10. Mai 2020 / 17:10 Uhr

Mister Fußball in Bokeloh: Ewald Laqua engagiert sich seit Jahrzehnten für seinen Klub 

Mister Fußball in Bokeloh: Ewald Laqua engagiert sich seit Jahrzehnten für seinen Klub 

Nicola Wehrbein
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Den TSV Bokeloh stets im Blick: Ewald Laqua ist die gute Seele des Vereins. 
Den TSV Bokeloh stets im Blick: Ewald Laqua ist die gute Seele des Vereins.  © Nicola Wehrbein
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Wenn man an den TSV Bokeloh denkt, kommt man zweifelsohne nicht an Ewald Laqua vorbei. Der 67-Jährige ist die "gute Seele des Vereins" und engagiert sich sich Jahrzehnten für seinen Herzensklub. Jüngst wurde er mit der goldenen Verdienstnadel des NFV ausgezeichnet. 

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Bekannt wie ein bunter Hund – das trifft auf Ewald Laqua zweifellos voll und ganz zu. Es gibt wohl kaum jemanden in der regionalen Fußballszene, der ihn nicht kennt. Jüngst wurde der 67-Jährige mit der goldenen Verdienstnadel des Niedersächsischen Fußball-Verbandes (NFV) ausgezeichnet. Laqua war in früheren Zeiten ein talentierter Kicker, nach seiner aktiven Laufbahn engagierte er sich als Trainer, Betreuer, Platzwart sowie auf vielfältige Weise mehr – und hat bis heute das Amt des Schriftführers inne. Was ihn noch ausmacht, ist seine Vereinstreue in Reinkultur. Wie passend, dass Laqua in unmittelbarer Nähe zu seinem Herzensklub wohnt: Vom heimischen Balkon hat er das Sportgelände des TSV Bokeloh jederzeit bestens im Blick.

Jens Grützmacher, Vorsitzender des Kreises Region Hannover, zeichnet Ewald Laqua mit der goldenen Verdienstnadel des NFV für seinen Einsatz aus. 
Jens Grützmacher, Vorsitzender des Kreises Region Hannover, zeichnet Ewald Laqua mit der goldenen Verdienstnadel des NFV für seinen Einsatz aus.  © Nicola Wehrbein
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Seit mehr als 60 Jahren

Das sportliche Wirken von Ewald Laqua ist zu einhundert Prozent mit dem TSV Bokeloh verknüpft – und das seit mehr als 60 Jahren. Schon als kleiner Steppke trug er das Fußballtrikot seines Heimatvereins, durchlief dort sämtliche Jugendteams und spielte lange in der 1. Herrenmannschaft. „Klein, aber oho! Wendig, schnell und technisch versiert“, mit diesen Worten beschreiben ihn ehemalige Weggefährten. Ein Rechtsaußen, wie ihn sich jeder Trainer wünscht, der mit Tempo und Torgefahr über die Außenbahn stürmte.

Von der 4. Kreisklasse bis in die Bezirksklasse (und wieder runter), Höhenflüge und Erfolge, Durststrecken und Abstiege – Laqua ist seinem TSV stets treu geblieben. Bilder aus seiner aktiven Fußballerzeit sind rar. Lediglich das Mannschaftsfoto der Saison 1975/1976, als der Wunstorfer Dorfklub den Aufstieg in den Bezirk feierte, findet sich in seinen Fußball-Unterlagen. Und einen Zeitungsausschnitt vom letzten Spieltag der Bezirksklassen-Saison 1984/1985 gibt es auch noch. Auf dem Foto ist zu sehen, wie Laqua für sein 500. Spiel in der ersten Herren geehrt wird. An diesem Jubiläums-Wochenende schaffte er es mit einer herausragenden Leistung gegen den späteren Meister BV Werder Hannover sogar in die „Super-Elf des Bezirks“.

Ewald Laqua - 500 Mal für den TSV 
"Ewald Laqua - 500 Mal für den TSV"  © Picasa

Angebote immer abgelehnt

Woanders sein Fußballglück zu suchen, ist Laqua niemals in den Sinn gekommen. „Angebote anderer Vereine hat es zwar mehrere gegeben, aber ich habe immer abgelehnt.“ Warum in die Ferne schweifen, wo er doch in Bokeloh und beim dortigen TSV zu Hause ist. Zumal auch sein Bruder Manfred stets mit zur Mannschaft gehörte. Später spielten die Laqua-Brüder dann gemeinsam bei den Altherren. „Irgendwann hat der Rücken nicht mehr mitgemacht, die Schmerzen waren zu groß“, sagt Ewald Lagua. Mit dem aktiven Fußball war somit notgedrungen Schluss – mit seinem Engagement für den Klub aber noch lange nicht. Laqua war stets zur Stelle, wenn er gebraucht wurde, sei es als Trainer der Reserve, Platzwart oder Betreuer der Ersten. Sogar das Vereinsheim haben Laqua und seine Ehefrau Regina zwischenzeitlich zehn Jahre lang bewirtschaftet – mit enorm viel Herzblut und Leidenschaft.

Bereits während seiner aktiven Zeit übernahm Laqua das Amt des Schriftführers, das er seit Juni 1979 ununterbrochen ausübt – bemerkenswerte 41 Jahre ist das nun schon her. „Das werde ich auch weitermachen, solange es geht. Ebenso meine anderen Tätigkeiten für den Verein“, erklärt der rüstige Rentner. Und das sind nicht wenige. An den Spieltagen steht er in der schmucken Grillbude und versorgt Spieler und Fans mit den begehrten Bratwürstchen und einigem mehr. Für Sauberkeit auf dem Gelände sorgt er auch, quasi ganz nebenher. „Ich hab’s ja nicht weit zum Sportplatz, nur 50 Meter Luftlinie, da kann ich immer mal nach dem Rechten schauen und alles ordentlich und akkurat halten.“ Dass er darüber hinaus den Ende Februar neu gewählten Spartenvorstand mit Rat und Tat unterstützt, ist für ihn eine absolute Selbstverständlichkeit.

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"Ein echtes Bokeloher Urgestein"

Als Ewald Laqua in den 70er- und 80er-Jahren für die 1. Herren auf Torejagd ging, waren die Spieler des heutigen Herrenteams noch gar nicht geboren. Entsprechend sagt Simon Barz, Akteur und Teamsprecher des Kreisligisten, augenzwinkernd: „Ich kann ja nur hinsichtlich des letzten Jahrzehnts mitreden. Aber natürlich kennt jeder Ewald, und jeder weiß um dessen sportliche Vita und seine Verdienste. Ewald ist die gute Seele des Vereins. Ein echtes Bokeloher Urgestein. Was der Mann hier schon alles geleistet hat, dafür gebührt ihm größter Respekt. Auch als Fan schätzen wir ihn sehr. Bei unseren Heimspielen ist er ohnehin dabei, auswärts reist er auch oft mit.“ Jens Mensching vom Spartenvorstand des TSV unterstreicht: „Ewald ist Mister Fußball in Bokeloh. Ohne ihn würde es die Fußballsparte in Bokeloh womöglich nicht mehr geben. Er ist jeden Tag für unseren Verein im Einsatz.“

Als Anerkennung seines herausragenden Engagements bekam der rührige Macher jüngst vom Kreisvorsitzenden Jens Grützmacher die goldene Verdienstnadel des NFV verliehen. Diese Feierstunde nahmen die Klubverantwortlichen zum Anlass, Laqua zum Ehrenmitgliedschaft zu ernennen. Eine schöne Geste der Wertschätzung – für den Mann, der den TSV Bokeloh liebt und lebt.