31. Mai 2020 / 14:04 Uhr

"Kann sehr gut mit Nachwuchsspielern umgehen": Andrius Stelmokas übernimmt die TSV Burgdorf III 

"Kann sehr gut mit Nachwuchsspielern umgehen": Andrius Stelmokas übernimmt die TSV Burgdorf III 

Volker Klein
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Ob Andrius Stelmokas (vorn) bei der Burgdorfer Drittvertretung auch wieder
als Spieler aktiv wird, will er nicht ganz ausschließen.
Ob Andrius Stelmokas (vorn) bei der Burgdorfer Drittvertretung auch wieder als Spieler aktiv wird, will er nicht ganz ausschließen. © Thomas Bork
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Die offene Trainerfrage bei der Drittvertretung der TSV Burgdorf hat sich geklärt. Nachfolger von Sven Gennburg, der als ­A-Junioren-Coach Iker Romero ersetzt, wird dessen Vorgänger. „Mit Andrius Stelmokas können wir auf jemanden zurückgreifen, der viel Erfahrung vorweisen kann und sehr gut mit Nachwuchsspielern umgeht“, sagt Abteilungsleiter Heidmar Felixson.

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Andrius Stelmoka musste 2019 aus beruflichen Gründen die Position des Spielertrainers beim Oberligisten abgeben, die er zuvor für vier Spielzeiten bekleidet hatte. „Eigentlich wollte ich noch länger aussetzen, aber meine Fortbildungen und Lehrgänge sind beendet, sodass ich bei der Anfrage der TSV nicht lange überlegen brauchte“, sagt er. Stelmokas, der für Litauen in 124 Länderspielen 412 Tore warf, erlernte das Handballspielen bei Granitas Kaunas, bevor er über Island (AK Akureyri) 2004 erstmals nach Deutschland kam. Nach den Stationen Frisch Auf Göppingen und den Füchsen Berlin wechselte er zur TSV Hannover-Burgdorf, wo er 2009 sogleich zum Bundesliga-Aufstieg beitragen konnte.

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Heimisch in Burgdorf

Nach einem kurzen Gastspiel beim spanischen Klub BM Lábaro Toledo kehrte er vor fünf Jahren über TG Münden und TS Großburgwedel zurück nach Burgdorf. Dort wurde er Heidmar Felixsons Co-Trainer bei der U23 in der 3. Liga und führte zugleich die dritte TSV-Mannschaft als Spielertrainer in die Oberliga.

Heimisch ist er mit Ehefrau Leva und den Zwillingen Lukas und Sofija, die beide natürlich auch Handballer sind, in Burgdorf längst geworden. „Natürlich fahren wir im Sommer stets für ein paar Wochen zu den Eltern in die Heimat, aber unser Lebensmittelpunkt ist hier“, sagt Stelmokas, der in Celle als Lehrer an einer Förderschule arbeitet. Nun kehrt der inzwischen 46-Jährige zurück an den Spielfeldrand der Reckenschmiede und will so dem Handball wieder ganz nah verbunden sein. „Ich möchte dazu beitragen, dass unsere Handballtalente eine gute Ausbildung erhalten.“

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"Nach einem Jahr Pause kribbelt es doch wieder ein bisschen in den Fingern"

Das Konzept, Jugendspieler an den Erwachsenenbereich heranzuführen, indem sie nicht nur in der ­Bundesliga-Mannschaft der A-Junioren spielen, sondern zugleich auch Einsätze im Oberliga- oder Drittligateam der Männer erhalten, trägt er mit. „So mancher hat sich auf diesem Weg sogar für unsere Bundesliga-Mannschaft interessant gemacht“, verweist Stelmokas auf ehemalige Jugendspieler wie Joshua Thiele, Hannes Feise, Jannes Krone, Malte Donker oder Vincent Büchner.

„Ich freue mich sehr auf die Aufgabe und hoffe, dass es uns bald wieder möglich sein wird, in der Sporthalle normal trainieren zu dürfen“, sagt der Coach. Ob er auch selbst wieder das Trikot überstreift und als Kreisläufer für Tore sorgen oder der Defensive eventuell notwendigen Halt geben wird, will der Burgdorfer nicht gänzlich ausschließen. „Mal sehen, ich habe mein ganzes Leben Handball gespielt. Nach einem Jahr Pause kribbelt es doch wieder ein bisschen in den Fingern“, sagt Stelmokas, der für Litauen 1997 an der Weltmeisterschaft in Japan und ein Jahr später auch an der Europameisterschaft in Italien teilgenommen hat.