09. November 2021 / 22:14 Uhr

"Prozess von mehreren Wochen": Mo Kordian tritt als Trainer in Bemerode zurück

"Prozess von mehreren Wochen": Mo Kordian tritt als Trainer in Bemerode zurück

Jannik Meyer
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Mo Kordian ist nicht länger Trainer des TSV Bemerode.
Mo Kordian ist nicht länger Trainer des TSV Bemerode. © Debbie Jayne Kinsey
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Mo Kordian ist mit sofortiger Wirkung als Trainer des TSV Bemerode zurückgetreten. "Sowas entscheidet man nicht an einem Tag. Das ist ein Prozess von mehreren Wochen", erläutert der scheidende Coach. Hauptgrund für den Rücktritt ist der sportlich enttäuschende Verlauf der Saison.

Überraschung beim TSV Bemerode. Mohammad Kordian legt sein Amt als Trainer nieder. Der Bezirksligist steht in der Staffel 7 auf einem unbefriedigenden vierten Tabellenplatz – und wird ab März in der Abstiegsrunde antreten. Das klare Ziel war die Aufstiegsrunde. Nach der 1:4-Heimniederlage gegen das Blaue Wunder hat Kordian die Reißleine gezogen. „Sowas entscheidet man nicht an einem Tag. Das ist ein Prozess von mehreren Wochen“, sagt der scheidende Coach.

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Nach dem Spiel am Sonntag sei für Kordian klar gewesen, dass es so nicht weitergeht. „Da wusste ich: Jetzt ist für mich der Zeitpunkt gekommen, das Amt niederzulegen.“ Unmittelbar nach dem Spiel teilte er den Entschluss seiner Mannschaft mit. Viele Spieler waren schockiert, sie hatten mit dem Rücktritt Kordians nicht gerechnet.

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Die sportlich enttäuschende Saison mit vielen unglücklichen Rückschlägen ist der Hauptgrund für den Rücktritt des Coaches. Aber auch aus privaten Gründen hat sich Kordian dazu entschieden, das Amt nicht weiter auszuüben. Seit 25 Jahren ist er im Verein, knapp zehn Jahre lang bei der ersten Herren beteiligt und seit nunmehr drei Jahren Cheftrainer. „In der Zeit konnte ich außerhalb der Sommer- und Winterpause nie vernünftig in den Urlaub fahren und musste alles dem Fußball unterordnen“, sagt Kordian.

Nun freut er sich erst einmal darauf, mehr Zeit für seine Familie und Freunde zu haben. Ob Kordian auf die Trainerbank zurückkehrt, ist offen. Vorstellen kann er sich dies aber schon. „Der Job macht mir grundsätzlich riesigen Spaß. Deswegen werde ich mir – sofern ich welche bekomme – Angebote anhören und dann entscheiden, worauf ich Lust habe. Wichtig ist mir eine gute Struktur im Verein.“

Kordian tritt mit sofortiger Wirkung zurück

Seiner Mannschaft wünscht der Trainer alles Gute für die Abstiegsrunde, er hofft, mit seinem Rücktritt einen neuen Impuls setzen zu können. Wer Nachfolger von Kordian in Bemerode wird, ist noch offen. Schon am Sonntag beim letzten Spiel des Jahres beim SV Croatia wird Kordian den TSV nicht mehr betreuen. „Wenn ich einen Job ausübe, dann voller Überzeugung und Leidenschaft. Die habe ich nicht mehr, wenn ich weiß, dass ich nach dem Spiel aufhöre“, begründet er seine Entscheidung.

Die Mannschaft betreuen werden in dem Spiel die Co-Trainer Martin Becker und Sascha Erdmann. Eines ist Kordian besonders wichtig: „Der Verein und die Mannschaft liegen mir natürlich immer noch sehr am Herzen. Ich hoffe, dass die Mannschaft durch einen neuen Einfluss wieder besser performt.“