01. Juni 2018 / 01:27 Uhr

TSV 1860 Stralsund: Auf dem Weg zum größten Sportverein

TSV 1860 Stralsund: Auf dem Weg zum größten Sportverein

Wenke Büssow-Krämer
Ostsee-Zeitung
Nach der Fusion wird hier eine andere Fahne wehen – der Name des Stadions aber bleibt. Primus Immobilen unterstützt auch weiterhin den Stralsunder Fußball und bleibt Namensgeber.
Nach der Fusion wird hier eine andere Fahne wehen – der Name des Stadions aber bleibt. Primus Immobilen unterstützt auch weiterhin den Stralsunder Fußball und bleibt Namensgeber. © Wenke Büssow-Krämer
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Für FC Pommern und Stralsunder FC bricht der letzte Monat vor der Fusion mit dem TSV 1860 an / FC Hansa Rostock kommt am 30. Juni zum Freundschaftspiel.

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Stralsund. Die Tage sind gezählt und die Vereine vorbereitet. Den FC Pommern Stralsund und den Stralsunder FC wird es ab dem 1.Juli nicht mehr geben. Die mehr als 500 Mitglieder der beiden Vereine, wie auch die etwa 45 Trainer der insgesamt 21 Fußballmannschaften gehören dann dem TSV1860 Stralsund an. Mit den dann 1300 Mitgliedern wird der TSV zum größten Sportverein Vorpommerns. „Wir haben die Vergangenheit aufgearbeitet und blicken in die Zukunft“, sagt Bert Linke, amtierender Präsident des FC Pommern Stralsund, über die letzten Wochen.

Während die Teams der Vereine derzeit in den letzten Spielen noch alles für einen planmäßigen Saisonabschluss geben, befinden sich an anderer Stelle bereits 42 Trikotsätze im Auftrag. „Wir freuen uns, dass wir demnächst dasselbe Ziel haben“, sagt Heiko Gernetzki, stellvertretender Vorsitzender des Stralsunder FC. „Während die Duelle der Vereine früher besonders hitzig waren, hat man sich in letzter Zeit schon gegenseitig angefeuert. Eigentlich ist hier bereits etwas zusammengewachsen. Es fehlt nur noch der gemeinsame Name“, so der 40-Jährige, der in Zukunft auch beim TSV im Vorstand mitarbeiten wird.

Statt eines Auftretens als Konkurrenten wird nun an gemeinsamen Zielen gearbeitet. „Es gab einige Gräben zwischen den Vereinen. Aber wir haben eifrig daran gearbeitet, das auszubügeln“, meint Bert Linke. Als eine Einheit fällt das Gerangel um Platzzeiten, Sponsoren und auch Spieler aus. „Ein Hauptziel ist, den Stralsunder Fußball besser zu machen und sich nicht gegenseitig die Talente weg zunehmen“, sagt Heiko Gernetzki. „Stattdessen haben wir einen besseren Draht zur Stadt, als nur ein Ansprechpartner. Zielorientierter, professioneller und auf breitere Schultern verteilt“, stellt sich Linke die Arbeit im Stralsunder Fußball in Zukunft vor. „Beim TSV finden wir dafür schon Strukturen, in die wir uns einbringen können.“

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In den nächsten Jahren wollen die Fußballer vor allem an der Ausbildung des Nachwuchses arbeiten. „Wir wollen gesunden Fußball, mit Spielern aus der Region, die auch hier bleiben“, so Linke. Zu oft verlassen talentierte Sportler die Heimat nach der Schule oder Studium und gehen dem Verein damit verloren. Mit der Unterstützung starker Partner sollen Spieler auf der Ausbildungsplatz- und Jobsuche hier gehalten werden.

Nach ersten Gesprächen in den letzten Monaten ist nun auch sicher, dass Primus Immobilien dem Stralsunder Fußball weiter verbunden bleibt. „Somit bleibt auch der Stadionname weiter bestehen“, sagt Bert Linke. „Auch wollen wir zukünftig enger in Verbindung stehen.“ In den nächsten Wochen werden die Teams für die neue Saison aufgestellt. Die Gespräche mit den Trainern der beiden Vereine sind bereits abgeschlossen, um die Verantwortlichkeiten festzulegen. „Die neuen Mitgliedsverträge für alle Spieler sind schon rausgegangen oder kommen demnächst. Ansonsten kann man uns gern ansprechen“, berichtet Linke. Die Verantwortlichen sehen sich für einen reibungslosen Trainingsstart in den Farben des TSV gewappnet. „Weitere Trainer und sonstige Ehrenamtliche, die sich in dem neuen Club engagieren möchten, sind auch weiterhin gern gesehen“, betont Linke.

Der letzte Tag als FC Pommern und Stralsunder FC soll jedoch noch würdig begangen werden. Zu einem Freundschaftsspiel wird am 30. Juni der FC Hansa Rostock um 16 Uhr in der Primus-Arena erwartet. An der Vorbereitung arbeiten bereits beide Vereine Hand in Hand zusammen. „Die Karten sind bestellt und die Plakate sind im Druck“, bestätigt Gernetzki.

Vor der Partie der Herren treten um 13 Uhr die zukünftigen Vereinskameraden der A-Junioren des FC Pommern Stralsund und des Stralsunder FC ein letztes Mal gegeneinander an. „Zum Ende des FCP freuen wir uns auf solch ein Highlight“, sagt Linke. Erfahrungen in der Vorbereitung solcher Fußballevents haben die Organisatoren noch aus der letzten Pokalbegegnung. „Wir arbeiten da eng mit den Behörden zusammen. Das Spiel ist angemeldet. Die Absicherung liegt dann im Ermessen der Polizei.“