22. Februar 2021 / 09:19 Uhr

"Bin halt kein Wandervogel": TSV Hagenburg verlängert mit Trainer Felix Dyck

"Bin halt kein Wandervogel": TSV Hagenburg verlängert mit Trainer Felix Dyck

Nicola Wehrbein
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Trainer Felix Dyck bleibt dem TSV Hagenburg treu.
Trainer Felix Dyck bleibt dem TSV Hagenburg treu. © Rico Person Fotografie
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Der TSV Hagenburg hat die Verträge mit dem Trainerduo Felix Dyck und Thomas Siemann um ein weiteres Jahr verlängert. Seit 2016 ist Dyck nun schon Chefcoach beim Bezirksliga-Aufsteiger und kann auf eine erfolgreiche Zeit zurückblicken. 

Weiter so: Die Vertragsverlängerung des Trainerduos Felix Dyck und Thomas Siemann beim Bezirksligisten TSV Hagenburg ist perfekt. Dies hat Spartenleiter Dietmar Thake voller Stolz verkündet. „Ich bin wirklich sehr glücklich darüber, dass die beiden noch ein weiteres Jahr bleiben“, sagt er. „Sie werden garantiert alles daran setzen, die Mannschaft auch künftig mit Elan und Ehrgeiz voranzubringen und das erklärte Ziel Klassenerhalt zu erreichen.“ Auch die Verlängerung mit Florian Baser, dem Coach der Zweitvertretung aus der 2. Kreisklasse, ist in trockenen Tüchern.

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Felix Dyck geht nun schon ins siebte Jahr mit seinem Herzensklub TSV Hagenburg. Das Ganze darf als erfolgreiche Liaison bezeichnet werden. Ende Oktober 2016 übernahm der bis dahin spielende Co-Trainer Dyck den Posten des Chefcoachs der Männer, er löste Patrick Glawe ab. Die Hagenburger standen damals in der Bezirksliga mit dem Rücken zur Wand. Den Abstieg konnte der gelernte Stürmer nicht mehr verhindern, aber er hielt das Team zusammen – und sorgte für Stabilität und (Auf-)Schwung.

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Levestes Sascha Romaus überwindet Kirchdorfs Schlussmann Jens Trampenau und trifft zum vermeintlichen 1:1-Ausgleich. ©

Vor der Corona-Pause lief es richtig gut

In zwei Anläufen verpassten die Seeprovinzler knapp den Sprung nach oben. Beim dritten Versuch konnten Dyck und Co. endlich das ersehnte Happy End feiern: den Aufstieg. Nun sind sie zurück im Bezirk und messen sich in der Staffel drei mit der bekannten Konkurrenz aus Schaumburg und Nienburg. Nach leichten Anlaufschwierigkeiten lief es richtig gut – auch weil der 30-jährige Dyck selbst wieder aktiv am Ball ist: Vier Siege in Serie, ein Remis gegen Spitzenreiter MTV Rehren, dann kam die Corona-Zwangspause. Aktuell sind die Hagenburger mit 14 Zählern aus acht Partien Vierter des Klassements. Wann, wie und ob überhaupt weitergespielt wird, steht derzeit in den Sternen. Sicher ist indes, dass Dyck seine Arbeit fortsetzt.

„Ich bin halt kein Wandervogel. Wenn’s passt, dann passt’s“, begründet Dyck die Verlängerung seines Vertrages um eine weitere Spielzeit. Mit einem Augenzwinkern verweist er auf Christian Streich, den Dauerbrenner aus dem Breisgau, der seit fast zehn Jahre Trainer beim SC Freiburg ist. „Das macht den Mann doch sympathisch, diese Vereinstreue. Dass er eben nicht jedes Jahr woanders hingeht. Er hat seine Mission in Freiburg. Wir sind stolz darauf, was wir in den letzten Jahren beim TSV Hagenburg aufgebaut haben. Und wir haben große Lust, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen“, sagt Dyck, der auch im Namen seines Trainerkollegen Thomas Siemann spricht, der mittlerweile im dritten Jahr dabei ist.

Von Profis gelernt

„Thomas und ich harmonieren prima, wir ergänzen uns. Gemeinsam mit Torwarttrainer Rudolf Hahner und den Betreuern Gerd Schmidt und Thomas Kauf sind wir ein eingespieltes Team ums Team“, sagt der Coach. „Die Vereinsphilosophie auf junge Talente zu setzen, die eingeschworene Mannschaft, das intakte Umfeld – das Gesamtgebilde TSV Hagenburg ist stimmig.“

Der frühere Oberligaspieler Dyck macht sich als Übungsleiter Erfahrungen aus seiner aktiven Laufbahn zunutze. Zwei ehemalige Bundesligaprofis hat er einst als Trainer gehabt, beim SSV Didderse stürmte er unter der Regie von Holger Wehlage (Werder Bremen) und während seiner Zeit beim SSV Kästorf hatte Hans-Günter Scheil (Eintracht Braunschweig) das sportliche Sagen. „Bei beiden habe ich mir vieles abgeschaut. Ich hatte gute Lehrmeister.“


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Mission in Hagenburg noch nicht zu Ende

Dass er es versteht, eine schlagkräftige Mannschaft zu formen, Teamspirit zu entfachen, junge Leute einzubauen und Motivation zu wecken, hat Dyck bereits unter Beweis gestellt. Mit der bisherigen Punkteausbeute im Bezirk ist er total zufrieden, insgemein liebäugelt der in Steinhude wohnhafte Fußballanalytiker sogar mit einem Platz unter den ersten zwei der Staffel, sprich: der Qualifikation für die Aufstiegsrunde: „Die Mannschaft hat das Potenzial. Wir sind noch nicht am Limit angekommen.“

Die Autobiografie des legendären Trainers Giovanni Trapattoni heißt „Ich habe noch nicht fertig“ – das trifft im übertragenen Sinne auch auf den Hagenburger Coach zu. Dycks Mission in Hagenburg ist noch nicht beendet, zusammen mit Siemann möchte er die junge Mannschaft stetig weiterentwickeln.