04. September 2020 / 14:02 Uhr

Mit umgeschultem Nino Melnjak: Godshorner Reserve geht das neue Abenteuer an

Mit umgeschultem Nino Melnjak: Godshorner Reserve geht das neue Abenteuer an

Stephan Hartung
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Nino Melnjak (links, hier noch im Stöckener Trikot) soll die Defensive der Godshorner U23 stabilisieren.
Nino Melnjak (links, hier noch im Stöckener Trikot) soll die Defensive der Godshorner U23 stabilisieren. © Christian Hanke
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Der Aufstieg der Reserve aus der Kreisliga bedeutete den bisher größten Erfolg der Fußball-Abteilung des TSV Godshorn: beide Teams auf Bezirksebene. Jetzt beginnt für die U23 das große Abenteuer. Ausschließlich auf junge Spieler baut Coach Amir Jusufovic bei der Mission Klassenerhalt aber nicht.

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Dass alle Fußballvereine, die im März zur Unterbrechung der Saison 2019/20 auf einem Aufstiegsplatz lagen, bis zur endgültigen Entscheidung des Niedersächsischen Fußballverbands (NFV) zittern mussten, ist hinlänglich bekannt. Beim TSV Godshorn II war die Geduld aber auf eine doppelt harte Probe gestellt.

„Wenn unsere erste Mannschaft aus der Landesliga in die Bezirksliga abgestiegen wäre, hätten wir nicht von der Kreisliga in die Bezirksliga aufsteigen dürfen“, berichtet Amir Jusufovic. Der Trainer der Godshorner Reserve erinnert sich an den Moment, als der NFV schließlich Ende Juni die Saison abbrach und wertete. „Da war die Freude bei uns im Verein riesengroß.“

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"Mecklenheide hätte uns nicht mehr eingeholt"

Beim TSV können sie nun wirklich stolz auf sich sein. Denn nachdem beim Landesliga-Team die Härtefallregelung griff und damit der Klassenerhalt sicher war, vollendete der nach NFV-Entscheidung perfekte Aufstieg der U23 den bislang größten Erfolg in der Fußball-Abteilung: Erstmals spielt eine Godshorner Zweitvertretung auf Bezirksebene, in der Staffel 4.

Und wenn man ehrlich ist: Die Kreisliga-Meisterschaft war absolut verdient, die nackten Zahlen der Saison 2019/20 sprechen nämlich für sich. 16 Partien konnte die Mannschaft von Jusufovic austragen, davon gewann sie 13. Nur einmal ging sie als Verlierer vom Platz, lediglich elf Gegentore gestattete der TSV der Konkurrenz. „Bei allem Respekt vor unserem ersten Verfolger TuS Mecklenheide – aber ich bin mir sicher, dass sie uns bei einem regulären Saisonende nicht mehr eingeholt hätten.“

Enge Abstimmung mit erster Mannschaft

Mit einem 24-Mann-Kader, der ohne großen Umbruch weitgehend zusammengeblieben ist, geht Jusufovic in die neue Saison. Natürlich werde es auch mal Verstärkung „von oben“ geben. Ein Austausch von Spielern sei aber auch in anderer Richtung geplant, sagt der Coach – immer in Abstimmung mit Niklas Mohs, dem Trainer des Landesliga-Teams. „Beide Mannschaften trennt nur eine Klasse. Das ist von Vorteil. Nach jedem Abschlusstraining am Freitag spreche ich mit Niklas. Dann legen wir fest, wer wo spielt.“

Der TSV Godshorn II tritt offiziell als U23 an. Jedoch gibt es auch Spieler, die älter als 23 Jahre sind. „Ein paar erfahrene Jungs braucht man für diese Klasse“, sagt der Coach und denkt an Kicker wie Waldemar Müller, Tobias Bartel, Metin Akyol und Nino Melnjak.

Meljnak zum Verteidiger umgeschult

Vor allem die Personale Melnjak ist interessant: Der Kroate bringt die vom Coach gewünschte Erfahrung mit – sogar in der Bezirksliga, drei Jahre ging er für den TSV Stelingen auf Torejagd. In Godshorn ist er aber für das Verhindern von Gegentreffern zuständig. „Ich habe ihn umgeschult. Er macht das als Verteidiger richtig gut“, lobt Amir Jusufovic. Für das Ziel der U23, die Klasse zu erhalten, kann eine stabile Defensive keine schlechte Voraussetzung sein.