11. Oktober 2020 / 18:37 Uhr

"Barsinghausen schläft weiter": TSV kassiert gegen Eldagsen erneut frühe Treffer

"Barsinghausen schläft weiter": TSV kassiert gegen Eldagsen erneut frühe Treffer

Jens Niggemeyer
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Eldagsens Björn Graw dreht nach seinem Treffer zum 2:0 jubelnd ab.
Eldagsens Björn Graw dreht nach seinem Treffer zum 2:0 jubelnd ab. © deisterpics/Stefan Zwing
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"Wie schon in Wunstorf und Evesen fressen wir schnelle Gegentore - und dann läufst du der Musik hinterher", haderte Markus Grajewski, Ko-Trainer des TSV Barsinghausen nach dem 1:3 gegen den FC Eldagsen. Zu mehr als dem Ehrentreffer durch Mustafa Cinar reichte es nicht.

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Nach dem 1:3 des Landesligisten TSV Barsinghausen gegen den FC Eldagsen gab es hüben wie drüben nicht wirklich Zweifel an der Berechtigung des Gästesieges. „Man könnte unsere Anfangsphase erneut so zusammenfassen: Der TSV Barsinghausen schläft weiter“, nahm Ko-Trainer Markus Grajewski die Sache mit Galgenhumor. „Wie schon in Wunstorf und Evesen fressen wir schnelle Gegentore – und dann läufst du der Musik hinterher.“ Zudem hake es derzeit vor allem im letzten Drittel: „Unsere Aktionen sind nicht zwingend und zielführend genug.“

Eldagsens Coach Holger Gehrmann zeigte sich unterm Strich zufrieden: „Ich finde, dass wir in den ersten 30 Minuten richtig gut gespielt haben. Wir hatten einige Offensivaktionen und defensiv alles im Griff.“ In der Viertelstunde vor der Pause habe man sich von der Hektik und Unruhe, die primär von der Gegenseite ausgegangen sei, etwas anstecken lassen. „Die Barsinghäuser versuchten, über die Emotionen ins Spiel zurückzukommen.“

Bilder vom Spiel der Landesliga Süd zwischen dem TSV Barsinghausen und FC Eldagsen

Barsinghausens Robert Just setzt im Luftduell den Arm gegen Eldagsens Jan Pinkerneil ein. Zur Galerie
Barsinghausens Robert Just setzt im Luftduell den Arm gegen Eldagsens Jan Pinkerneil ein. ©

Alles in allem sei seine Mannschaft jedoch nicht „dolle in Not gekommen“. Einziger wirklicher Kritikpunkt: „Wenn wir unsere Überzahlsituationen sauber zu Ende spielen, bleibt es nicht beim 3:1. Wir hätten den Deckel früher draufschrauben können.“

Wer weiß, wie es gelaufen wäre, wenn...

Die erste Chance des Spieles hatten allerdings die Hausherren, als Robert Just eine Hereingabe von Atakan Cicin nur knapp verpasste (3.). Doch dann sorgten die Eldagser binnen vier Minuten für klare Verhältnisse: Nach einer nicht konsequent geklärten Standardsituation wurde der Ball per Kopf auf Lauri Schwitalla abgelegt, der aus Nahdistanz zum 1:0 traf (14.). Kurz darauf bediente Niklas Dorf mustergültig Björn Graw, der den zweiten Treffer folgen ließ (18.).

Angetrieben vom bärenstarken Jan Pinkerneil, der in der Mittelfeldschaltzentrale mit Zweikampfhärte und Passsicherheit glänzte, ließen die Eldagser aus dem Spiel heraus kaum etwas anbrennen und kamen selbst immer wieder zu vielversprechenden Angriffen. Aufseiten der Gastgeber gab es dagegen außer zwei direkten Freistößen von Robert Just, die Patrick Bürst parierte, und einer weiteren Szene im Anschluss an einen ruhenden Ball, in der Just noch einmal am Eldagser Keeper scheiterte, keine nennenswerten Offensivaktionen mehr.

"Unterm Strich habe ich aber nicht viel zu meckern"

Nach dem Wechsel nutzten die Gäste einen Fehlpass des jungen Ezan Hajrullahu eiskalt zum 3:0: Niklas Dorf bediente gedankenschnell und präzise José Ruben Pérez, der für die Vorentscheidung sorgte (50.). Zwar gelang dem TSV nach einem zu kurz geratenen Rückpass von Nicolas Grupe durch Mustafa Cinar das 1:3 (59.), aber zu mehr reichte es nicht. Zum einen, weil Kapitän Florian Nolte Gelb-Rot sah und vorzeitig vom Platz musste (70.), zum anderen, weil die Barsinghäuser zwar nicht aufsteckten, aber insgesamt zu ungefährlich blieben.

Anders die Gäste, die gleich mehrfach Überzahlsituationen nicht konsequent zum Abschluss brachten. Der Höhepunkt: „Wenn wir mit drei Mann auf den Keeper laufen, sollte der Ball schon mal im Tor landen“, ärgerte sich Gehrmann zumindest ein kleines bisschen. „Unterm Strich habe ich aber nicht viel zu meckern.“