25. November 2021 / 17:20 Uhr

Lemgo-Lust statt Flensburg-Frust: Recken blicken trotz Absage-Ärger nach vorn

Lemgo-Lust statt Flensburg-Frust: Recken blicken trotz Absage-Ärger nach vorn

Simon Lange
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Die Recken wollen am Wochenende wieder spielen - und jubeln.
Die Recken wollen am Wochenende wieder spielen - und jubeln. © IMAGO/Zink
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Nach dem Ärger über die Absage des Heimspiels gegen Flensburg blicken die Recken jetzt nach vorn. "Die Mannschaft konzentriert sich auf Lemgo", sagt Sportchef Sven-Sören Christophersen. Allerdings: Die Zwangspause sei "nicht hilfreich gewesen".

Nichts Neues in Hannover – dafür in Flensburg: Wie sich jetzt herausgestellt hat, gehören zu den fünf mit dem Corona-Virus infizierten Akteuren der SG Flensburg-Handewitt auch der Trainer Maik Machulla und sein Assistent Mark Bult.

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„Wir hatten mitgeteilt, dass wir fünf positive Fälle haben. Zwei davon sind Mark und ich“, sagte Machulla am Mittwoch. Hinzugekommen sind seit dem Wochenende keine weiteren Fälle. Damit tritt das Team am Donnerstag in der Champions League bei Dinamo Bukarest an – aber ohne das Trainerteam und die drei Profis, von denen nur Simon Hald namentlich genannt ist.

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Die Coronafälle waren am Wochenende kurz vom Spiel der Flensburger bei den Handball-Recken der TSV Hannover-Burgdorf in der ZAG-Arena bekannt geworden. Aus Angst, es könnten noch weit mehr Infizierte dabei sein, sagte die HBL das Spiel kurzerhand ab – ohne Rücksprache mit den Behörden und den Recken. Wie berichtet, brach die HBL dabei auch ihre eigenen Regeln, wonach Mannschaften antreten müssen, wenn die Hälfte des Li­zenz­spie­lerka­ders einsatzfähig sind. Wie bei Flensburg der Fall.

Vor allem diesen Punkt hatten die Recken kritisiert – und warten seitdem auf eine persönliche Stellungnahme der Liga in Richtung der TSV. „Wir haben einen Sachverhalt, der nach wie vor unbefriedigend ist“, sagt Recken-Sportchef Sven-Sören Christophersen, der die Begründungen und Erläuterungen des Liga-Chefs Frank Bohmann für die umstrittene Absage nur entweder aus der Zeitung oder aus dem Fernsehen kennt.

Volle Konzentration auf Lemgo

„Ein sicheres Spiel war nicht zu verantworten, eine Absage alternativlos“, sagte Bohmann beim Bezahlsender Sky. Bezogen auf den eigenen Regelbruch erläuterte Bohmann: „Oberstes Kriterium bleibt, dass alle gesund bleiben sollen und dass wir die Pandemie eindämmen müssen. Von daher ist jede Spielabsetzung zu rechtfertigen.“ Ob die Regularien angepasst werden, ist offen. Die Liga trifft sich Mittwoch wieder in großer Runde mit den Klubvertretern.

„Wir fokussieren uns jetzt auf andere Dinge als diese Thematik“, sagt Christophersen. „Die Mannschaft konzentriert sich auf Lemgo“, den kommenden Auswärtsgegner am Sonntag. Die Recken-Profis wollen einfach nur spielen nach der viel diskutierten Absage.


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14. Spieltag: TuS Nettelstedt-Lübbecke (H), Sonntag, 5. Dezember, 16 Uhr ©

Die Zwangspause nach dem Spielausfall gegen Flensburg sei „nicht hilfreich gewesen“, so Christophersen. Die Recken brauchen jedes Spiel, um das neue System von Trainer Christian Prokop umzusetzen. Am Montag und Dienstag habe die Mannschaft intensiv trainiert, am Mittwoch war frei, ab Donnerstag beginnt die gezielte Vorbereitung auf das Spiel beim bärenstarken Pokalsieger Lemgo.

Es ist der Auftakt eines extremen Restprogramms bis kurz nach Weihnachten mit insgesamt acht Spielen in 30 Tagen. Platz für das Nachholspiel gegen Flensburg ist da keiner. Auch ab Februar nach der Winterpause bleibt der Spielplan eng. „Wir werden die Abstände verkürzen müssen. Es ist nicht auszuschließen, dass zwei Spiele in drei Tagen stattfinden“, sagte Bohmann generell mit Blick auf Nachholspiele und gibt offen zu: „Es ist eine Verschiebung des Wettbewerbs – an der wir nicht rütteln können.“