17. August 2019 / 18:26 Uhr

Burgdorfer Derbysieg von Verletzung überschattet: "Hat mich noch in der Nacht verfolgt"

Burgdorfer Derbysieg von Verletzung überschattet: "Hat mich noch in der Nacht verfolgt"

Nicola Wehrbein
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Burgdorfs Julian Poth wird für seinen Treffer gefeiert.
Burgdorfs Julian Poth wird für seinen Treffer gefeiert. © Thomas Bork
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Obwohl der Heeßeler SV eine richtig gute Leistung abgerufen hatte, ging das Heim-Derby gegen die TSV Burgdorf erneut verloren. Sogar TSV-Trainer Holger Kaiser gibt zu: "Wir waren das klar schlechtere Team." Eine schwere Verletzung überschattete jedoch de Partie.

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Derby können sie, die Kicker aus der Kernstadt. In der vergangenen Saison hatte die TSV Burgdorf beide Landesliga-Duelle gegen den Heeßeler SV für sich entschieden. HSV-Trainer Thomas Joedecke wollte diese Saison eigentlich den Spieß umdrehen - doch aus dem Unterfangen, den Dreier an der heimischen Dorfstraße zu behalten, ist nichts geworden: Die Heeßeler unterlagen dem Lokalrivalen trotz ordentlicher Leistung mit 0:3 (0:1). „Gut Fußball spielen allein reicht halt nicht“, sagte Joedecke, dessen Elf fünf Hundertprozentige und einen Elfmeter verschoss.

Die TSV habe recht bieder, aber im Endeffekt abgeklärter und effektiver agiert. Überschattet wurde das sportliche Geschehen von der schweren Verletzung des Heeßeler Innenverteidigers – und Ex-Burgdorfers - Timo Kuhlgatz.

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Michael Draper zieht ab. Zur Galerie
Michael Draper zieht ab. ©

"Wie aus einem Guss"

Stürmer Hendrik Göhr sorgte für die frühe Gästeführung, Noel Köhler hatte über die rechte Seite prima Vorarbeit geleistet (6.) – es war das erste Saisontor der TSV, deren Elan nun erst mal abflaute. Derweil trumpften die Heeßeler mit klasse Kombinationsfußball auf, „wie aus einem Guss“, schilderte Joedecke. Großchancen entsprangen gleich mehrere, doch es fehlte dem HSV im Abschluss an Präzision und Nervenstärke. Zudem hatte Burgdorfs Keeper Norman Volber einen Sahnetag erwischt, er hielt schlicht alles, was auf seinen Kasten kam.

Selbst einen Strafstoß konnten die Platzherren nicht verwerten, der Versuch von Michael Draper landete in den Armen Volbers (33.). „Bis zur Pause waren wir, abgesehen von den Anfangsminuten und dem schön herausgespielten 1:0, das klar schlechtere Team; nur das Ergebnis war gut“, konstatierte Burgdorfs Trainer Holger Kaiser.

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Kirchdorfs Jan-Erik Berkenkamp köpft ein zum zwischenzeitlichen 3:1, SV Wilkenburgs Keeper Burhan Öztürk ist chancenlos, trifft mit dem Fuß nur die Nase des Kirchdorfers. ©

Timo Kuhlgatz verletzt sich schwer

Das 2:0 der Burgdorfer durch Julian Poth, vorbereitet von Karim Jelalli, nahm der Heimelf ein wenig den Wind aus den (Angriffs-)Segeln. „Mit dem zweiten Gegentor hat der Gegner uns den Zahn gezogen“, formulierte Joedecke, wieder sei ein Ballverlust seines Teams in der Vorwärtsbewegung eiskalt von der TSV genutzt worden, „die sind einfach abgezockter als wir.“ Die Gäste spielten in dem fair geführten Derby nun zusehends besser auf.

Bei einem ganz normalen Zweikampf passierte es: Heeßels Kuhlgatz verdrehte sich das Knie und blieb schreiend am Boden liegen (74.). Er musste vom Krankenwagen abtransportiert werden. In Unterzahl, es waren zu diesem Zeitpunkt schon alle drei Wechsel vollzogen, fing sich der HSV das 0:3 durch Tom Hanekopf (82.). „Diese furchtbare Szene hat mich noch in der Nacht verfolgt. Da gerät alles andere zur Nebensache“, erklärte der HSV-Trainer.

"Für uns der absolute Super-Gau"

"Derbysieg ist immer schön. Die Jungs haben sich ihr freies Wochenende verdient“, erklärte Kaiser – und zollte Schlussmann Volber ein Extralob. Die Verletzung von Kuhlgatz, der erst im Sommer von der TSV nach Heeßel gewechselt war, trübte die Freude bei Kaiser und Co. jedoch merklich, „wir wünschen ihm alles Gute.“ Verdacht auf Innenbandriss und Meniskusschaden, die MRT- Untersuchung steht noch aus – „aber die Hinrunde ist für Timo garantiert gelaufen“, sagte Joedecke. „Das ist so bitter für ihn. Und für uns der absolute Super-Gau, jetzt fallen alle vier Innenverteidiger aus.“ Am Dienstag (19 Uhr) im Heimspiel gegen den TSV Barsinghausen müsse er personell zaubern.

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