21. Oktober 2020 / 07:30 Uhr

Wurfstarker Recke: Alfred Jönsson erstmals für Schwedens Nationalmannschaft nominiert

Wurfstarker Recke: Alfred Jönsson erstmals für Schwedens Nationalmannschaft nominiert

Stefan Dinse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Im Anflug Richtung Debüt: Alfred Jönsson könnte bald erstmals das Gelb und Blau der schwedischen Nationalmannschaft überstreifen.
Im Anflug Richtung Debüt: Alfred Jönsson könnte bald erstmals das Gelb und Blau der schwedischen Nationalmannschaft überstreifen. © Florian Petrow
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"Wenn er den Ball hat, ist er gefährlich. Sein Wurf ist super, er ist schnell." Carlos Ortega, Trainer der TSV Hannover-Burgdorf, findet viele lobende Worte für Alfred Jönsson. Der Schwede blüht bei den Recken langsam auf - und ist jetzt erstmals für die Nationalmannschaft nominiert worden.

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Noch haben nicht alle Nationaltrainer ihre Kader für die Länderspiele veröffentlicht. Der Norweger Glenn Solberg hat sich jedoch früh festgelegt und erstmals Alfred Jönsson in das schwedische Aufgebot berufen. Der 22-jährige Recke dürfte in den Partien gegen Rumänien (5. November) und im Kosovo (8. November) zum Einsatz kommen. Zunächst steht für den neuen Spielmacher der TSV Hannover-Burgdorf aber die Bundesliga-Partie gegen den Bergischen HC auf dem Plan (Donnerstag, 19 Uhr, ZAG-Arena).

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Solberg ist gut mit Recken-Trainer Carlos Ortega befreundet. Beide haben zwei Jahre zusammen für den FC Barcelona gespielt, besonders gut verstehen sich auch ihre Ehefrauen. „Es ist eine lange Freundschaft, die da entstanden ist. Glenn und ich telefonieren oft wegen Alfred“, sagt Ortega.

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Und zuletzt wusste der Spanier seinem ehemaligen Mitstreiter viel Gutes über Jönsson zu berichten. 15 Tore hat „Alfie“, so sein Spitzname, in vier Partien für die TSV erzielt. Er verwandelte zwei von drei Versuchen. Das ist eine ordentliche Quote, dazu gab er 13 Torvorlagen. Der Schwede kann sehr hoch springen, sein Wurf ist hart. „Alfred ist jedoch noch etwas zu sehr auf seine Abschlüsse fokussiert. Er könnte seine Mitspieler mehr einbinden“, schränkt Ortega ein.

Ortega sieht Jönsson in der Mitte

Während ihn Solberg für Schwedens Auswahl im linken Rückraum brauchen kann, sieht Ortega den etwas stillen Jönsson in der Mitte. „Er ist unsere Nummer eins als Spielmacher, er ist unser Kopf. Und da macht er schon viele gute Dinge“, lobt der Recken-Coach. Das bedeutet zugleich, dass Jönsson momentan nicht mehr so oft mit Abwehraufgaben behelligt wird. Denn obwohl „es unglaublich ist, mit viel Gewicht Alfred im Kraftraum hantiert“ (Ortega), so fehlt es ihm in der Defensive doch noch an Stabilität.

In der Zukunft wünscht sich der Trainer einen Jönsson, über den die Gegenstöße laufen. „Wenn er den Ball hat, ist er gefährlich. Sein Wurf ist super, er ist schnell“, so Ortega. Insgesamt hat sich der Schwede deutlich gesteigert, aber das musste er auch. Viele Alternativen haben die Recken in dieser Saison nicht. Jönsson blüht langsam auf, traut sich mehr zu nach dem Wechsel des überragenden Morten Olsen. Und Ortega tut das ohnehin: „Alfred brauchte einige gute Spiele, die hat er nun gemacht. Für einen großen Handballer bringt er sowieso alles mit.“

"Er bringt viele positive Impulse"

13 von 19 Mann des schwedischen Kaders spielen in der Bundesliga, mit Linus Arnesson und Max Darj allein zwei beim nächsten Gegner, dem Bergischen HC. Ortega traut Jönsson den Durchbruch zu: „Das kann Alfreds Saison werden.“ Recken-Sportchef Sven-Sören Christophersen sieht es ähnlich. „Er hatte ein schweres erstes Jahr mit gesundheitlichen Problemen und starker Konkurrenz auf seiner Position. Nun hat Al­fred mehr Spielzeit und mehr Verantwortung“, so Chris­tophersen. „Er arbeitet sich immer mehr ein ins Team und bringt viele positive Impulse.“

Rund 1500 Tickets sind für die Partie gegen den Bergischen HC bereits verkauft, mehr Besucher hat die TSV in dieser Saison wegen Corona noch nicht gehabt. 2000 dürfen maximal dabei sein, die Karten sind nur online zu haben.