18. Februar 2021 / 07:30 Uhr

Angstgegner hin oder her: Recken wollen nach Ewigkeiten wieder in Wetzlar gewinnen

Angstgegner hin oder her: Recken wollen nach Ewigkeiten wieder in Wetzlar gewinnen

Simon Lange und Stefan Dinse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Angstgegner? Davon wird ein Recke wie Ilija Brozovic gewiss nichts hören wollen...
Angstgegner? Davon wird ein Recke wie Ilija Brozovic gewiss nichts hören wollen... © Florian Petrow
Anzeige

Lange ist's her: Im Oktober 2012 konnten die Recken letztmals in Wetzlar gewinnen, der Trainer hieß da noch Christopher Nordmeyer. Sportchef Sven-Sören Christophersen glaubt, dass der Bann bereits mit dem 25:25 in der vergangenen Saison gebrochen wurde, jetzt soll endlich wieder ein Sieg her.

Anzeige

Der Schnee schmilzt – die Stimmung steigt, jedenfalls bei Recken-Cheftrainer Carlos Ortega. Der Spanier ist froh über das Tauwetter. „Im Winter ist Schnee super. Zwei Tage. Aber dann ist es genug“, sagt er, „mit etwas mehr Wärme und der Sonne fühle ich mich viel besser. Und ich kann wieder mit dem Rad fahren.“

Anzeige

Zum Auswärtsspiel am Donnerstag (19 Uhr) bei der HSG Wetzlar geht es mit dem Bus. Wobei sich die Recken beim Blick in die Statistik den Trip ins tiefste Hessen fast sparen könnten. Seit dem Aufstieg 2009 haben die Handballer der TSV Hannover-Burgdorf erst ein einziges Ligaspiel in Wetzlar gewonnen. In zehn Partien gab es acht Pleiten, einen Sieg und eine Punkteteilung.

Mehr Berichte aus der Region

Der letzte Erfolg stammt vom 12. Oktober 2012, beim damaligen 31:27 hieß der Trainer noch Christopher Nordmeyer. Im bislang letzten Spiel in der Rittal-Arena, am 10. November 2019, gelang immerhin ein 25:25. Ähnlich miese Liga-Auswärtsbilanzen haben die Recken seit 2009 sonst nur gegen die Top-Teams Magdeburg (ein Sieg, ein Remis), Kiel (ein Sieg), Flensburg (ein Remis) und Rhein-Neckar Löwen (kein einziger Punkt) vorzuweisen.

Doch Wetzlar ist allenfalls ein besseres Durchschnittsteam. Wo­ran liegt es also, dass die HSG der Auswärts-Angstgegner der Recken ist? Einer, der es wissen muss, ist Recken-Sportchef Sven Sören Christophersen. Der 35-Jährige spielte von 2008 bis 2010 selbst in Wetzlar und reist seit 2014 vergeblich mit Hannover (erst als Spieler, seit 2018 als Manager) zur HSG.


"Gefühlt haben wir den Bann gebrochen"

„Wetzlar ist generell eine sehr heimstarke Mannschaft, nicht nur gegen uns“, erzählt Chris­to­pher­sen. Die Rittal-Arena mit ihren rund 4500 Plätzen sei „eine sehr coole Halle. Eng, immer voll, immer gute Stimmung. Ich habe dort immer gerne gespielt.“ Wetzlar habe gegen Hannover „stets eine Super-Leistung ge­zeigt“, sagt Christophersen und hofft auf eine Verbesserung der katastrophalen Zahlen. „Gefühlt haben wir mit dem Unentschieden in der letzten Saison den Bann gebrochen“, macht er Mut.

Angstgegner? Das will auch Ortega so nicht stehen lassen, gibt aber zu: „In Wetzlar war es immer schwer. Und es war immer knapp. Ich habe großen Respekt vor dieser Mannschaft, sie ist sehr gut.“ Auch Christophersen betont, dass Wetzlar „kein Durchlaufposten ist“. Dennoch „müssen wir auf uns schauen, wir haben gut trainiert. Wenn wir unser Leistungsoptimum erreichen, sind auch wir sehr schwer zu bespielen. Wir müssen in Wetzlar einfach sehr diszipliniert auftreten.“ Vorteil für Hannover: Die HSG muss ohne ihre wichtigen Fans auskommen.

Spielplan der TSV Hannover-Burgdorf in der Bundesliga-Saison 2020/21

<b>20. Spieltag:</b> Bergischer HC (A), Samstag, 6. März, 18.30 Uhr Zur Galerie
20. Spieltag: Bergischer HC (A), Samstag, 6. März, 18.30 Uhr ©

Die 26:33-Heimpleite gegen Flensburg am Sonntag, bei der die TSV im zweiten Durchgang einbrach, ist analysiert und abgehakt. „Wir haben über die zweite Halbzeit lange gesprochen. Ich habe ein gutes Gefühl, dass wir die Fehler abstellen können“, sagt Ortega.

Gegen die HSG, bei der am Mittwoch Torwart Till Klimpke seinen Vertrag bis 2015 verlängert hat, muss Ortega weiter auf Filip Kuzmanovski auskommen. Der Rückraummann wird nach einer Corona-Erkrankung behutsam aufgebaut. „Filip ist noch raus“, Ortega rechnet „aber für die Partie gegen Nordhorn mit ihm“. Am Sonntag im Heimspiel gegen die Westniedersachsen könnte Kuzmanovski vielleicht von der Bank kommen.