23. Juli 2020 / 07:54 Uhr

Auch Dennis Mehrkens weg: TSV Barsinghausen steht vor einer schwierigen Saison

Auch Dennis Mehrkens weg: TSV Barsinghausen steht vor einer schwierigen Saison

Jens Niggemeyer
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Dennis Mehrkens (vorn, gegen Michael Owusu vom OSV) hat sich dem TSV Goltern angeschlossen.
Dennis Mehrkens (vorn, gegen Michael Owusu vom OSV) hat sich dem TSV Goltern angeschlossen. © Debbie Jayne Kinsey
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Nach Tobias Kienlin (Egestorf) und Marvin Körber (wird Manager) hat der TSV Barsinghausen eine weitere Stütze verloren. Routinier Dennis Mehrkens tritt kürzer und wechselt nach Goltern in die Kreisliga. "Es wird schwieriger als im ersten Jahr", weiß Dennis Herrmann, Trainer des Landesligisten. 

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Beim Landesligisten TSV Barsinghausen wird es einen kleinen Umbruch geben. Nach 14 respektive zwölf Jahren im Trikot der ersten Mannschaft werden Marvin Körber (32 Jahre) und Dennis Mehrkens (31) dem Team künftig nicht mehr zur Verfügung stehen. Körber übernimmt die Managerfunktion und steht nur noch für den Notfall auf dem Rasen zur Verfügung, Mehrkens ist laut Coach Dennis Herrmann „beruflich stark eingespannt, Vater zweier kleiner Kinder und will deshalb kürzertreten.“ Er wechselt zum TSV Goltern.

"Wir hatten eigentlich mit ihm geplant"

„Bei Marvin wussten wir Bescheid, die Entscheidung von Dennis hat uns überrascht. Wir hatten eigentlich mit ihm geplant“, sagt Herrmann. Er sei sich aber sicher, dass Mehrkens bald in irgendeiner Funktion zurückkehren werde: „Der TSV Barsinghausen ist sein Verein.“

Da auch Kapitän Tobias Kienlin nach vier Jahren beim TSV mit dem Wechsel zum Erzrivalen 1. FC Germania Egestorf/Langreder den nächsten sportlichen Entwicklungsschritt macht und Tobias Zak („Dieser Spielertyp fehlt uns im Kader“) sowie Marvin Bialucha eine Pause einlegen, fällt das Urteil des Coaches realistisch aus: „Wir haben auf jeden Fall Qualität verloren. Also wird es in der nächsten Saison schwieriger als im ersten Jahr.“

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Bange ist Herrmann aber nicht. Es gebe mit Marcel Dunsing, André Brockmann, Robert Just, Alexander Wissel sowie den Keepern Kai Witt und Kevin Kitsch etablierte Führungskräfte. „Und wir haben mit Spielern wie Luca Triebsch, Pascal Martin, Volkan Culha und Lennart Dudek oder den Youngstern Florian Nolte, Noah Herhaus, Mustafa Cinar und Dominik Hänel etliche Jungs, die jetzt gefordert sind.“ Die gerissene Lücke böte jetzt vielen die Chance, sich weiterzuentwickeln. „Einige Indianer werden künftig Häuptlingspositionen besetzen.“

Entscheidungen stehen an

Bislang gibt es mit Jona Weißenberg nur einen „Neuen“. Nach einem Jahr Pause mischt er wieder mit. „Jona kann wieder regelmäßig trainieren, wird sich aber steigern müssen. Natürlich fehlen ihm Spielpraxis und Wettkampferfahrung, aber das Potenzial hat er“, sagt Herrmann. Außerdem würden derzeit noch Gespräche mit zwei externen Kandidaten geführt. Dabei handele es sich um einen Mann für die Außenbahn und einen zentralen Mittelfeldspieler. „Das wird sich in den nächsten Tagen entscheiden.“

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Primäres Ziel müsse es sein, die Klasse zu halten. „Grundsätzlich wollen wir uns aber auf Sicht in der Landesliga festsetzen.“ In der vergangenen Spielzeit habe vieles schon ganz gut geklappt, sagt der Coach. Und mit 26 Punkten und 37:30 Toren aus 17 Partien habe das Team auch eine ansprechende Ausbeute aufzuweisen gehabt. Das 0:10-Heimdebakel gegen den TSV Krähenwinkel/Kaltenweide kurz vor dem Corona-Shutdown habe diese Bilanz dann etwas verzerrt.

Unterm Strich sieht Herrmann drei Bereiche, in denen seine Mannschaft dringend nachlegen muss: „Besser verteidigen und die Anzahl der Gegentore reduzieren. Das ist vor allem eine Einstellungsfrage.“ Dazu wolle er, dass sein Team taktisch flexibler agieren könne: „Wir sollten in der Lage sein, mehrere Grundordnungen so gut zu beherrschen, dass wir innerhalb eines Spiels besser reagieren können.“ Außerdem sei es wichtig, dass die Spieler lernten, in schwierigen Phasen nicht die Nerven und die Geduld zu verlieren.

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Gehrdens Sascha Romaus sieht das Spiel vor lauter Bällen nicht. ©

Eine Prognose für die Liga falle ihm schwer. Da mit Meister SV Ramlingen-Ehlershausen nur ein Team die Klasse verlässt, es keine Absteiger gab und mit dem TSV Wetschen, dem TSV Stelingen, dem VfR Evesen und dem 1. FC Sarstedt vier starke Neulinge dazukommen, droht deutlich vergrößerte Abstiegsgefahr. Wie genau der Modus sein wird, steht noch nicht final fest.

Generell empfand es der Barsinghäuser Trainer als „ganz gut, dass es mal eine Pause gab“. Alle hätten sich mal um andere Dinge kümmern können. Jetzt allerdings seien sowohl die Spieler als auch das Trainerteam wieder „total heiß. Die Jungs haben richtig Bock. Die Motivation, die ja bei uns ohnehin hoch ist, ist noch einmal gestiegen.“

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Als im Mai Übungseinheiten im Kleingruppentraining wieder erlaubt worden seien, habe man das sofort genutzt. „Wir haben vor allem Techniktraining gemacht, und das hat echt etwas gebracht“, schwärmt Herrmann. Derzeit träfen sich alle einmal pro Woche. „Wir wissen ja noch nicht, wann die Saison beginnen soll. Die eigentliche Vorbereitung startet dann Ende des Monats“, kündigt der Coach an.

Angesetzt sind drei Einheiten pro Woche plus ein Testspiel am Wochenende. „Auch während der Saison werden wir die Jungs dreimal auf den Platz bitten – außer in englischen Wochen“, sagt Herrmann. Davon allerdings könnte es einige geben …