17. Oktober 2020 / 15:39 Uhr

TSG-Manager Rosen schimpft nach positiven Corona-Fällen: "Einfach unverantwortlich"

TSG-Manager Rosen schimpft nach positiven Corona-Fällen: "Einfach unverantwortlich"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
 Alexander Rosen wünscht sich bei Länderspiel-Abstellungen in Corona-Zeiten eine klarere Abstimmung der Vereine.
Alexander Rosen wünscht sich bei Länderspiel-Abstellungen in Corona-Zeiten eine klarere Abstimmung der Vereine. © imago images/Michael Weber
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Nach den jüngsten Corona-Fällen in der Bundesliga will Hoffenheims Manager Alexander Rosen eine Debatte über die Abstellungen von Spielern in den Länderspielphasen führen. Es gebe darüber bereits eine Diskussion innerhalb der Liga.

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Die zahlreichen Corona-Fälle in der Bundesliga sorgen weiterhin für Unruhe bei den Vereinen. Vor allem bei Spielern, die in der Länderspielphase für ihre Nationalmannschaften im Einsatz waren, häuften sich in den vergangenen Tagen die positiven Tests. Auch die TSG Hoffenheim ist betroffen, allein drei Spieler fehlten beim Heimspiel gegen Borussia Dortmund, weil sie sich in Quarantäne befinden. Für Manager Alexander Rosen ist das Fass übergelaufen. Er forderte bei Sky nach der Länderspielpause mit unzähligen Fällen Konsequenzen.

"Man muss über diese Abstellungsperiode sprechen. Grundsätzlich ist es etwas Besonderes, für die Nationalmannschaft aufzulaufen. Aber wir sind einfach in besonderen Zeiten", schimpfte der TSG-Chef. "Wenn dann schon Länderspiele stattfinden müssen, dann frage ich mich, was das dritte Spiel innerhalb von sechs Tagen soll. Es ist nicht nur der Fakt, dass uns nun drei Spieler Corona bedingt nicht zur Verfügung stehen, sondern können zwei Spieler, die in allen Spielen Stammspieler waren, nämlich Baumgartner und Dabbur, einfach nicht einsetzen, weil diese Jungs drei Spiele hatten. Beim BVB fehlt Haaland, also was soll das Ganze?" Es fehle die Qualität, "die Klubs bezahlen die Spieler, arbeiten mit allem daran, dass die Abläufe ordnungsgemäß durchgeführt werden und man hat das Gefühl, dass es den Verbänden einfach egal ist, Hauptsache durchgedrückt", so Rosen weiter. "So wie es gelaufen ist, geht es definitiv nicht. Es ist einfach unverantwortlich."

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Es benötige "ein Zeichen, das die Vereine und die DFL gemeinsam setzen müssen", bekräftigte der Sportchef, der die Nationalmannschaftsreisen als solche anzweifelt - die nächste Abstellungsperiode gibt es im November. "Wir müssen intensiver darüber nachdenken, die Jungs nicht abzustellen", sagte Rosen. Das Wort "Boykott" wollte er nicht in den Mund nehmen, stattdessen gehe es "um Abstimmung, um Kommunikation. Da lief schon viel in den vergangenen Tagen".

Rosen betonte auch, dass man im Sinne der Profis handeln müsse, die schließlich die Konsequenzen tragen müssten. "Viele Jungs hatten schon bei der Abreise ein ungutes Gefühl. Es war nicht so, dass sie das Gefühl hatten 'Hurra, wir reisen in der Weltgeschichte umher'." Bei den Hoffenheimern befinden sich Medienberichten zufolge Torjäger Andrej Kramaric, Abwehrspieler Kasim Adams und Pavel Kaderabek in Quarantäne - sie alle fehlten in der TSG-Aufstellung gegen Dortmund.

Hertha-Manager Preetz: "Vereine müssen die Zeche zahlen"

Ähnlich kritisch hatten sich zuletzt auch andere Offizielle der Bundesliga geäußert, unter anderem Sport-Geschäftsführer Michael Preetz von Hertha BSC, der mit Neuzugang Matteo Guendouzi ebenfalls einen positiven Corona-Fall zu beklagen hatte. "Die Vereine müssen die Zeche bezahlen für alles, was in dieser Zeit passiert", sagte der Ex-Profi mit Blick auf die jüngsten Fälle", erklärte Preetz am Donnerstag. "Wir wissen, dass sich an jedem Standort maximal bemüht wird, die Hygiene- und Abstandregeln einzuhalten", räumte Preetz ein, der allerdings betonte, dass "Reisen und Aufeinandertreffen zusätzlich riskant" seien. Der nächste Länderspiel-Zeitraum im November "wird sicherlich kritisch beäugt", stellte Preetz angesichts zunehmend steigender Infektionszahlen heraus und ergänzte: "Es wird nochmal über den Sinn der Abstellungsperiode diskutiert werden." Allerdings habe er auch Verständnis für die Verbände.

Um Verständnis für DFB & Co. warb auch Ex-Nationalspieler Dietmar Hamann. "Die Verbände haben auch Verpflichtungen, dass sie eine gewisse Anzahl von Spielen haben müssen", sagte er bei Sky. Das darf man nicht vergessen. Es dreht sich nicht alles um die Klubs."