08. September 2020 / 22:53 Uhr

TSV Hagenburg ärgert sich beim Rehrener Duselsieg über ausgelassene Chancen

TSV Hagenburg ärgert sich beim Rehrener Duselsieg über ausgelassene Chancen

Uwe Kläfker
Schaumburger Ztg. / Schaumburger Nachrichten
Kann der MTV Rehren A/R wieder jubeln?
Die Rehrener feiern das 1:0, TSV-Keeper Marc Engelmann ärgert sich. © Uwe Kläfker
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Der MTV Rehren sieht wie der sichere Sieger aus, bricht dann aber ein. Trainer Idel ist es egal. Der überragende Hagenburger sieht Gelb/Rot.

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Der TSV Hagenburg kann gegen den MTV Rehren A/R nicht gewinnen. So auch gestern, als die Gäste nach souveräner erster Halbzeit einen knappen 3:2-Vorsprung über die Zeit retteten.

Das Derby, das lange nur ein Nachbarschaftsduell war, begann schwach, bei beiden Teams klemmte es im Spielaufbau. Die erste Torchance sahen die etwa 150 Zuschauer nach 14 Spielminuten, als der ehemalige Hagenburger Gianluca Blume aus 16 Metern am prächtig reagierenden TSV-Keeper Engelmann scheiterte. Während der Hagenburger Angriff ohne den verletzten Rizgar Akad lange nur ein laues Lüftchen blieb, bekam der Gast Oberwasser. Das war vor allem dem laufstarken Einsatz der Gäste um Nick Bergmann, wie Blume von Trainer Raphael Idel in die Startelf rotiert, und Julian Lattwesen zu verdanken.

Die Rehrener Allzweckwaffe Lattwesen hat so viele gute Aktionen im Spiel, irgendwas kommt immer dabei heraus. So auch gestern in der 29. Spielminute. Bergmann spielte nach einer saubere Kombination Lattwesen in den Lauf, der umkurvte Keeper Engelmann und schob zum 1:0 ein. Zwei Minuten später war die Hagenburg Abwehr erneut im Tiefschlaf, Lattwesen brach über rechts durch, sein Pass erreichte Marvin Jahn, der aus kurzer Distanz zum 2:0 traf.

x-Lattwesen
Rehrens Julian Lattwesen (links)rennt sich 60 Minuten die Lunge aus dem Hals, muss dann mit seinem Team zittern. © Uwe Kläfker

Und die Hagenburger? „Wir waren vor der Pause nicht auf der Höhe“, sagte TSV-Trainer Felix Dyck., der bis auf einen von Dimitrij Salakin getretenen Freistoß in der Nachspielzeit, der zum 1:2 im Eck einschlug, wenig von seinem Team zu sehen bekam.

Der Treffer aus dem Nichts wirkte wie ein Wachmacher für die Seeprovinzler, die nun Druck entwickelten, lauffreudiger wirkten – und zu Chancen kamen. Der MTV zeigte erste Verschleißerscheinungen, einen zu kurzen Rückpass auf Keeper René Hammer erlief sich Maurice Kirsch, der aber am Rehrener Keeper scheiterte. Glück für die Gäste, die im Gegenzug durch Bergmann das 3:1 erzielten (52.). „Wenn wir dann noch das mögliche 4:1 machen, ist der Zug abgefahren“, sagte MTV-Trainer Idel, dessen Mannschaft dem hohen läuferischen Einsatz Tribut zollen musste.

Angetrieben vom starken Salakin – und dessen überragenden Standards – rollten jetzt die Angriffe auf das Tor der Gäste. Daniel Aust setzte den ersten von drei gefährlichen Kopfbällen neben den Kasten (55.). Dann rettete wieder Hammer gegen Kirsch. „Der muss eigentlich drin sein“, sagte Dyck. Auch Philip Böttcher vergab eine dicke Möglichkeit, ehe Kirsch doch noch zum 2:3 traf (72.).

Jetzt wurde es das Spiel doch noch ein Derby. Aust, Meyn und Simon Reusch vergaben weitere Chancen für den TSV. Kurz vor dem Abpfiff gab es aus dem Getümmel nach einem Freistoß noch eine dicke Chance für Marvin Kessler - mit anschließender Rudelbildung. Salakin war da schon nicht mehr aus dem Platz, sah im Adrenalin-Rausch zweimal Gelb (wegen Meckerns) vom starken Schiedsrichter Marius Schäfer.

„Das Wort verdient kommt mir nur schwer bis gar nicht über die Lippen. Wir hatten zum Schluss eine Menge Dusel, mussten dem Pensum Tribut zollen. Aber es ist mir echt egal, wir haben gewonnen“, freute sich ein "megastolzer" Idel, während Dyck haderste und sich über die vergebenen Chancen ärgerte: „Unter dem Strich wäre ein 3:3 hochverdient gewesen."

TSV: Engelmann, Bruns, Salakin, Fieberg, Reusch (73. Lo Sasso), Gallus, Kuhnert (46. Kessler), Kirsch, Böttcher, Trepte (63. Meyn), Aust.

MTV: Hammer, J.-L. Bruns, Thies, Grittner (69. B. Metzner, M. Bruns, Lattwesen, Bergmann (83. L. Metzner), M. Jahn (87. Perri), Pinkenburg, Thiele, Blume (65. Paul).