01. September 2020 / 17:12 Uhr

"Ganz schlechter Umgang": TSV Burgdorf verärgert über Moraitis-Wechsel nach Celle

"Ganz schlechter Umgang": TSV Burgdorf verärgert über Moraitis-Wechsel nach Celle

Nicola Wehrbein
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Julius Moraitis (rechts) spielt in der bevorstehenden Saison wie Ramlingens Can Gökdemir in der Oberliga - weil er Burgdorf in Richtung Celle verlassen hat.
Julius Moraitis (rechts) spielt in der bevorstehenden Saison wie Ramlingens Can Gökdemir in der Oberliga - weil er Burgdorf in Richtung Celle verlassen hat. © Thomas Bork
Anzeige

Als echter Stimmungskiller hat sich bei Landesligist TSV Burgdorf der kurzfristige Abgang von Julius Moraitis erwiesen. Den Führungsspieler zieht es in die Oberliga zum MTV Eintracht Celle - "kurz vor Toreschluss", wie sich Trainer Frank Weber ärgert. Dieser Transfer habe mit sportlicher Fairness nichts zu tun.

Anzeige

Diese Nachricht war für Trainer Frank Weber und sein Team von der TSV Burgdorf ein Schlag ins Kontor: Stammkraft Julius Moraitis verlässt den Klub und schließt sich Oberligist MTV Eintracht Celle an. Ein Schock für den Landesligisten und zweifellos eine sportliche Schwächung.

Anzeige

Eigentlich ist die Stimmung bei der TSV Burgdorf bestens gewesen. Die Spieler ziehen laut Weber super mit, hängen sich im Training voll rein und sind fit wie der berühmte Turnschuh. Das Mannschaftsgerüst um die bewährten Leistungsträger wie Nico Eccarius, Noel Köhler und eben Moraitis schien soweit zu stehen. Doch die Verantwortlichen von Eintracht Celle machten der TSV einen Strich durch die Rechnung - und schnappten sich kurzerhand Innenverteidiger Julius Moraitis.

Mehr Berichte aus der Region

Daraufhin kippte die Gemütslage bei den Burgdorfern ganz gewaltig. "Das ist echt heftig. Und überschattet gerade alles, was sich zuvor so positiv und gut angefühlt hat. Julius ist oder besser war ein Eckpfeiler unserer Mannschaft, ein absoluter Leistungsträger und Führungsspieler", sagt Weber.

"Da predigt ein Verein Wasser und trinkt selber Wein"

"Und dann kommt plötzlich kurz vor Toreschluss Eintracht Celle und lockt mit einem Vertrag und viel Geld. Obschon er bei uns unter Vertrag stand. Wir hatten keine Chance, ihn zu halten. Nach meinem Empfinden hat das einen faden Beigeschmack. Da predigt ein Verein Wasser und trinkt selber Wein. Das hat nichts mit sportlicher Fairness zu tun. Sondern ist ein ganz schlechter Umgang."

Dass der MTV Eintracht Celle zu den früheren Trainerstationen von Weber zählt, macht die Sache nicht besser. Doch bei allem verständlichen Ärger und Frust der Burgdorfer, hilft im Grunde so kurz vor Saisonbeginn nur eines: Mund abwischen und weitermachen, nach dem Motto „jetzt erst recht.“