18. November 2017 / 17:25 Uhr

Trotz zwei Elfmetern und Überzahl: RB Leipzig vergibt Sieg in Leverkusen

Trotz zwei Elfmetern und Überzahl: RB Leipzig vergibt Sieg in Leverkusen

Anne Grimm
Leipziger Volkszeitung
RB Leipzigs Kevin Kampl im Duell mit Wendell
RB Leipzigs Kevin Kampl im Duell mit Wendell
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Vier Tore, zwei Elfmeter, eine Rote Karte: Die Partie bei Bayer Leverkusen bot jede Menge Unterhaltung, aber für RB Leipzig keine zufriedenstellende Punkteausbeute.

Leverkusen. Bitterer Nachmittag für RB Leipzig: Trotz zweimaliger Führung und fast einer kompletten Halbzeit in Überzahl bringt der Vizemeister keinen Sieg mit nach Hause. Das Duell bei Bayer Leverkusen endet vor mehr als 29.000 Zuschauern mit 2:2 (1:1). Das Team von Trainer Ralph Hasenhüttl bleibt Bundesligazweiter, hat nun aber sechs Punkte Rückstand auf Rekordmeister Bayern München.

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Die Rasenballer führen dank eines verwandelten Foulelfmeters (13.) von Timo Werner schnell mit 1:0. Bayer gleicht kurz vor der Pause aus. Die erneute Führung für Leipzig diesmal nach einem Handelfmeter, verwandelt von Emil Forsberg (54.). Trotz Unterzahl kann Leverkusen durch Kevin Volland eine Viertelstunde vor Schluss wieder ausgleichen.

"Insgesamt habe ich heute von meiner Mannschaft eine sehr gute Leistung gesehen, auch wenn wir etwas gebracht haben, um ins Spiel zu finden", sagte Bayer-Coach Heiko Herrlich nach der Partie. "Mitte der zweiten Halbzeit sind wir wieder richtig in Schwung gekommen, die Großchance von Brandt war für uns so etwas wie der Dosenöffner. Wenn man die Großchancen heute alle zusammennimmt, dann hätten wir das Spiel auch gewinnen können. Nach dem zweiten Rückstand und der Roten Karte hat die Mannschaft eine tolle Moral gezeigt. Bis zum 2:2 haben wir aber noch zwei Großchancen liegen gelassen."

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Bayer 04 Leverkusen - RB Leipzig (Imago) (8) Zur Galerie
Bayer 04 Leverkusen - RB Leipzig (Imago) (8) ©

Ralph Hasenhüttl wirkt nicht gänzlich unzufrieden: "Es war ein Fußballspiel mit vielen Torraumszenen und auch das Ergebnis zeigt, dass es ein Duell auf Augenhöhe war. Unterm Strich ist es ein gerechtes Unentschieden gegen eine Mannschaft, die viel Mentalität gezeigt hat. Wir konnten einen direkten Rivalen um die vorderen Plätze auf Distanz halten."

Überraschungen in der Startelf

Der RB-Trainer zaubert in der Startelf ein paar Überraschungen aus dem Hut: Das Trio Naby Keita, Kevin Kampl und Diego Demme läuft erstmals gemeinsam auf. Kampl rutscht gegen seinen Ex-Verein auf die Zehn, Marcel Sabitzer dafür in den Sturm. Dayot Upamecano plagten Halsschmerzen, deshalb sitzt er auf der Bank. Für ihn beginnt Ibrahima Konate in der Innenverteidigung neben Willi Orban.

Die Gäste nehmen sofort das Heft des Handelns in die Hand. Auch Kevin Kampl lässt sich von Pfiffen der Bayer-Fans an seiner alten Wirkungsstätte nicht beeindrucken. Der Aufwand trägt schnell Früchte. Schon nach zwölf Minuten hält Bayers Verteidiger Mehmedi Sabitzer im Strafraum. Den unumstrittenen Elfmeter verwandelt Timo Werner ohne mit der Wimper zu zucken und erzielt bereits sein siebentes Tor im zehnten Bundesligaspiel.

Leverkusens Drangphase

Nach der Führung veränderte Rollen in der temporeichen Partie: Leverkusen investiert mehr, RBL lauert auf seine berüchtigten Umschaltmomente. Die Gäste setzen vereinzelt Nadelstiche, Gefahr vor dem Tor erzeugen sie allerdings kaum. 35 Minuten hat das Hasenhüttl-Team alles im Griff, dann folgt der Leverkusener-Schlussspurt vor der Pause.

In der 38. Minute vergibt Julian Brandt in brandgefährlicher Position. Nach einem Pass in die Schnittstelle der RB-Abwehr steht der Leverkusener frei vor Gulacsi, der aus dem Tor kommt und damit den Winkel verkürzt. Brandt schießt rechts vorbei. Der Rückschlag dann direkt vor der Pause: Während Keita im Mittelfeld noch am Boden liegt, wird Bailey an der Strafraumkante freigespielt und legt den Ball mit dem Außenrist am herausstürmenden RB-Keeper Gulacsi vorbei in die Maschen. „Es ist ein verdientes 1:1 zur Halbzeit“, sagt Geschäftsführer Oliver Mintzlaff in der Pause bei sky.

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Peter Gulacsi: Bei den Gegentoren ohne Chance, top gegen Volland. Note 2. (@ GEPA Pictures) Zur Galerie
Peter Gulacsi: Bei den Gegentoren ohne Chance, top gegen Volland. Note 2. (@ GEPA Pictures) ©

Zweiter Elfmeter für RB Leipzig

Bayer knüpft in der zweiten Halbzeit dort an, wo sie vorher aufgehört haben: Volland köpft nur Zentimeter am RB-Kasten vorbei. Der frisch eingewechselte Henrichs wird schnell zum entscheidenden Mann: Auf der Torlinie verhindert der Leverkusener mit dem Arm ein Tor. Rote Karte und erneut Elfmeter für die Gäste – diesmal verwandelt Forsberg.

Die überraschende Konsequenz: Trotz einem Mann weniger hat Bayer so viel Frust, dass die Leipziger in der Defensive mächtig ins Schwimmen kommen. Hasenhüttl bringt Augustin für Keita, außerdem Upamecano für den gelbvorbelasteten Orban. Doch RB kann die Überzahl nicht nutzen, gerät immer wieder in Bedrängnis. Absolut verdient der erneute Ausgleich des Gastgebers, den Kevin Volland nach einer Ecke erzielt – es ist auch der Endstand.

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Timo Werner (RB Leipzig): „Wenn du mit elf Mann gegen zehn spielst und führst, ist das Ergebnis bitter. Das erste Tor war bitter, weil wir uns aufregen und nicht weiter spielen. Das zweite Tor fällt wieder mal durch einen Standard, wie schon in Porto. Das sind Fehler, die kann man abstellen. Wenn es blöd läuft, verlierst du hier am Ende sogar noch.“ (@Imago) Zur Galerie
Timo Werner (RB Leipzig): „Wenn du mit elf Mann gegen zehn spielst und führst, ist das Ergebnis bitter. Das erste Tor war bitter, weil wir uns aufregen und nicht weiter spielen. Das zweite Tor fällt wieder mal durch einen Standard, wie schon in Porto. Das sind Fehler, die kann man abstellen. Wenn es blöd läuft, verlierst du hier am Ende sogar noch.“ (@Imago) ©

Die Statistik zum Spiel:

RBL: Gulácsi - Bernardo, Orban (68. Upamecano), Konaté, Halstenberg – Keita (55. Augustin), Demme - Kampl, Forsberg (84. Bruma) - Sabitzer, Werner

Bayer: Leno - Wendell, L. Bender, Tah, Mehmedi (46. Henrichs – 53. Rote Karte) - Aranguiz, Kohr (86. Bellarabi), Havertz - Brandt, Volland (90. Retsos), Bailey

Tore: 0:1Werner (13, Foulelfmeter), 1:1 Bailey (44.), 1:2 Forsberg (Handelfmeter), 2:2 Volland (74.)

Zuschauer: 29.218


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