25. März 2019 / 11:47 Uhr

TSG Osterholz-Gödestorf gewinnt "Grottenkick"

TSG Osterholz-Gödestorf gewinnt "Grottenkick"

Niklas Golitschek
Weser-Kurier
Omar Atris (am Ball) erzielte für die TSG Osterholz-Gödestorf den Siegtreffer gegen den TSV Ristedt.
Omar Atris (am Ball) erzielte für die TSG Osterholz-Gödestorf den Siegtreffer gegen den TSV Ristedt. © Niklas Golitschek
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Kreisligist setzt sich mit 1:0 gegen den TSV Ristedt durch

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Viel Ansehnliches hatte dieses Kellerduell nicht zu bieten. Ein bisschen wirkte es wie Not gegen Elend, als der Fußball-Kreisligist TSG Osterholz-Gödestorf am vergangenen Sonntag den TSV Ristedt zum Rückspiel bat. Dass sich die Gastgeber dank des Treffers von Omar Atris in der 73. Minute mit 1:0 (0:0) durchsetzten, war lange nicht abzusehen.

"Das war ein Grottenkick mit dem besseren Ende für uns", bilanzierte dann auch TSG-Trainer Karsten Köitsch. Gewiss: Der Platz war alles andere als eben und nicht einfach zu bespielen. Doch die technischen und spielerischen Unzulänglichkeiten ließen sich dabei nur bedingt erklären. Sinnbildlich dafür stand etwa ein Freistoß Adrians Pielmeiers an der Mittellinie, der Gödestorfer rutschte weg und das Spielgerät flog ins Toraus. Szenen wie diese gab es viel zu oft, als dass ein wirklicher Spielfluss hätte Zustandekommen können. Völlig ohne Not und unbedrängt schlugen die Hausherren von Beginn an immer wieder lange Bälle und probierten sich trotz mehr Spielanteilen gar nicht recht an einem gefährlichen Spielaufbau. Die Ristedter dagegen wussten mit solchen Geschenken nur wenig anzufangen und setzten immer wieder Pässe ins Aus oder ließen sich ablaufen. Die Torgefahr der Gäste beschränkte sich auf einen über den Querbalken geköpften Ball durch Kennet-Eric Heise, der bei der Flanke Tristan Hoffmanns frei im Zentrum stand und sich hätte besser orientieren können (40.).

Elfmeter verschossen

Ein früher Treffer hätte dem Derby womöglich mehr Leben eingehaucht und wenigstens eines der Teams leidenschaftlicher auftreten lassen. Doch selbst einen Foulelfmeter verwertete Malte Garlich nicht – ins untere Eck gezielt, parierte TSV-Keeper Lukas Wickbrand reaktionsschnell. Wenn es denn einmal in ernstzunehmende Zweikämpfe ging, wurden diese auch hart geführt. Mangels Laufbereitschaft beider Mannschaften blieben solche Situationen allerdings Mangelware. Besonders der Köitsch-Elf mangelte es bei den höheren Spielanteilen an Kreativität in den Angriffsaktionen.

Nachdem sich die Ristedter vor der Pause noch einmal etwas aufgebäumt hatten und nach Heises Chance durchaus hätten Selbstvertrauen tanken können, fielen sie nach dem Seitenwechsel wieder zunehmend in die Passivität zurück. Es dauerte noch rund 15 Minuten, bis sich die TSG endlich ein Herz nahm und auch die Strafraumszenen suchte. Insbesondere Malte Garlich auf der linken Seite, Frank Weseloh im Zentrum und Omar Atris im Angriff rückten dann weiter auf und bedrängten ihre Gegner zunehmend. So war es auch nur wenig verwunderlich, dass zunächst Garlich abzog und Atris erst im Nachschuss den Siegtreffer erzielte. Den ersten Versuch hatte Lukas Wickbrand noch abgewehrt, war dann allerdings machtlos. Vor weitere ernsthafte Aufgaben wurde er nicht gestellt.

Sportlich fair zeigte sich nach Abpfiff Ristedt-Trainer Bernd Schebitz. "Wir haben verdient verloren, für uns reicht das nicht", bilanzierte er. Vorwürfe wollte er seiner Mannschaft derweil nicht machen, viel mehr zeigte er sich zufrieden mit der Einstellung, die sie an den Tag legte: "Mir war wichtig, dass die Jungs sich nicht aufgeben. Sie haben gekämpft und das gegeben, was sie konnten." Letztlich stünden beide Mannschaften zurecht am Ende der Tabelle, den Ristedtern fehlt es laut Schebitz vor allem an Qualität in der Offensive. Wenn schon nicht viele Chancen erspielt werden, müssten eben die wenigen genutzt werden. Ein Punkt und zwölf Treffer in 19 Partien zeigen jedoch, dass das nicht der Fall ist.

Auf der anderen Seite darf nun langsam Hoffnung geschöpft werden, doch noch den Sprung aus der roten Zone zu schaffen. Sechs Punkte fehlen der TSG derzeit auf den FC Sulingen II. "Ich drücke Kalle die Daumen, dass sie den Anschluss schaffen", sagte Schebitz kollegial – für sein Team besteht dafür keine Hoffnung mehr. Das Wort Klassenerhalt ist von den Gödestorfern allerdings auch noch nicht zu vernehmen. "Ziel ist, vor Ristedt zu bleiben", sagte Köitsch.

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