf alle uns zur Verfügung stehenden Spieler zu richten, um jetzt erst einmal die wichtige Aufgabe in Balingen zu bestehen“. Die Recken haben genügend Spieler, ob sind sie gut genug, um nicht in den Abstiegsstrudel zu geraten? Die Bewertung hängt wie immer von den Resultaten ab. In der Recken-Transfergeschichte war es bisher nicht üblich, wegen verschiedener Ausfälle nachzubessern.

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Cehte selbst hatte das Tor zum 40:16 gegen Langenfeld erzielt, als das Malheur passierte. Er fing einen Ball ab, prallte dabei allerdings mit dem Adressaten zusammen und schlug sich den Ellbogen durch. Für Cehte war nach dieser Aktion sofort Schluss. Der Slowene würde im rechten Rückraum besonders fehlen, da auch der Kroate Ivan Martinovic noch angeschlagen ist.

Christophersen will die Belastungen generell gut dosieren und verteilen, „da wir mit einigen Verletzungssorgen konfrontiert sind“. Für Cehte ist das die Chance, sich verstärkt zu zeigen und für eine Verlängerung seines zum Saisonende auslaufenden Vertrages zu empfehlen. Bisher überzeugte der 29-Jährige nicht, er blieb vor allem offensiv einiges schuldig – er war allerdings auch schon mit einer Verletzung in die Spielzeit gegangen.

 Wird Trainer Christian Prokop (links) und den Recken vorerst fehlen: Nejc Cehte.
Wird Trainer Christian Prokop (links) und den Recken vorerst fehlen: Nejc Cehte. © IMAGO/Oliver Vogler

Auch Filip Kuzmanovski wusste bisher nicht voll zu überzeugen, er dürfte in den nächsten Partie allerdings wieder öfter im Blickpunkt stehen. Er wird nach dem doppelten Bänderriss im Knöchel von Jo­na­than Edvardsson in der Melsungen-Partie (der Schwede fällt mehrere Wochen aus) in der Mitte zum Einsatz kommen und zumindest punktuell für eine Entlastung des etatmäßigen Spielmacher Veit Mä­vers sorgen. Der 25-jährige Nordmazedonier, dessen Vertrag ebenfalls 2022 endet, spielte im Angriff der Recken bislang oft zu überhastet und übereifrig. In der Abwehr wirkte er hingegen zu vorsichtig.

Ist gefordert: Recken-Sportchef Sven-Sören Christophersen.
Ist gefordert: Recken-Sportchef Sven-Sören Christophersen. © imago images/Noah Wedel

Obendrein muss die TSV noch einige Wochen auf Schlussmann Domenico Ebner verzichten, der sich gegen Melsungen einen Rippenbruch einhandelte.


Zwar laufen die Kaderplanungen der Recken für die nächste Saison bereits an und konkret ist noch längst nichts, einige Kandidaten könnten jetzt in der Personalknappheit aber zeigen, wie wichtig sie für das Team sind.