22. April 2021 / 20:38 Uhr

Ein Erfolg des Willens: Recken beenden gegen Wetzlar ihre Pleitenserie

Ein Erfolg des Willens: Recken beenden gegen Wetzlar ihre Pleitenserie

Stefan Dinse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Der pure Wille:
Evgeni Pevnov überzeugte einen Tag nach seiner Vertragsverlängerung bei den Recken.
Der pure Wille: Evgeni Pevnov überzeugte einen Tag nach seiner Vertragsverlängerung bei den Recken. © Florian Petrow
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Ganz wichtiger Erfolg für die TSV Hannover-Burgdorf: Nach zuletzt fünf Niederlagen in Folge konnten die Recken gegen die HSG Wetzlar mal wieder einen Sieg feiern. Dabei hatte die Mannschaft von Trainer Carlos Ortega die Anfangsphase völlig verschlafen. Am Ende reichte eine Willensleistung.

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Eine Minute vor Schluss ist Recken-Sportchef Sven-Sören Christophersen vor Freude gehüpft. Das tut er eher selten. Martin Hanne hatte für die ersatzgeschwächte TSV Hannover-Burgdorf gerade getroffen, und diesen Zwei-Tore-Vorsprung gegen die HSG Wetzlar brachten die Recken über die Zeit. Sie gewannen mit 25:24 (13:11) und minimierten damit die Abstiegssorgen in der Handball-Bundesliga. „Die Erleichterung ist schon sehr groß, es war auch ein Sieg der Moral, ich bin sehr stolz auf die Mannschaft“, sagte Christophersen. 

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Immerhin wieder mit Linkshänder Nejc Cehte im Rückraum, dafür ohne fünf Stammkräfte begannen die Recken. Ilija Brozovic (Wade) und Hannes Feise (Knöchel) fehlten verletzt. Trainer Carlos Ortega musste improvisieren, als Linksaußen spielte erneut Matteo Ehlers. Und die Recken taten sich anfangs schwer. Kurios: Beim Stand von 2:4 scheiterte Johan Hansen an Wetzlars Keeper Till Klimpke, der Ball sprang unter die Tribüne und war nicht mehr zu beschaffen. Das passte zur zunächst mäßigen Partie, in der beide Teams einige unerreichbare Pässe spielten.

Bilder vom Handball-Spiel der 1. Bundesliga zwischen der TSV Hannover-Burgdorf und HSG Wetzlar

Bilder vom Handball-Spiel der 1. Bundesliga zwischen der TSV Hannover-Burgdorf und HSG Wetzlar Zur Galerie
Bilder vom Handball-Spiel der 1. Bundesliga zwischen der TSV Hannover-Burgdorf und HSG Wetzlar ©

Viel Stückwerk von beiden Seiten

Vieles blieb zunächst Stückwerk, die Gastgeber hatten jedoch starke Einzelaktionen, darunter zwei sehenswerte Würfe von Martin Hanne. Weil Schlussmann Domenico Ebner viele Paraden hatte, blieben die Recken dran. „Beide Abwehrreihen waren stark, aber Hannovers Torhüter haben das Duell deutlich für sich entschieden“, sagte HSG-Trainer Kai Wandschneider.   

Der starke Filip Kuzmanovski markierte mit Gewalt das 8:8 (21. Minute), das Spiel blieb eng. „Wir haben diesmal die Rückraumspieler von Wetzlar besser kontrolliert“, sagte Ortega zufrieden. Den ersten Führungstreffer hatte ausgerechnet Ebner auf der Hand, der in Überzahl knapp das leere Tor verfehlte. Der Ball kullerte neben den Pfosten ins Aus.

Wetzlar machte es aber nicht besser, daher gingen die Recken mit einer Führung in die Pause. Evgeni Pevnov, der gerade seinen Vertrag bis 2023 verlängert hat sowie Ehlers im Gegenstoß sorgten für das 13:11 – für den 21-Jährigen war es bis dahin der erste Abschluss.

Cehte wirft im Wortsinn alles rein

Vor dem Beginn der zweiten Hälfte rüttelte Ebner jeden Spieler noch einmal durch. Eine ordentliche Hälfte hatten die Recken ja schon jüngst gezeigt, verloren hatten sie dennoch. Es ging mit einem verworfenen Siebenmeter Hansens sowie einem Fehlversuch von Ehlers im Gegenstoß schlecht los. Gewaltwürfe vom guten Hanne und Kuzmanovski brachten die TSV wieder in die Spur, obendrein fischte Ebner zwei Pässe im Gegenstoß weg – er wurde von den trommelnden Recken-Betreuern mit Sprechchören gefeiert. Ebner griff allerdings auch zweimal daneben, daher ging Urban Lesjak ins Tor (41. Minute). Die Recken blieben knapp vorn, weil Cehte im Wortsinn alles reinwarf. Er wirkte erschöpft, traf in dieser Phase dennoch dreimal.

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"Wir hatten ein wenig Glück am Ende"

Auch die Recken ließen nun nach, verloren etwas ihre Linie und den Vorsprung, in der 52. Minute holte sich die HSG die Führung, es hieß 21:22. Nun war es ein Kraftakt. Kuzmanovski glich aus und erzielte per Strafwurf das 23:22 (57.). Dann hielt Lesjak aus spitzem Winkel und Kuzmanovski zielte ins leere HSG-Tor zum 24:22 – nur eine Minute blieb.

Wetzlar verkürzte wieder, doch Hanne machte mit einem Wurf an den Innenpfosten zum 25:23 alles klar. „Wir hatten ein wenig Glück am Ende, aber das hatten wir zuletzt ja nicht. Diese Punkte sind sehr wichtig“, sagte Ortega. Dann ging er das erste Mal seit Wochen mit einem Lächeln in die Kabine.