28. Mai 2021 / 07:18 Uhr

Nach Arbeitssieg in Nordhorn: Recken wollen zeigen, dass sie es "deutlich besser können"

Nach Arbeitssieg in Nordhorn: Recken wollen zeigen, dass sie es "deutlich besser können"

Simon Lange
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Mit frischem Selbstvertrauen wollen die Recken um Vincent Büchner das Final Four in Angriff nehmen - und vielleicht noch einmal die Top 10.
Mit frischem Selbstvertrauen wollen die Recken um Vincent Büchner das Final Four in Angriff nehmen - und vielleicht noch einmal die Top 10. © Florian Petrow
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Ein handballerischer Leckerbissen ist es nicht gewesen, den die Recken beim 22:20 bei der HSG Nordhorn-Lingen abgeliefert haben. Der Arbeitssieg ist dennoch in mehrerlei Hinsicht wichtig gewesen. Und jetzt wollen Vincent Büchner & Co. zeigen, "dass wir es deutlich, deutlich besser machen können".

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Nein, es war vieles nicht gut beim knappen 22:20-Sieg der TSV Hannover-Burgdorf bei der HSG Nordhorn-Lingen. Gegen die meisten anderen Gegner der HBL hätten die Re­cken ernsthafte Schwie­rig­kei­ten gehabt am Mitt­woch­abend. Wichtig wa­ren letztlich die zwei Punkte – in vie­ler­lei Hinsicht.

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Für die Tabelle: Mit dem Sieg kletterte die TSV von Rang 14 auf Rang 13 und überholte den morgigen Gegner Stuttgart (Samstag, 18.30 Uhr, ZAG-Arena). Hannover (27:35) hat nun einen Puffer von acht Pluspunkten auf den ersten Abstiegsrang (Ludwigshafen 19:41). Das müsste reichen, um dem Abstiegsgespenst keinen Raum zum Spuken zu geben. Rein rechnerisch ist bei sieben beziehungsweise acht Spielen zwar noch alles möglich, aber die Recken müssten nun durch sein.

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„Wir haben keine Bedenken“, versichert Linksaußen Vincent Büchner, der gegen Nordhorn das entscheidende Tor erzielte. „Trotzdem wollen wir in den nächsten Spielen zeigen, wo wir eigentlich stehen können – und dass wir es deutlich, deutlich besser machen können.“

Das generelle Saisonziel – die Top 10 – wird schwer zu erreichen sein, ist aber rechnerisch auch noch möglich. Ein Sieg gegen Stuttgart würde dabei helfen. „Wir wollen nach unten nichts mehr an­bren­nen lassen“, sagt Sportchef Sven-Sören Chris­to­pher­sen.

Mit breiter Brust zum Final Four?

Fürs Selbstvertrauen: Nach vier Spielen in Folge ohne Niederlage gegen Wetzlar (Sieg), Coburg (Sieg), Lemgo (Sieg) und Berlin (Unentschieden) hatte es zuletzt gegen Ludwigshafen und Minden zwei bittere und unnötige Pleiten in Folge gegeben. Das nagte am Selbstvertrauen, fatal so kurz vorm Pokal-Final-Four kommende Woche.

Mit dem Rumpelsieg gegen Nordhorn und einem möglichen Erfolg ge­gen Stuttgart könnten die Re­cken trotzdem mit breiter Brust nach Hamburg fahren und das Halbfinale gegen Melsungen (3. Juni, 19.30 Uhr) angehen. „Man hat schon ge­merkt, dass die Mannschaft einen Rucksack mit sich herumschleppt, verunsichert durch die letzten Ergebnisse. Die nötige Leichtigkeit hat ge­fehlt. Offensiv war es zwischendurch ein großer Krampf“, sagte Christophersen, „jetzt wollen die Spieler mit einem guten Gefühl aus der Woche rausgehen.“

Spielplan der TSV Hannover-Burgdorf in der Bundesliga-Saison 2020/21

<b>37. Spieltag:</b> HBW Balingen-Weilstetten (A), Mittwoch, 23. Juni, 19 Uhr Zur Galerie
37. Spieltag: HBW Balingen-Weilstetten (A), Mittwoch, 23. Juni, 19 Uhr ©

Auch wichtig: In der entscheidenden Schlussphase blieben die Recken dieses Mal cool. Hinten und vorne. Und Büchner, der gegen Berlin den entscheidenden Wurf versemmelt hatte, fühlte sich stark genug, es gegen Nordhorn besser zu machen.

Kuzmanovski und Hansen setzen Akzente

Für einzelne Feldspieler: Gegen Nordhorn überzeugten die Recken mit einer kämpferischen Teamleistung, besonders in der Abwehr um zwei starke Torhüter. Aber auch im Angriff setzten vor allem zwei Spieler starke Akzente: die beiden Neuzugänge Filip Kuzmanovski und Johan Hansen. Beide haben bislang in dieser Saison sehr schwankende Leistungen gezeigt.

Rechtsaußen Hansen fehlte oft die Präzision in seinen Würfen, gegen Nordhorn war der dänische Doppelweltmeister mit zehn Toren (davon fünf Siebenmeter) überragender Schütze. Dem Nordmazedonier Kuzmanovski fehlte oft die Ruhe, er wirkte übereifrig und ungestüm bei seiner Spezialität, den Gegenstößen

Ge­gen Nordhorn bekam er das Vertrauen von Trainer Carlos Ortega, die Attacken auch aus dem Positionsangriff zu lenken. „Ich finde, Filip hat seine Sache richtig gut gemacht. Er hatte einen viel sicheren Ball als in den letzten Partien. Das hat uns zuletzt gefehlt“, so Büchner und lobte: „Filip hat ein gutes Au­ge für die Mitspieler,“