12. Oktober 2020 / 12:39 Uhr

TSV Bordesholm ist Spitzenreiter dank TSV Altenholz

TSV Bordesholm ist Spitzenreiter dank TSV Altenholz

Reinhard Gusner
Kieler Nachrichten
Mitten ins Getümmel: Bordesholms Malte Lucht (Nr. 12) wird vom fliegenden Flensburger Brian Jungjohann vom Ball getrennt.
Der Gast Weiche Flensburg 08 II beherrschte über weite Strecken das Geschehen in Bordesholm. In dieser Szene trennt der „fliegende“ Brian Jungjohann den Bordesholmer Malte Lucht (Nr. 12) rustikal vom Ball. © Reinhard Gusner
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Der TSV Bordesholm sicherte sich im enttäuschenden Spitzenspiel gegen Weiche 08 II mit einem Last-Minute-Tor nur ein glückliches 1:1, das sogar zur Tabellenführung reichte, weil die Konkurrenz patzte. Bedanken können sich die Bordesholmer beim TSV Altenholz. Das Imeri-Team sorgte mit einem sensationellen 3:2-Sieg beim TSB Flensburg dafür, dass der Topfavorit der Liga Bordesholm nicht von der Spitze verdrängen konnte. Positive Schlagzeilen produzierte der Eckernförder SV, der nach einem 0:2-Rückstand mit großer Moral den ersten Punktgewinn der Serie beim 2:2 gegen die Husumer SV erzwang. Kronshagen kam nicht in Gange und holte sich beim vierten Auswärtsspiel hintereinander in Risum-Lindholm die erste Saisonniederlage ab.

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TSV Bordesholm – SC Weiche Flensburg 08 II 1:1

Das Topspiel glich über weite Strecken eher einem Langweiler als einer Begegnung zweier Spitzenmannschaften. Aufreger aus der Sicht der Gastgeber gab es lediglich in der Anfangsphase und den letzten Sekunden des Spiels. Als dem am Boden liegenden Bordesholmer Jan-Niclas Bräunling bei einer Abwehrgrätsche im eigenen Strafraum der Ball an die Hand sprang, zögerte Schiedsrichter Jannek Hansen nicht und zeigte sofort auf den Punkt. Der Flensburger Brian Jungjohann ließ sich diese Chance nicht entgehen und setzte den Elfmeter souverän zur Gästeführung (10.) ins Gehäuse. Bordesholm fand 20 Minuten lang nicht ins Geschehen und produzierte Fehler ohne Not. Erst kurz vor der Halbzeit wurde es besser, allerdings hatten Alexander Meyerfeldt, Mika Jöhnck und Florian Härter bei ihren Abschlüssen kein Glück.

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Für die im Starkregen der ersten Halbzeit ausharrenden Bordesholmer Fans erfüllte sich die Hoffnung auf eine Besserung im zweiten Durchgang nicht. Die flott kombinierenden Flensburger entwickelten großen Druck, konnten ihre Attacken aber trotz guter Möglichkeiten nicht erfolgreich beenden. Nach vielen lang und zu oft ungenau gespielten Bällen schienen die Gastgeber schon zu verzweifeln, als ihr vor dem Flensburger Tor auftauchende Keeper Thorsten Schütt nach einer Ecke einen Kopfball nur knapp über die Latte setzte. Und dann gab es doch noch kollektiven Jubel beim Platzverein. Marvin Mohr drosch in der Nachspielzeit (90.+3) ein Zuspiel von Alexander Meyerfeldt volley zum Ausgleich ins Gästenetz. „Wir haben zu oft die falschen Entscheidungen getroffen gegen einen nicht unbezwingbaren Gegner, der mit Tempo den Weg nach vorne gesucht hat. Unser Zweikampfverhalten war teilweise eine Katastrophe und so haben wir am Ende glücklich einen Punkt mitgenommen“, war der Bordesholmer Coach Björn Sörensen nur mit dem Ergebnis zufrieden. Sein Flensburger Pendant Tim Wulff resümierte: „Natürlich fahren wir jetzt enttäuscht nach Hause, denn es hätten drei Punkte für uns sein müssen. Wir hatten die Chance zum 2:0 und haben uns dann beim Ausgleich zu blauäugig in der Abwehr verhalten.“

Klickt euch durch die Fotos zur Oberligapartie zwischen dem TSV Bordesholm und dem SC Weiche Flensburg 08 II:

Der frühe Schock für die Gastgeber: Brian Jungjohann (Nr. 7) schickt den Bordesholmer Keeper Thorsten Schütt in die falsche Ecke und bringt die Flensburger durch den von Jan-Niclas Bräunling (Nr. 25) verursachten Elfmeter in Führung. Zur Galerie
Der frühe Schock für die Gastgeber: Brian Jungjohann (Nr. 7) schickt den Bordesholmer Keeper Thorsten Schütt in die falsche Ecke und bringt die Flensburger durch den von Jan-Niclas Bräunling (Nr. 25) verursachten Elfmeter in Führung. ©

Husumer SV – Eckernförder SV 2:2

„Für uns fast ein gewohnt normaler Arbeitstag“, blickte ESV-Coach Maik Haberlag scherzend auf das Geschehen zurück. Seine Elf hatte gegen tief stehende Platzherren zwar mehr Anteile, lief gegen einen schnell umschaltenden Gegner aber in Konter. Zur Halbzeit führten die Husumer durch Finn Kalisch dann 1:0 (32.). Als die Eckernförder in Halbzeit zwei wieder besser aufkamen, fingen sie sich durch Damian Krause aber direkt den nächsten Gegentreffer ein (73.). Danach raffte sich der ESV auf und belohnte sich für seine gute Moral nach zwei Standards doch noch. Nach einem Eckball drückte Malte Clausen den Ball zum 1:2 ins Netz (82.), ehe Maik Haberlag seinen Joker zog. Sechs Minuten nach seiner Einwechselung verwertete Marc Medler einen langen Einwurf zum vielumjubelten späten Ausgleich (90.+2), der nach zwei Auftaktniederlagen für euphorische Stimmung sorgte. „Am Ende lagen wir uns alle in den Armen“, beschrieb Haberlag die Glücksmomente in seinen Reihen.

SV Frisia 03 Risum-Lindholm – TSV Kronshagen 2:0

Gegen die mit großem körperlichen Einsatz agierenden Gastgeber fanden die Kronshagener kein probates Mittel. „Unser Gegner war in den Zweikämpfen einfach bissiger und setzte uns in den entscheidenden Szenen kräftig zu“, vermisste TSVK-Coach Nadeem Hussain den fehlenden Punch bei seiner Mannschaft. Die hatte hingegen Probleme bei der Ballverarbeitung, offenbarte Defizite im Aufbau und konnte sich bis auf eine Szene von Mathias Wrzesinski keine nennenswerten Torchancen erspielen. Die Platzherren hatten zumeist im Mittelfeld Oberwasser und fädelten von dort ihre Offensivaktionen ein. Jannik Fust hatte für das 1:0 (27.) gesorgt, der gerade eingewechselte Momme Sönnichsen erhöhte auf 2:0 (69.). „Uns fehlten einige Prozente, um ein besseres Ergebnis mit nach Hause nehmen zu können“, lautete das ernüchternde Fazit von Nadeem Hussain.

TSB Flensburg – TSV Altenholz 2:3

Altenholz schafft die dicke Überraschung. Bärenstark schon die Ouvertüre, als Jan Patzel auf Jon-Sören Jessen passte, der direkt aus der Luft zu Ali Kalma weiterleite. Der neue TSVA-Torjäger vollendete aus halbrechter Position mit einem Lupfer (19.). Und Kalma legte nach einem verunglückten Pass von TSB-Keeper Andreas Petersen nach. Balleroberung im Zentrum, das Solo angesetzt, Petersen umspielt (40.) und zum umjubelten 2:0 eingeschoben. Kurz vor der Pause gelang dem TSB der Anschluss (45.+1), als Timo Carstensen am zweiten Pfosten lauerte. Hendrik Fleige vergab für TSB mit einem Elfmeter über das Tor das mögliche 2:2. In einem fortan zerfahrenen Spiel gaben die Gäste alles und wurden mit dem 3:1 belohnt. Drauschke drang in den Strafraum ein und traf mit einem satten Linksschuss. TSB drückte und bekam in der Schlussphase noch einen Elfmeter zugesprochen. Justin Petersen trat im 16-er über den Ball und traf dabei seinen Gegenspieler. Arne Ingwersen verwandelte (85.) sicher, doch es sollte der letzte Aufreger für den TSVA sein. „Wir müssen mit unserer jungen Mannschaft immer an unser Limit gehen. Ich freue mich riesig für unser gesamtes Team. Eine tolle Entwicklung“, erklärt ein begeisterter TSVA-Coach Imeri, für den sich Fabian Hunze und Justin Petersen die Bestnoten verdienten.

(von Manuel Puderbach)