12. November 2020 / 10:51 Uhr

"Für mich ein Neustart": Fastprofi Enes Esin will mit der TSV Burgdorf die Klasse halten

"Für mich ein Neustart": Fastprofi Enes Esin will mit der TSV Burgdorf die Klasse halten

Dirk Drews
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Burgdorfs Trainer Frank Weber baut bei der Mission Klassenerhalt auf die Fähigkeiten von Enis Esin (eingeklinkt).
Burgdorfs Trainer Frank Weber baut bei der Mission Klassenerhalt auf die Fähigkeiten von Enis Esin (eingeklinkt). © Michael Plümer/TSV Burgdorf
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Für die TSV Burgdorf ist es vor der Corona-Zwangspause in der Landesliga nicht gut gelaufen. Dabei helfen, dass es vom vorletzten Platz aufwärts geht, soll Enes Esin. Der 21-Jährige war bis Sommer in der U21 von Antalyaspor am Ball. Zurück in seiner Heimat will der Fastprofi mit der TSV die Klasse halten.

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Die TSV Burgdorf hatte in der aktuellen Saison kaum Gelegenheit, die mäßige Spielzeit 2019/20 zu korrigieren. Nur vier Partien konnte der Landesligist in der Staffel Nord bisher absolvieren. Das weiterhin sieglose Team von Trainer Frank Weber belegt bei zwei Niederlagen und zwei Unentschieden während der erneuten Corona-Pause nur den vorletzten Tabellenplatz. „Dass ich im Fußballjahr 2020 wohl der erfolgloseste Trainer bin, ist kein schöner Titel“, sagt der Coach schmunzelnd.

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Doch es gibt einen Hoffnungsträger. Enes Esin hat in Essinghausen, einem Dorf mit 1800 Einwohnern bei Peine, das Fußballspielen erlernt und ist über die U21-Süper-Lig-Mannschaft von Antalyaspor aus der türkischen 2,5 Millionen-Einwohner-Metropole am Mittelmeer nach Burgdorf gewechselt. Der Sommerneuzugang ließ sein Können zum ersten Mal im August beim Porta-Pokal aufblitzen.

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Der technisch versierte Mittelfeldakteur bestätigte den guten Eindruck auch im Punktspiel beim Heeßeler SV, bevor ihn ein Bänderriss außer Gefecht setzte. „Inzwischen war Enes aber wieder ins Training eingestiegen, und wenn es weitergehen sollte, kann er uns als Achter mit Zug zum Tor helfen. Er besitzt ein präzises Passspiel, fordert die Bälle, macht sie fest und transportiert sie nach vorn“, sagt Weber.

"Ich fühle mich wohl. Es passt alles zusammen."

Dass die TSV Burgdorf einen Kicker an Land ziehen konnte, der kurz vor einer Profilaufbahn stand, hängt auch mit TSV-Außenstürmer Leonardo Berisha zusammen. „Mit ihm habe ich bei Eintracht Braunschweig in der U16 gespielt“, sagt Esin. „Für mich ist es ein Neustart. Ich fühle mich wohl. Es passt alles zusammen.“ Über die Stationen TSV Wipshausen und VfB Peine ging es zur Eintracht. Es schlossen sich die U17 und U18 des TSV Havelse an.


2017 wagte Esin den Sprung in die Ferne. Im türkischen Sivas, der Heimat seines Vaters, wurde er vom Erstligisten Sivasspor für die U19 verpflichtet. „Wir haben die Vorspiele der Teams in der ersten Liga bestritten. Und im Training wurde jede Woche einmal gegen die erste Mannschaft von Sivasspor gespielt. So hatte ich unter anderem den ehemaligen Real-Madrid-Star Robinho und Arouna Koné (zuvor auch kurz bei Hannover 96/Anm. d. Red.) zum Gegner“, verrät Esin.

Eine langwierige Außenbandverletzung warf ihn im März 2018 jedoch aus der Bahn. Nach fast zehnmonatiger Pause erfolgte der Wechsel in die U19 von Antalyaspor. Ein erneuter Bänderriss nach nur vier Spielen beendete Anfang 2019 seinen Traum von einer Karriere als Berufsspieler. „Ich habe die Familie und das Land verlassen, um Profi zu werden. Leider hat es damit nicht geklappt. Aber ich freue mich, dass ich wieder in der Heimat bin“, sagt Esin.

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Von Essinghausen, wo er weiterhin wohnt, geht es jetzt regelmäßig nach Burgdorf. „Mit der TSV habe ich das Ziel, den Ligaerhalt zu schaffen. Aber wichtig ist erst einmal, die schwierige Phase mit Corona zu überstehen. Und persönlich möchte ich frei von weiteren Verletzungen bleiben“, sagt der ­21-Jährige, der auch beruflich Ambitionen hat. „Als Maschinenbaustudent an der Hochschule Hannover werde ich demnächst ein duales Studium bei der Polizei beginnen”, sagt der Burgdorfer Hoffnungsträger.