06. August 2019 / 08:56 Uhr

TSV Hannover-Burgdorf: Recke Mävers als Spielmacher bei der U19-WM

TSV Hannover-Burgdorf: Recke Mävers als Spielmacher bei der U19-WM

Simon Lange
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Bereit für die Weltmeisterschaft: Jungrecke Veit Mävers (18) will mit der deutschen U19 mindestens in Halbfinale.
Bereit für die Weltmeisterschaft: Jungrecke Veit Mävers (18) will mit der deutschen U19 mindestens in Halbfinale. © Florian Petrow
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Jungrecke Veit Mävers startet Dienstagmittag mit der Nationalmannschaft in der Gruppenphase gegen Portugal. Der 18-jährige Abiturient träumt bereits vom Titel. Und von einem Quasi-Profi-Leben in Hannover zwischen Uni und Sporthalle.

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„Handball und Fußball – das sind schon andere Welten“, sagt Jungrecke Veit Mävers (18). Für diese Einsicht reichte ihm ein Blick nach nebenan. In Kaiserau, wo die deutsche U19 sich auf die heute beginnende WM in Nordmazedonien vorbereitet hatte, war am Wochenende auch der große FC Bayern einquartiert – zur Vorbereitung für den Supercup in Dortmund.

Die Fußballstars waren natürlich im schicken Sporthotel untergebracht, Mävers und Co. nebenan in der schlichteren Sportschule. „Wir haben die Spieler in den Bus steigen sehen, überall waren Sicherheitsleute und Ordnungsdienste“, erzählt Mävers über die Begegnung der anderen Art. Hier die jungen Handballtalente, dort die millionenschweren Topkicker.

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Morten Olsen schraubt sich zum Kopfball in die Luft. Zur Galerie
Morten Olsen schraubt sich zum Kopfball in die Luft. ©
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Mävers hat alle Stufen der DHB-Jugend durchlaufen

Aber Mävers ist schlau genug, keine weiteren Gedanken an die Unterschiede dieser beiden Ballsportarten zu verschenken. Sein Fokus gilt gerade einzig und allein der anstehenden WM in Skopje, wohin sich das Team von Bundestrainer Erik Wudtke am Sonntag auf den Weg machte. Den Flughafen in der nordmazedonischen Hauptstadt kennt Mävers noch vom EHF-Cup-Spiel der Recken in Bitola. Und auch sonst ist der 18-Jährige ganz schön rumgekommen für sein Alter. Zwar wohnt er noch immer in seinem Heimatort Hameln, aber in der DHB-Jugend ist er bisher alle Stufen gegangen. Zwei Jahre U17, jetzt das zweite Jahr U19. Die WM ist nicht sein erstes Turnier, aber vielleicht sein wichtigstes.

Bereit zum Abflug nach Skopje: Veit Mävers (rechts) mit Teamkollege Julian Köster am Flughafen Köln/Bonn.
Bereit zum Abflug nach Skopje: Veit Mävers (rechts) mit Teamkollege Julian Köster am Flughafen Köln/Bonn. ©

Sportchef Christophersen fuhr Mävers persönlich nach Hause

Mävers hat eine tragende Rolle im 16-Mann-Kader. Der Spielmacher soll in der Rückraummitte für Tempo und Organisation sorgen und die Halbpositionen in Szene zu setzen. Die Rückraummitte ist mit Mävers, Zimmerkollege Ian Weber und Julian Köster sogar dreifach besetzt. „Es gibt keine erste Sieben, jeder von den 16 ist wichtig“, sagt Mävers, der auch für die Siebenmeterwürfe verantwortlich ist. Eine Rolle, die er auch schon erfolgreich bei den Recken ausfüllte, als die Profis von der Linie schwächelten.

Bei der TSV Hannover-Burgdorf spielte Mävers in der vergangenen Saison hauptsächlich in der A-Jugend, aufgrund der vielen verletzten Profis rückte er aber immer wieder in den Bundesliga-Kader und spielte sogar im Europacup. Ganz nebenbei baute Mävers sein Abitur an der Schillerschule in Hameln. Vom Europacup-Spiel in Berlin chauffierte ihn Sportchef Sven-Sören Chris­to­pher­sen persönlich zurück, damit er ausgeruht die Physikklausur schreiben konnte.

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Ab Herbst Wirtschaftsstudium in Hannover

Mävers steckte den Stress locker weg. Der Musterschüler schloss sein Abitur mit der Note 1,8 ab, für den Herbst will er sich in Hannover an der Leibniz-Uni für Wirtschaftswissenschaften einschreiben. Ein Quasi-Profi-Leben, Schule und jetzt Uni – kein Pro­blem für Mävers. „Ich bin es ja gewohnt.“

Mävers wirkt aufgeräumt, pfiffig, smart – mit dem Blick fürs Ganze. Die ideale Mischung, um die deutsche U19 bei der WM so weit wie möglich zu führen. Offiziell gilt das Halbfinale als Ziel, insgeheim denken Mävers und Co. auch an den Titel. „Natürlich wäre es ein Traum, Gold zu holen, aber man muss auch realistisch sein. Vorher müssen wir die Pflichtaufgaben erledigen.“

"In guter Form können wir jeden Gegner schlagen"

Heute (12.30 Uhr, www.dhb.de/livestreams) startet sein Team in der Sechsergruppe D gegen Portugal. Am letzten Vorrundenspieltag geht es gegen den Vizeeuropameister Island wohl um den Gruppensieg und die beste Ausgangsposition fürs Achtelfinale. Die übrigen Gegner: Tunesien, Serbien und Brasilien.

Mävers ist WM-Optimist. „Unsere Gemeinschaft ist stark, sehr familiär. Die Stimmung ist top. In guter Form können wir hier jeden Gegner schlagen.“ Und da Handballer generell eher weniger als abergläubisch gelten, ist es wohl auch kein schlechtes Omen, dass der FC Bayern nach der Vorbereitung in Kaiserau den Supercup gegen Dortmund verlor.

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