14. Januar 2021 / 16:10 Uhr

"Habe keinen Druck": Recken-Co Iker Romero ganz entspannt bezüglich seiner Zukunft

"Habe keinen Druck": Recken-Co Iker Romero ganz entspannt bezüglich seiner Zukunft

Stefan Dinse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Iker Romero macht die Zusammenarbeit mit Landsmann Carlos Ortega bei den Recken unglaublich viel Spaß.
Iker Romero macht die Zusammenarbeit mit Landsmann Carlos Ortega bei den Recken unglaublich viel Spaß. © imago images/wolf-sportfoto
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Bleibt er Co-Trainer an der Seite von Carlos Ortega bei den Recken? Oder wagt er den nächsten Schritt und wird Cheftrainer? "Ich habe keinen Druck", sagt Iker Romero. "Alles ist mehr als super hier für mich." Er fühlt sich bei der TSV Hannover-Burgdorf pudelwohl - anders als beim Blick auf die WM in Ägypten.

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In diesem Jahr wird auch Iker Romero nur vor dem Fernseher sitzen, wenn das spanische Nationalteam bei der Handball-WM in Ägypten spielt. Der Co-Trainer der Recken assistierte den Iberern drei Jahre lang und half noch beim EM-Titelgewinn 2018 mit. „Es war immer ein großes Vergnügen. Aber es wurde dann zu viel, und das war für alle nicht gut“, sagt der Weltmeister von 2005. „Erste Männer und Jugend bei den Recken, dazu Nationalteam – ich hatte keine Freizeit mehr“, so Romero.

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Und weil der 40-Jährige obendrein vor einem Jahr zum zweiten Mal Vater geworden ist, beschloss er, sich auf Hannover und die Familie zu fokussieren. „Ich bin froh, das war genau richtig“, sagt Romero.

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Was die WM anbelangt, hat der 200-fache Auswahlspieler wegen Corona „ehrlich gesagt nicht das beste Gefühl. Nach den Absagen der USA und Tschechiens ist das sportlich sowieso nicht mehr optimal.“ Seine nach dem erneuten EM-Triumph 2020 kaum veränderten Spanier sieht er bestens gerüstet, auch den vermeintlich geschwächten Deutschen traut Romero das Halbfinale zu: „Die jungen Spieler, die man vorher nicht so gesehen hat, wollen sich jetzt zeigen und beweisen. Das ist ein großes Plus, der Kader ist sowieso gut.“

Romero hätte auf jeden Fall Lesjak nominiert

An einen Titelkandidaten Nummer eins glaubt Romero, der mit der ehemaligen deutschen Nationalspielerin Laura Steinbach verheiratet ist, grundsätzlich nicht: „Es hat sich in den letzten Jahren gezeigt, dass die Topfavoriten früh scheitern oder spätestens im Halbfinale.“ Unter denen, die es in Ägypten in die Vorschlussrunde schaffen können, sieht Romero unter anderem Kroatien mit den Recken Ivan Martinovic und Ilija Brozovic: „Egal, was passiert, ob sie Verletzte haben oder was auch immer, am Ende sind die Kroaten da.“

Und die anderen WM-Recken? Schweden ist für Romero das große Fragezeichen, Alfred Jönsson traut er im linken Rückraum einiges zu. Gleiches gilt für Rechtsaußen Johan Hansen mit Dänemark. „Beide werden genug Spielzeit bekommen, dieses Turnier wird lang“, sagt Hannovers Co-Trainer.

Auf den Slowenen Nejc Cehte dürfte vorwiegend Abwehrarbeit zukommen, mutmaßt Romero, der offen sagt: „Ich als Trainer hätte als Torwart ganz bestimmt auch Urban Lesjak nominiert.“ Sehr glücklich sei Filip Kuzmanovski gewesen, dass er mit Nordmazedonien nachrücken darf. „Für ihn ist das ein Traum. Dieses Team kann in einer Partie jeden schlagen, aber über das gesamte Turnier wird es schwer.“

Spielplan der TSV Hannover-Burgdorf in der Bundesliga-Saison 2020/21

<b>17. Spieltag:</b> HSG Nordhorn-Lingen (H), Samstag, 6. Februar, 20.30 Uhr, ZAG-Arena Zur Galerie
17. Spieltag: HSG Nordhorn-Lingen (H), Samstag, 6. Februar, 20.30 Uhr, ZAG-Arena ©

Wie es mit Romero bei der TSV Hannover-Burgdorf weitergeht, ist noch offen. „Alles ist mehr als super hier für mich“, sagt Romero, der sich jedoch bereit fühlt für die Rolle als Cheftrainer. Kommt ein passendes Angebot, könnte er wechseln, sein Vertrag läuft aus. „Ich habe keinen Druck“, sagt er.

Mit Landsmann und Chefcoach Carlos Ortega ist er befreundet, gewann mit ihm beim FC Barcelona die Champions League. „Iker sagt mir alles, was er sieht. Egal, ob das gut für mich ist oder schlecht. Das ist eine entscheidende Hilfe“, so Ortega, dessen Vertrag vor der Verlängerung steht und der seinen Freund gern weiter an der Seite hätte. Gut möglich also, dass bei den Recken in Sachen Trainer alles beim alten bleibt. Romero würde das freuen: „Für mich ist Carlos der beste Trainer der Welt, ich kenne keinen besseren.“