01. Dezember 2021 / 09:55 Uhr

Trotz verpasster Olympia-Qualifikation in Dordrecht: Anna Seidel kann noch auf Teilnahme hoffen

Trotz verpasster Olympia-Qualifikation in Dordrecht: Anna Seidel kann noch auf Teilnahme hoffen

Astrid Hofmann
Dresdner Neueste Nachrichten
Anna Seidel hat bei der EM noch Chancen, sich für Peking zu qualifizieren.
Anna Seidel hat bei der EM noch Chancen, sich für Peking zu qualifizieren. © dpa
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Die deutschen Shorttrackerinnen und Shorttracker konnten bisher die DOSB-Norm für die Teilnahme an den Olympischen Winterspielen nicht erfüllen– auch die mehrfache EM-Medaillengewinnerin Anna Seidel nicht. Bei der Heim-EM im Januar kann die Dresdnerin die Nominierung aber offiziell noch schaffen. Die Tür nach Peking ist also noch nicht ganz zu.

Dresden. Waren die deutschen Shorttracker bei den Olympischen Winterspielen 2006 in Turin noch mit zehn Athleten vertreten, könnten die Spiele in Peking 2022 im schlimmsten Fall ohne Beteiligung von Startern des DESG über die Bühne gehen. Denn bislang hat nicht einmal die zweimalige Olympia-Teilnehmerin und mehrfache EM-Medaillengewinnerin Anna Seidel die DOSB-Norm erfüllt. Nach den vier Weltcups steht bei der 23-Jährigen mit Platz neun über 1500 Meter, den sie zum Auftakt in Peking erreichte, nur eine halbe Normerfüllung zu Buche. Am letzten Wochenende in Dordrecht (Niederlande) konnte die Dresdnerin nach Rang 16 auf dieser Strecke und einem Penalty über 1000 Meter ihre Bilanz nicht mehr aufbessern.

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"Hätte katastrophale Auswirkungen"

Dennoch darf die deutsche Vorzeigeathletin, die nach einem komplizierten Schienbeinbruch im März und langwieriger Reha erst spät wieder ins Training einsteigen konnte, noch auf ihre dritte Olympia-Teilnahme hoffen. Bianca Merker (ehemals Walter), die wegen einer Knieverletzung in dieser Saison bisher ganz passen musste, hat natürlich die Auftritte ihrer Trainingsgefährtin und der anderen Kollegen verfolgt. Sie erläutert: „Mit einer Medaille bei der Heim-EM im Januar in Dresden kann Anna die Nominierung offiziell noch schaffen. Das besagen die Vorgaben des DOSB. Aber ich kann mir auch vorstellen, dass man bei ihr wegen der Vorgeschichte auch so eine Ausnahme macht.“

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Zumindest haben Seidel und ihre beiden Vereinsgefährtinnen Gina Jacobs und Lisa Eckstein zwei internationale Startplätze für die 1500 Meter bei Olympia erkämpft. Auf den beiden anderen Strecken (500 Meter/1000 Meter) wurde diese verfehlt, und die Männer verpassten olympische Startplätze auf allen drei Strecken, nachdem der Dresdner Christoph Schubert wegen einer Corona-Infektion ausfiel und der Rostocker Adrian Lüdtke nach einer Verletzung ebenfalls chancenlos war.

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„Wenn unsere Sportart gar nicht bei den Winterspielen vertreten wäre, hätte das für die Förderung katastrophale Auswirkungen. Das wäre der Worst Case, deshalb hoffe ich sehr, dass es für Anna noch klappt“, bangt Merker mit ihrer Vereinsgefährtin und drückt fest die Daumen. Seidel selbst wollte mit ihrer dritten Olympia-Teilnahme den Schlusspunkt hinter ihre Karriere setzen. Und zudem die Spiele gemeinsam mit ihrem Freund, dem Eishockey-Nationalspieler Moritz Seider, der in der NHL für die Detroit Red Wings spielt, genießen. Doch noch ist die Tür nach Peking nicht ganz zu.