07. Januar 2021 / 15:39 Uhr

TSV 1906 Burkartshain: Gründungsmitglied und Dauerbrenner der Kreisoberliga

TSV 1906 Burkartshain: Gründungsmitglied und Dauerbrenner der Kreisoberliga

Heiko Henschel
Leipziger Volkszeitung
Martin Fischer Burkartshain schirmt Ball ab
Martin Fischer und der TSV Burkartshain wollen bald wieder auf dem Platz für Akzente sorgen. © Bettina Finke
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Sportlich läuft es in Burkartshain. Damit das auch nach dem Corona-Lockdown so bleibt sollen sich die Spieler möglichst fit halten, um unnötige Speckansammlungen zu vermeiden. Zudem hofft man zum 115. Geburtstag des Vereins in diesem Jahr mit einem prickelnden Getränk anstoßen zu können.

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Burkartshain. Das gepflegte Sportgelände an der Diesterwegstraße, die Turnhalle, das Freibad. Burkartshain ist klein, aber fein und richtig sportlich obendrein. Der etwa 600 Einwohner zählende Wurzener Ortsteil hat mit seinem TSV 1906 einen äußerst wichtigen Anlaufpunkt auf der Ebene des gesellschaftlichen Miteinanders. Die grün-weißen Fußballer sind sozusagen mittendrin statt nur dabei und außerdem ziemlich erfolgreich unterwegs. Vor allem die erste Männermannschaft hat als Gründungsmitglied und Dauerbrenner der Kreisoberliga das Dorf längst überregional zu einem Qualitätssiegel gemacht. Doch auch die Existenz von aktuell fünf Nachwuchsmannschaften ist aller Ehren wert, wobei im Großfeldbereich Spielgemeinschaften mit dem FSV Blau-Weiß Wermsdorf und dem FSV Luppa (beide Nordsachsen) sowie dem Muldentaler Nachbarn SV Blau-Weiß Bennewitz gebildet werden.

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Momentan allerdings sind sämtliche Teams wegen der Corona-Pandemie eigentlich zur Untätigkeit verurteilt. Was jedoch keineswegs in Nichtstun ausarten soll, denn während der Zwangspause Speck anzusetzen ist absolut unerwünscht. Deshalb macht sich Maik Lichtenberger als Herrenverantwortlicher im Verein und Trainer der auf dem 9. Platz des Klassements rangierenden Kreisoberligatruppe keine allzu großen Sorgen um den konditionellen Zustand seiner Schützlinge: „Die Jungs halten sich fit, davon bin ich felsenfest überzeugt. Sie tun das, was den Umständen entsprechend machbar ist. Und sie werden wohl noch ein Weilchen individuell tätig sein müssen, denn eher als Mitte oder Ende Februar rechne ich nicht mit dem Wiedereinstieg in den Trainingsbetrieb. Denn dass es noch vor der Faschingszeit zu nennenswerten Lockerungen kommt, ist sehr unwahrscheinlich.“

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Der mit höherklassiger Erfahrung als Spieler in Grimma und Sermuth ausgestattete Burkartshainer Coach gibt allerdings unumwunden zu, einem totalen Lockdown im Sport wenig abgewinnen zu können: „Ich bin wirklich kein Freund eines kompletten Stillstandes, aber wir befinden uns halt am Ende der Nahrungskette. Hoffentlich wird 2021 ein besseres Jahr für die Amateurkicker. Vor allem den schon etwas älteren Akteuren droht praktisch die nächste verlorene Saison. Das ist eine eingebüßte Zeit, die nie wieder kommt. Zudem besteht die Gefahr, dass der eine oder andere Sportfreund aus Bequemlichkeit gar nicht in den regelmäßigen Vereinssport zurück kehrt. Das würde erhebliche Lücken in die häufig ohnehin bereits dünnen Personaldecken reißen.“

„Hoffen auf baldige Normalität in allen Bereichen“

Ein Patentrezept für die Fortführung der Punktspielserie nach einem Re-Start hat Lichtenberger verständlicherweise wie viele seiner Innungskollegen nicht auf Lager: „Ein sportlicher Abschluss der Saison ist mit Sicherheit ein erstrebenswertes Modell. Mit Aufsteigern und auch mit Absteigern, weil die Staffeln ansonsten mit über 20 Teams irgendwann aus den Nähten platzen würden. Eine komplette Annullierung des Spieljahres wäre die zweite Variante, doch natürlich keinesfalls im Sinne des Erfinders.“ Schließlich will der TSV sein 10-jähriges Kreisoberliga-Jubiläum mit einem echten Klassenerhalt garnieren. Die steile Karriere der Burkartshainer hin zum Markenprodukt begann vor reichlich zwei Jahrzehnten übrigens auf recht kuriose Art und Weise, als man sich quasi durch die Hintertür in Richtung der Treppe nach oben quetschen musste. Weil sämtliche davor platzierten Mannschaften entweder auf einen Aufstieg verzichtet hatten oder schlicht nicht dazu berechtigt waren, wurde anno 2000 unter Coach Volkmar Heller als Kreisklasse-Achter (!) der Sprung in die damalige Muldental-Liga ermöglicht.


Dort erkämpfte sich der FSV fortan zumeist vordere Platzierungen, bevor elf Jahre später mit dem souverän errungenen Meistertitel in der Kreisliga A-Nord pünktlich zum Start der neuen Kreisoberliga der große Wurf gelang. Präsident Andreas Hartmann sieht den Verein und das Umfeld trotz aller Schwierigkeiten auf jeden Fall für die kommenden Aufgaben gerüstet: „Unser Rasenplatz hat sich prächtig erholt, wenigstens in dieser Beziehung ist die Auszeit für etwas nütze. Wir haben die Tornetze vorübergehend hoch gehangen, weil Kinder aus dem Ort gern auf dem heiligen Grün bolzen. Allerdings ist für solche Zwecke der Hartplatz nebenan vorgesehen. Und im Sportler-Heim sind wir hinsichtlich Modernisierungsbedarf total auf dem Laufenden.“ Bleibt also Gelegenheit für die Corona unabhängigen Tätigkeiten, so erledigt der Chef in diesen Tagen die jährliche Bestandserhebung. Ganz ohne Stress und dennoch voller Ungeduld: „Wir harren der Dinge und hoffen auf baldige Normalität in allen Bereichen.“ Schließlich soll auch beim TSV Burkartshain 1906 so schnell wie möglich wieder Leben in der Bude herrschen. Gerade im Jahr des 115. Vereinsgeburtstages, auf den man unbedingt gemeinsam und unbeschwert mit einem Gläschen Sekt anstoßen möchte.