03. Juni 2021 / 21:24 Uhr

Trotz großem Kampf: Recken scheitern im Pokal-Halbfinale gegen Melsungen

Trotz großem Kampf: Recken scheitern im Pokal-Halbfinale gegen Melsungen

Stefan Dinse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Mit vollem Einsatz: Der Recke Nejc Cehte (Nummer 3) stoppt Melsungens Julis Kühn. 
Mit vollem Einsatz: Der Recke Nejc Cehte (Nummer 3) stoppt Melsungens Julis Kühn.  © IMAGO/Holsteinoffice
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Es sollte einfach nicht sein: Die TSV Hannover-Burgdorf verpasste am Donnerstagabend den Einzug ins Finale des DHB-Pokals. Das Team von Carlos Ortega verlor beim Final Four in Hamburg knapp mit 24:27 (10:14) gegen die MT Melsungen. Damit ist für die Recken auch der Traum vom Europapokal geplatzt. 

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Sie haben ein schillernde Choreografie aufs Feld gezaubert vor dem Anpfiff des Halbfinale im Final Four. Die Logos beider Teams blitzten auf, dazu gab es ein kleines Feuerwerk und schließlich den funkelnden DHB-Pokal im Mittelkreis. Ein Lichtspektakel. Auch die Recken hatten ihre lichten Momente in der Hamburger Barclaycard-Arena. Das reichte aber nicht gegen die MT Melsungen - die TSV Hannover-Burgdorf verlor mit 24:27 (10:14) und verpasste den Finaleinzug gegen den TBV Lemgo, der den THW Kiel ausgeschaltet hatte.

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Dabei begann es gut. Der frisch frisierte Torwart Domenico Ebner hielt den ersten Wurf, Martin Hanne stellte auf 1:0. Nach dem Ausgleich mussten zwei MT-Spieler auf die Bank, Johan Hansen verwandelte einen Strafwurf zum 2:1 und Filip Kuzmanovski lief gegen vier Verteidiger locker zum 3:2 durch. Die MT überstand diese kritische Phase aber ohne Schaden. Ihre Abwehr stand recht tief und sicher, ließ die Recken kommen.

Bilder zum Halbfinale des DHB-Pokals zwischen der MT Melsungen und der TSV Hannover-Burgdorf

Der Recke Evgeni Pevnov ist auf dem Weg zum Tor. Zur Galerie
Der Recke Evgeni Pevnov ist auf dem Weg zum Tor. ©

Recken in der Offensive zu durchschaubar

Evgeni Pevnov prallte dann bei seinem artistischen Rückhandtor zum 4:3 mit Torwart Silvio Heinevetter zusammen, dieses Knäuel war jedoch schnell entwirrt. In der Folge lösten es die Melsunger besser und übernahmen mit 5:4 die Führung, Ex-Recke Timo Kastening war erfolgreich.



Zwar stand die TSV defensiv ordentlich, ihre offensiven Aktionen waren aber zu durchschaubar. Sie profitierten meist von Strafen gegen die MT. Per Siebenmeter gerieten die Recken mit 5:7 in Rückstand (17.). Für den im Abschluss glücklosen Nejc Cehte kam Ivan Martinovic und stellte mit seinen Treffern jeweils den Anschluss her – sein erster Wurf aufs Tor erreichte 128 Stundenkilometer. Aber Melsungen blieb vorne. Als Johan Hansen per Strafwurf an Heinevetter scheiterte, kassierten die Recken im Gegenstoß das 7:10 (24.) und blieben mit drei Toren hinten.

Recken fighten sich zurück

Über den Kreis kam zu selten Gefahr, auf den Recken-Rückraum hatte sich die MT eingestellt. Vier Sekunden vor der Halbzeit erhöhte Julius Kühl sogar auf 14:10. Über die schnelle Mitte kam Ilija Brozovic noch einmal zum Wurf und streckte Felix Danner nieder – derart umwerfend waren die Recken aber zu selten.

Zur zweiten Hälfte kam Urban Lesjak für Ebner (drei Paraden in Hälfte eins) ins Tor, Trainer Carlos Ortega stellte zudem links um. Er brachte Hannes Feise im Wechsel mit Vincent Büchner. Feise traf prompt, Martinovic verwandelte zwei Siebenmeter – die TSV war wieder im Spiel und auf ein Tor dran beim 15:16 (38.). Jubelnd gingen die Recken in die Auszeit. Lesjak lenkte den nächsten Strafwurf mit beiden Händen übers Tor, Martinovic machte es auf der Gegenseite besser zum 16:16.

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Böhm stapft stocksauer Richtung Kabine

Beim Stand von 17:17 erwischte Kapitän Fabian Böhm Kühl in der Luft, der Melsunger blieb liegen. Heinvetter tobte, die Schiedsrichter entschieden nach Videobeweis auf Rot. Böhm stapfte stocksauer Richtung Kabinentrakt, Sportchef Sven-Sören Christophersen versuchte ihn zu beruhigen. „Das kann nicht sein“, schimpfte Böhm mehrfach. Er setzte sich schließlich mit Schutzmaske in den unteren Rang zum Fanblock der Kieler.

Die Partie blieb dennoch offen, die Recken glichen immer wieder aus bis zum 21:21. Dann kassierten sie zwei Treffer. Hanne mit einem abgefälschten Wurf sowie Hansen egalisierten. In die für die Recken oft so verflixten letzten fünf Minuten ging es mit dem Stand von 24:24. Nach dem 24:25 per Strafwurf scheiterte Feise am Pfosten, nur anderthalb Minuten verblieben. Domagoj Pavlovic narrte dann bei angezeigtem Zeitspiel die Recken-Abwehr und überwand Lesjak. 46 Sekunden waren noch auf der Uhr. Zu wenig für die TSV Hannover-Burgdorf. Den letzten Angriff verwandelte ausgerechnet Kastening.

Fans feiern die Recken trotz Niederlage

Dennoch wurden die Recken von ihren Fans gefeiert. Ortega und sein Co Iker Romero bekamen das aber schon nicht mehr mit, sie waren bereits in die Kabine geschlichen.