11. September 2021 / 11:04 Uhr

"Konstanz fehlt noch": Recken wollen richtige Schlüsse aus Pleite gegen Rhein-Neckar Löwen ziehen

"Konstanz fehlt noch": Recken wollen richtige Schlüsse aus Pleite gegen Rhein-Neckar Löwen ziehen

Stefan Dinse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Bleibt ruhig: Recken-Coach Christian Prokop.
Bleibt ruhig: Recken-Coach Christian Prokop. © Florian Petrow
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Das erste Bundesligaspiel der Saison hat die TSV Hannover-Burgdorf mit 24:28 verloren. Gegen die favorisierten Rhein-Neckar Löwen zeigte das Team von Christian Prokop dennoch eine ordentliche Leistung. Nun gilt es, weiter an den richtigen Stellschrauben zu drehen. "Wir brauchen einfach Geduld, uns fehlt noch die Konstanz", stellt der Trainer klar. 

„Wir sind nicht mit dem erhofften positiven Gefühl aus dem Spiel gegangen“, sagt der neue Recken-Trainer Christian Prokop. „Und das schmerzt schon.“ Nach der Bundesliga-Auftaktniederlage gegen die Rhein-Neckar Löwen mit 24:28 waren die Spieler geknickt, wenngleich sie von den 2353 Zuschauern gefeiert wurden für einen couragierten Auf­tritt. Erst in einer Woche spielen die Recken erneut, dann da­heim um 16 Uhr in der ZAG-Arena gegen den Bergischen HC.

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Prokop stand bei seinem ersten Auftritt für die Recken natürlich im Blickpunkt, doch so gut war der 1,90 Meter große Trainer vor der Bank gar nicht zu erkennen. Zu­min­dest dann nicht, wenn die Spieler auch standen, dann sah der 42-Jährige im dunklen Oberteil fast wie einer von ihnen aus. Prokop feuerte an, applaudierte, ballte die Faust, reckte die Daumen nach oben – vor allem in den ersten 20 Minuten. Als es Grund zum Kopfschütteln gegeben hätte oder Meckern, wie in der Schlussphase von Hälfte eins („Wir schenken das zu schnell her, das ist ärgerlich“), tat Prokop das nicht. Er blieb positiv: „Wir brauchen einfach Geduld, uns fehlt noch die Konstanz. Aber diese Partie gibt uns hundertprozentig viele Aufschlüsse, mit denen wir arbeiten können.“

Bilder vom Spiel der HBL zwischen der TSV Hannover-Burgdorf und den Rhein-Neckar Löwen

Evgeni Pevnov und Christian Prokop besprechen sich. Zur Galerie
Evgeni Pevnov und Christian Prokop besprechen sich. ©

3:2:1-Variante überrascht die Löwen

Eine wichtige Erkenntnis: Die Abwehr stand sehr ordentlich und hatte die Löwen meist gut im Griff. Die nach dem Wechsel gespielte 3:2:1-Variante überraschte die Gäste. „Das haben sie gut und aggressiv gespielt, wir hatten echt Probleme“, sagte Ex-Recke Mait Pa­trail, der für die Mannheimer im Innenblock gewohnt stabil gestanden hatte. Der 33-jährige Este war in Hannover mit reichlich Applaus empfangen worden. „Das ist hier meine zweite Heimat und immer wieder schön. Es war wichtig, dass wir einen guten Start haben, auch wenn unser Spiel nicht so toll war“, sagte Patrail.

Änderungen im Spiel der Recken hat er zwar zur Kenntnis genommen, „aber du merkst natürlich das alte System und die Ideen“. Patrail sprach hinterher noch lange mit Ilija Brozovic, Nejc Cehte und Urban Lesjak. „Das sind und bleiben Freunde, auch wenn wir nicht mehr so oft telefonieren.“ Patrails Vertrag läuft nur noch ein Jahr, seine Zukunft ist unklar.

"Haben klar erkannt, woran wir arbeiten müssen."

Dass es bei den Recken mit dem Fokus auf den Angriff weitergeht, dürfte klar sein. Prokop sah zwar „eine Mannschaft, die sich wieder ranbeißt“, er monierte je­doch überhastete Abschlüsse. Pro­ble­me gab es auf der Spielmacherposition, wo Veit Mävers we­gen einer Bauchmuskelzerrung passen musste. So kam Filip Kuzmanovski zum Einsatz, der Schwede Jonathan Edvardsson war als neuer Lenker erkennbar noch nicht lange genug mit dem Team zusammen. Neben schwachen Abschlüssen gab es zu viele Fehlpässe.

Da kommt es den Recken zu­pass, dass die Partie in Stuttgart in dieser Woche (die Porsche-Arena ist nicht frei) auf den 12. Dezember verlegt worden ist. Vielleicht wird Mävers für die Partie gegen den Bergischen HC rechtzeitig fit, Ed­vards­son gewinnt auf jeden Fall mehr Zeit. „Wir gehen Schritt für Schritt weiter“, sagte Prokop. Ka­pi­tän Fabian Böhm formulierte es so: „Wir haben klar erkannt, woran wir arbeiten müssen.“