21. November 2020 / 15:28 Uhr

Zwangspause "unglaublich schlimm": Hannovers Talente in der Warteschleife

Zwangspause "unglaublich schlimm": Hannovers Talente in der Warteschleife

Uwe Serreck
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Machen sich Sorgen um den Nachwuchs: Recken-Jugendkoordinator Heidmar
 Felixson und Nadine Große, Trainerin der weiblichen A-Jugend beim TV Hannover-Badenstedt.
Machen sich Sorgen um den Nachwuchs: Recken-Jugendkoordinator Heidmar Felixson und Nadine Große, Trainerin der weiblichen A-Jugend beim TV Hannover-Badenstedt. © Uwe Serreck/TV Hannover-Badenstedt
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Seit Anfang November ruht auch für die Handballtalente des TV Hannover-Badenstedt sowie der TSV Burgdorf der Trainingsbetrieb. Eine bundeseinheitliche Regelung gibt es allerdings nicht. In Hessen darf beispielsweise weiterhin am Landesstützpunkt trainiert werden. Eine Regelung, die HVN-Geschäftsführer Markus Ernst auch in Niedersachsen begrüßen würde.

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Seit Montag ist für Nieke Kühne und Merja Wohlfeil zumindest für einige Tage wieder der Trainingsalltag eingekehrt. Die Handballtalente des TV Hannover-Badenstedt wurden zum U16-Lehrgang des Deutschen Handballbundes (DHB) eingeladen, der bis Donnerstag andauert. Von Normalität ist das Treffen der jüngsten deutschen Nachwuchshandballerinnen jedoch weit entfernt.

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Wie alle anderen mussten sich die Badenstedterinnen vorher einem Corona-Test unterziehen. Der fiel negativ aus. Die Voraussetzung, um bei der Nationalmannschaft dabei sein zu dürfen. Die Burgdorfer Justus Fischer, Veit Mävers und Martin Hanne waren bereits Anfang des Monats bei DHB-Lehrgängen unterwegs.

Spielplan der TSV Hannover-Burgdorf in der Bundesliga-Saison 2020/21

<b>10. Spieltag:</b> TuSEM Essen (A), Sonntag, 29. November, 16 Uhr Zur Galerie
10. Spieltag: TuSEM Essen (A), Sonntag, 29. November, 16 Uhr ©

"Hausaufgaben" von den Athletiktrainern

Für ihre Vereinskameraden ruht dagegen wie überall seit Anfang November der Trainingsbetrieb. Auch die Athleten des Landeskaders dürfen nach dem Lockdown im Frühjahr zum zweiten Mal lediglich in den heimischen vier Wänden Kraft- und Stabilisationsübungen machen. „Wir müssen das Beste draus machen. Unsere Jungs bekommen von den Athletiktrainern viele Hausaufgaben“, sagt Heidmar Felixson, Jugendkoordinator der TSV Burgdorf.

Eine bundeseinheitliche Linie, was erlaubt ist, gibt es allerdings nicht. In Hessen darf weiterhin am Landesstützpunkt trainiert werden. „Das sehe ich positiv“, sagt Markus Ernst, Geschäftsführer des Handball-Verbandes Niedersachsen. Er würde eine entsprechende Regelung auch in Niedersachsen begrüßen. Hoffnungen knüpfte er an die 44. Sportministerkonferenz am 12. November. Entsprechende Beschlüsse wurden dort leider nicht gefasst. „Es ist schade, dass man den Spielern die Möglichkeit nimmt, ihren Sport auszuüben“, findet Ernst. Unbeantwortet bleibt die Frage, warum nicht die Athleten des Sportinternats weiter trainieren dürfen, die in der Schule ohnehin untereinander persönliche Kontakte haben.

Einschätzung des DHB hilft dem TVB wenig

Die weibliche A-Jugend des TV Hannover-Baden­stedt wollte eigentlich Gas geben, um sich auf den für Ende Januar geplanten Start der Bundesliga-Zwischenrunde vorzubereiten. „Die Pause ist für die Sportler unglaublich schlimm“, sagt Trainerin Nadine Große. Die Badenstedter Mädchen waren hoch motiviert und werden jetzt erneut in ihrer Entwicklung zurückgeworfen. Die Einschätzung des Deutschen Handballbundes, dass die Jugend-Bundesliga dem Profisport gleichgesetzt sein soll, hilft dem TVB wenig.

Während die kommenden Gegner aus Leverkusen und Leipzig die Möglichkeit haben, ihre Talente in die Bundesligatrainingsgruppen zu integrieren, ist der TVB-Nachwuchs zum Nichtstun verurteilt. Auch eine Frage der finanziellen Mittel. „Wenn wir einen Sponsor hätten, der die Tests bezahlt, würden wir sofort loslegen“, betont Große.

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"Wir dürfen uns nicht höher stellen als Gastronomen"

Die Burgdorfer A-Junioren steigen dagegen in dieser Woche unter einem strengen Hygienekonzept wieder ins Hallentraining ein. Für eine sportliche Chancengleichheit wünscht sich Felixson grundsätzlich eine Regelung wie in Hessen. Die Förderung seiner Talente hat vor allem für einen Bundesligisten wie die Recken der TSV Hannover-Burgdorf eine sehr hohe Bedeutung. Felixson ist sich allerdings der gesamtgesellschaftlichen Bedeutung bewusst und sagt: „Wir dürfen uns nicht höher stellen als Gastronomen.“