03. November 2019 / 17:30 Uhr

"Fußball war nebensächlich": TSV Barsinghausen gewinnt für verstorbenes Mitglied

"Fußball war nebensächlich": TSV Barsinghausen gewinnt für verstorbenes Mitglied

Jens Niggemeyer
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Mach et jot, Jong! Der TSV Barsinghausen trauert um Erk Bratke.
Mach et jot, Jong! Der TSV Barsinghausen trauert um Erk Bratke. © deisterpics/Stefan Zwing
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Diesen Sieg hat der TSV Barsinghausen für Erk Bratke eingefahren: Das Vereinsmitglied ist überraschend verstorben, die Trauer am Deister riesengroß. Beim Heimspiel gegen den Heeßeler SV war viel Wehmut dabei, wie es Ko-Trainer Markus Grajewski ausdrückte. Das 6:1 stand völlig im Hintergrund. 

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Dass dieses Landesliga-Duell zwischen dem TSV Barsinghausen und dem Heeßeler SV kein normales Spiel gewesen ist, hat nicht nur die Gedenkminuten vor dem Anpfiff erkennen lassen. Denn der überraschende Tod des TSV-Urgesteins Erk Bratke hat sowohl beim Trainerteam und den Spielern als auch bei den Fans Spuren hinterlassen.

„Für alle, die ihn kennen, war Erk der TSV Barsinghausen“

„Fußball war heute im Grunde nebensächlich“, gab Ko-Trainer Markus Grajewski nach dem 6:1-Erfolg zu. „Als Erks Frau und Sohn die Anlage betreten haben, war das emotional ein ganz besonderes Moment. Riesenrespekt für die beiden.“ Die Mannschaft habe auch für Bratke gewonnen. „Für alle, die ihn kennen, war Erk der TSV Barsinghausen.“

Und dass Mittelfeldroutinier Dennis Mehrkens nach seinem Treffer zum 3:1 zu den Fans gegangen sei und diesen Treffer mit den Worten „Für Erk Bratke!“ dem Verstorbenen gewidmet habe, sei spürbar aus dem Herzen gekommen. Der Routinier habe in diesem Moment für viele gesprochen. „Heute war viel Wehmut dabei“, so Grajewski.

Bilder vom Spiel der Landesliga zwischen dem TSV Barsinghausen und Heeßeler SV

Beide Teams applaudieren dem verstorbenen Barsinghausener Erk Bratke. Zur Galerie
Beide Teams applaudieren dem verstorbenen Barsinghausener Erk Bratke. ©
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"Die Barsinghäuser haben verdient gewonnen, weil sie ihre Chancen genutzt haben"

Die Geschichte des Spieles an sich ist schnell erzählt. Und der Heeßeler Manager Ralf Rohden hat sie treffend zusammengefasst: „Für uns war es ein gebrauchter Tag. Die Barsinghäuser haben verdient gewonnen: Vor allem weil sie ihren Chancen genutzt haben und wir nicht.“

Die Gastgeber begannen stark und legten durch Patrik Müller (9.) und Noah Herhaus (19) rasch eine Zwei-Tore-Führung vor. „Danach hat die Mannschaft einen Ganz zurück geschaltet, wirkte etwas passiv und schläfrig“, so Grajewski.

Er mochte aber auch nicht ausschließen, dass nicht jeder der Spieler mit seinen Gedanken voll beim Spiel gewesen sei. „Es war einfach eine ganz beschissene Woche und ein sehr schwieriges Spiel.“ Die Heeßeler kamen in der Folge bis zur Pause etwas auf, spielten ganz ansehnlichen Fußball und kamen nach Standardsituationen auch zu drei gefährlichen Offensivaktionen, die jedoch verpufften.

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Barsinghausens Lennart Dudek bringt Zug in die Partie

Mit der Einwechslung von Lennart Dudek wollte der Barsinghäuser Coach Dennis Herrmann wieder für etwas mehr Stabilität, Präsenz und Biss im Mittelgeld sorgen. „Danach war wieder mehr Zug drin“, so Grajewski. Dennoch kamen die Gäste durch einen Strafstoß von Berkan Canbaz, der zuvor von Dominik Hänel gefoult worden war, zum Anschlusstreffer (60.). Die schnelle Antwort des TSV durch Mehrkens Tor unmittelbar nach seiner Einwechslung (64.) entschied die Partie dann jedoch vorzeitig.

Zwar erspielte sich auch der HSV noch zwei gute Möglichkeiten, doch zu einem weiteren Tor reichte es nicht. Im Gegenteil: Florian Nolte (77.) und Luca Triebsch (81., 90.) machten für den Klasseneuling das halbe Dutzend voll.

"Der Jubel fiel eher respektvoll aus"

„Wir haben nach der Halbzeit versucht, die Schlagzahl hochzuhalten“, resümierte der Ko-Trainer des TSV. Das sei gelungen – und der Sieg letztlich auch absolut verdient. „Der Jubel – auch nach den Toren – fiel allerdings eher respektvoll aus.“ Wie gesagt: Es war kein gewöhnliches Fußballspiel, doch Erk Bratke hätten vielleicht dennoch seine Freude daran gehabt…

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