17. Dezember 2021 / 16:20 Uhr

Trüber Sportwinter für Oschatzer Handball-Frauen und den Nachwuchs

Trüber Sportwinter für Oschatzer Handball-Frauen und den Nachwuchs

Christian Kluge
Leipziger Volkszeitung
Symbolbild Handball Frauen
Den Oschatzer Handballerinnen bleibt derzeit nichts anderes übrig, als abzuwarten. © dpa
Anzeige

Zum zweiten Mal in Folge bremst die Corona-Pandemie den SHV Oschatz aus. Wann es mit dem Spielbetrieb für die Oschatzer Handballerinnen weitergehen kann und die Frauen wieder trainieren dürfen, ist noch nicht absehbar.

Oschatz. Die Oschatzer Handballerinnen durchleben gerade den zweiten trüben Sportwinter. Dabei sind die Frauen samt Nachwuchsmannschaften ordentlich in die Saison 2021/22 in der Bezirksliga Sachsen Mitte gestartet. Die meisten Punktspiele konnten bisher die C-Jugendlichen und die Frauen absolvieren – allerdings mit unterschiedlichem Erfolg. Das Damenteam steht nach vier Partien mit 4:4 Punkten auf Tabellenplatz sieben der zehn Mannschaften.

Anzeige

Immerhin verlief das bisher letzte Spiel der SHV-Frauen am 6. November beim USV TU Dresden II überaus tor- und erfolgreich. Mit 33:22 siegte Oschatz am Ende klar, nachdem es zur Pause nur 15:14 für die Gäste gestanden hatte. Überragend agierte seit fast anderthalb Monaten Lisa Stein, die zwölf Treffer zum Auswärtssieg beisteuerte und in der Torjägerliste der Bezirksliga mit insgesamt 27 Treffern auf Platz vier zu finden ist. Immerhin gelang ihr bisher ein Durchschnitt von 6,75 Toren pro Partie. Die ebenfalls torgefährliche Madeline Wutschke war nur bei drei Spielen dabei, warf aber auch 16 Tore (5,33 im Schnitt). Nicht ganz so gut ist die Oschatzer Siebenmeterbilanz, denn von 14 Strafwürfen landeten nur neun im Tor – eine Quote von lediglich 64 Prozent.

Mehr zum Handball

Die lokale Konkurrenz der SHV-Frauen – die SG Meißen/Riesa III – ist derzeit mit 5:1 Punkten auf Platz fünf zu finden. Die Oschatzerinnen kassierten übrigens nur wenige Zeitstrafen in den bisherigen Spielen. Hier sind Selina Otto und Lara Fiddecke mit jeweils zwei Strafen an der Spitze. Insgesamt gab es auch nur neun Gelbe Karten für das Team, das zuletzt von Petra Zimmermann und Michael Putzmann betreut wurde. Das Duo hatte übrigens beim Sieg in Dresden nur neun Spielerinnen zur Verfügung. Im Bezirkspokal ist unterdessen der Erstrunden-Termin des SHV für den 19. Februar 2022 terminiert worden. Dann soll es gegen den Bezirksliga-Vierten SG Klotzsche II gehen.

Zuschauer fehlen

Das zweite Team der Oschatzer, das ebenfalls vier Punktspiele absolvieren konnte, ist die weibliche C-Jugend. Hier fand die letzte Partie am 16. November in der Rosental-Sporthalle statt. Im Vereinsbericht über dieses Spiel ist auch ein Grund für die 25:36 (8:17)-Heimniederlage angeführt: „Auf Grund der 2G-Regel sahen nur wenige Zuschauer diese Begegnung. Im Nachhinein kann man resümieren, unseren Mädchen hat diese Unterstützung im ersten Abschnitt gefehlt. Es fühlte sich nicht an wie ein Heimspiel.“

In der Bezirksliga-Tabelle steht der SHV-Nachwuchs mit 0:8 Punkten auf dem vorletzten Tabellenplatz. Dahinter folgt nur noch der punktgleiche HSV Weinböhla, der mit 28:90 Treffern ein katastrophales Torverhältnis aufweist. Oschatz steht hier bei 73:102 Toren. Beste Werferinnen des C-Jugend-Teams sind derzeit Annika Wogawa mit 19 Toren und Lene Stiller mit 13. Letztere hat allerdings nur dreimal gespielt, während Wogawa bei allen vier Partien im Einsatz war. Auch hier ein kurzer Blick in die benachbarte Elbestadt: Der Nachwuchs des SC Riesa hat seine zwei Spiele beide gewonnen und ist mit 4:0 Punkten Tabellendritter.

Lange keine Spiele mehr

Wie die Frauen spielte auch die SHV-B-Jugend zuletzt am 6. November beim USV TU Dresden. Oschatz siegte mit 24:20, während der Saisonstart Ende September gegen den TSV Dresden-Bühlau noch mit 16:19 danebengegangen war. Überragende Spielerin beim Erfolg über den USV war Nelly Leßmann mit acht Toren, davon drei verwandelte Siebenmeter. Sie steht in der Torjägerliste mit insgesamt elf Treffern als beste Oschatzerin auf Platz acht. In der Tabelle ist der SHV mit 2:2 Punkten und 40:39 Toren Vierter.


Nun zum jüngsten Nachwuchs. In der E-Jugend-Bezirksliga sind die ersten Spiele aktuell für den 10. April 2022 angesetzt. Dann soll Oschatz gegen den MSV Dresden und den SSV Heidenau antreten. Die D-Jugend durfte immerhin schon zweimal antreten. Am 2. Oktober fand in der Rosental-Sporthalle eine Dreierrunde mit dem SHV, dem SSV Lommatzsch und dem USV TU Dresden statt. Es war ein voller Erfolg für die Gastgeberinnen, die Lommatzsch mit 9:6 und Dresden mit 8:4 besiegten. Als beste Werferinnen taten sich dabei Annika Kuchar und Lia Hausmann hervor, die sieben beziehungsweise fünf Treffer erzielten.

Auf unbestimmte Zeit unterbrochen

Zur derzeitigen Lage schrieb der SHV bereits am 22. November auf seiner Vereinshomepage: „Die aktuelle Corona-Situation lässt momentan nur einen eingeschränkten Trainingsbetrieb zu. Konkret sieht das wie folgt aus: Im Frauenbereich ist derzeit kein Training möglich. Gleiches gilt für Jugendliche über 16 Jahre. Im Nachwuchsbereich bis 16 Jahre können alle Mannschaften regulär trainieren. Voraussetzung ist hier, dass die Kinder und Jugendlichen in der Schule getestet wurden. Wer von der Aussetzung der Schulpflicht Gebrauch macht, muss zum Training einen offiziellen negativen Test vorlegen, um teilnehmen zu können. Für Übungsleiter gilt die 3-G-Regel uneingeschränkt! Ebenso ist es erforderlich, eine Kontaktliste zu führen.“

Ob, wann und wie der Spielbetrieb in Corona-Zeiten fortgesetzt werden kann, ist derzeit noch völlig offen. Die bislang letzte Mitteilung für die Oschatzer Teams stammt vom 16. November. Auf der Homepage des Handball-Verbandes Sachsen (HVS) steht dazu unter anderem: „Der Meisterschafts- und Pokalmeisterschaftsbetrieb der Saison 2021/22 wird im Bereich des Spielbezirkes Sachsen-Mitte, Bezirks- und Kreisebene in allen Altersklassen ab dem 19.11.2021 auf unbestimmte Zeit unterbrochen. Wir werden die Situation mit dem Ziel verfolgen, dass wir den Spielbetrieb - sobald es vertretbar ist - wieder aufnehmen.“ Hoffnungsvollerweise wird das nicht erst am Sankt Nimmerleinstag sein, an dem die Jugend nicht mehr weiß, was ein Ball ist.