18. Juli 2022 / 09:22 Uhr

Umbruch light: Wie Trainer André Breitenreiter die TSG Hoffenheim zurück in die Spur führen will

Umbruch light: Wie Trainer André Breitenreiter die TSG Hoffenheim zurück in die Spur führen will

Tobias Manzke
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Unter Trainer André Breitenreiter hofft man bei der TSG auf eine bessere Saison.
Unter Trainer André Breitenreiter hofft man bei der TSG auf eine bessere Saison. © IMAGO/Jan Huebner (Montage)
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Nach einer enttäuschenden Saison wagt die TSG Hoffenheim den Umbruch – zumindest auf der Trainerbank. André Breitenreiter soll mit einem nur punktuell verstärkten Kader zurück in die Erfolgsspur finden. Doch es gibt Hürden.

Der Frust saß tief bei Dietmar Hopp. Der Mäzen der TSG Hoffenheim war bedient zum Abschluss der vergangenen Saison. "Das 0:0 gegen Fürth, das war unentschuldbar. Die drei letzten Spiele waren inakzeptabel, das 1:5 in Gladbach sogar peinlich", zürnte der 82-Jährige. Die Konsequenz: Neuaufbau in Sinsheim. Trainer Sebastian Hoeneß musste gehen. Nach Platz fünf zum Abschluss der Hinrunde in der Bundesliga mit 28 Punkten, aber nur 18 Zählern in der zweiten Saisonhälfte und dem Absturz auf Platz neun hatte Hopp die Nase voll. "Ich bleibe dabei, dass wir das Potenzial haben, zu den sechs besten Mannschaften der Liga zu gehören", so der Finanzier des Klubs.

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Dahin soll jetzt André Breitenreiter das Team führen. Der Ex-Schalke-Trainer war nach seinem Aus bei Hannover 96 zweieinhalb Jahre ohne Job, übernahm im letzten Sommer den FC Zürich in der Schweiz, wurde auf Anhieb Meister. Sein Vorteil: Mit Machtmenschen kennt er sich aus. Auf Schalke thronte Clemens Tönnies über allen anderen, in Hannover musste er unter Alleinherrscher Martin Kind arbeiten, der übrigens ein gutes Verhältnis zu Hopp pflegt. "Ich habe überall große Persönlichkeiten erlebt in der Führung", sagt Breitenreiter, "diese Persönlichkeiten dürfen alles sagen, was sie wollen. Das ist ihr gutes Recht. Das ist ambitioniert, aber auch ich bin ambitioniert und möchte maximalen Erfolg."

Der Umbruch, den die TSG dafür bisher vollzogen hat, ist allerdings minimalistisch. Die Mittelfeldspieler Finn Ole Becker (St. Pauli) und Grischa Prömel (Union Berlin) kamen ablösefrei. Ob und was dazu noch auf dem Transfermarkt passiert, wird davon abhängen, ob der umworbene Nationalspieler David Raum die TSG noch verlässt – der BVB hat starkes Interesse. Ein Verkauf des Linksverteidigers (Vertrag bis 2026) dürfte rund 30 Millionen Euro bringen.

Breitenreiter wird es allerdings lieber sein, wenn andere Spieler den XXL-Kader durch einen Wechsel ausdünnen. Mit 30 Profis ist zu viel Betrieb auf dem Rasen, die neue Taktik lässt sich dadurch nur schleppend umsetzen. Der TSG-Trainer steht für frühes Pressing in des Gegners Hälfte, was sehr laufintensiv ist, dazu fordert er gradliniges Spiel. "Wir wollen mutig auftreten und uns viele Torchancen erspielen", erklärte der Trainer. "Wir wollen Spaß verbreiten. Die Mannschaft soll mit Herz, Mut und Mentalität auftreten."

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Viel hängt bei der TSG an Kramaric

Diese Attribute muss Breitenreiter auch seinem Topstürmer Andrej Krmaric wieder einimpfen. Von dem Torjäger wird mit abhängen, ob die TSG ihre Ziele erreichen kann. In der vergangenen Saison enttäuschte Krmaric mit nur sechs Treffern, in der Saison davor waren es noch 20. Breitenreiter dürfte bei dem Neustart entsprechenden Kredit haben. Wenn sich allerdings Machtmensch Hopp zu sportlichen Belangen äußern sollte, weiß er aus Erfahrung, was die Stunde geschlagen hat.

Prognose des Autors: Hoffenheim wird eine stabile Saison ohne große Schwankungen spielen. Für Europa reicht es aber nicht, dafür ist die Konkurrenz deutlich besser besetzt.

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