14. März 2020 / 17:41 Uhr

"Eigentlich ein Break nötig": So geht es bei den Recken der TSV Hannover-Burgdorf weiter

"Eigentlich ein Break nötig": So geht es bei den Recken der TSV Hannover-Burgdorf weiter

Carsten Schmidt
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Wie geht es für die Recken von Trainer Carlos Ortega weiter? Spiele stehen bis auf Weiteres jedenfalls nicht auf dem Programm.
Wie geht es für die Recken von Trainer Carlos Ortega weiter? Spiele stehen bis auf Weiteres jedenfalls nicht auf dem Programm. © Florian Petrow
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Vorläufig bis zum 23. April ruht wegen des Coronavirus der Spielbetrieb in der Handball-Bundesliga. Auch das Final Four wurde verlegt. Wie geht es nun bei den Recken der TSV Hannover-Burgdorf weiter? Der SPORTBUZZER beantwortet die wichtigsten Fragen.

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„Es ist eine außergewöhnliche Lage, die die Menschen auch emotional enorm fordert“, sagt Eike Korsen, und der Geschäftsführer der TSV Hannover-Burgdorf ergänzt: „Eigentlich ist ein Break nötig, um sich zu sammeln und zu sortieren.“ Dieses Prinzip gilt auch bei den Recken, weil sich seit Montag „in einer nie dagewesenen Dynamik“ (Korsen) die Ereignisse rund um die Coronavirusepidemie überschlagen haben.

Konsequenzen ziehen

Daher nutzen der Recken-Chef und seine Mitstreiter das Wochenende, um die Konsequenzen aus der Aussetzung des Bundesliga-Spielbetriebs – vorläufig bis Donnerstag, 23. April – und der Verschiebung des Final-Four-Pokalturniers auf das Saisonende zu erörtern und zu ziehen. Der SPORTBUZZER beantwortet die wichtigsten Fragen rund um den hannoverschen Erstligisten.

Das sind die zehn besten Torschützen der TSV Hannover-Burgdorf in der Saison 2019/20 (Stand: 14.03.2020)

Platz 1: Timo Kastening mit 144 Toren (50 Siebenmeter) Zur Galerie
Platz 1: Timo Kastening mit 144 Toren (50 Siebenmeter) ©

Trainieren die Handballer weiter trotz der Pause?

„Wir haben den Profis über das Wochenende freigegeben, damit auch sie erst einmal zur Ruhe kommen“, sagt Korsen. Der folgende Übungsbetrieb wird in Abstimmung mit dem Ligaverband HBL und der medizinischen Abteilung der Recken geplant. „Es sind mindestens sechs Wochen Pause, das entspricht dem Zeitraum einer üblichen Saisonvorbereitung“, sagt Korsen.

Es müsse abgewogen werden, wann und wie Belastungen und Erholungspausen gesetzt werden und ob die Profis auch individuelle Pläne erhalten. Die Trainingssteuerung ist zudem komplizierter als in einer Saisonvorbereitung, weil die Handballer nicht frisch aus dem Urlaub kommen, sondern vielmehr drei Viertel einer Ligasaison in den Knochen haben. Bei den Leistungsträgern Fabian Böhm, Timo Kastening, Nejc Chete und Ilija Brozovic kam noch ein kräftezehrendes EM-Turnier hinzu.

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Bekommen die Profis Verhaltensregeln?

„Es gibt die Empfehlung, die üblichen Hygienevorschriften wie häufiges Händewaschen und die Niesetikette zu befolgen“, sagt Korsen. Ferner sollten die Handballer Vorsicht bei sozialen Kontakten walten lassen. „Jeder muss selbst entscheiden, welche Besuche notwendig sind. Aber unsere Profis sind für diese Thematik ohnehin hochsensibilisiert“, sagt der Recken-Chef.

Eine Infektion innerhalb einer Mannschaft wäre eine Katastrophe für jeden Bundesligisten, da dann der komplette Kader für zwei Wochen unter Quarantäne gestellt wird und nicht gemeinsam trainieren darf.

Wie verfahren die Recken mit öffentlichen Auftritten?

„Gemeinsame Aktionen mit Partnervereinen haben wir in Abstimmung mit ihnen zunächst abgesagt“, sagte Korsen. Bei sonstigen Aktivitäten in der Öffentlichkeit wird von Fall zu Fall entschieden.

Der Kader der TSV Hannover-Burgdorf der Saison 2019/20

Tor: Domenico Ebner (#1, Deutschland/Italien) Zur Galerie
Tor: Domenico Ebner (#1, Deutschland/Italien) ©

Was geschieht mit bereits gekauften Eintrittskarten?

„Die Tickets behalten von unserer Seite aus ihre Gültigkeit“, betont Korsen. Das gilt sowohl für die verschobenen Bundesliga-Partien gegen die HSG Wetzlar und MT Melsungen als auch für die Karten zum Final Four in Hamburg, wie der Dachverband HBL bestätigte.

Sind schon Nachholtermine absehbar?

Die abgesetzten Spieltage 28, 29 und 30 sollen im Mai nachgeholt werden. Der letzte Bundesliga-Spieltag ist ursprünglich auf Donnerstag, 14. Mai, angesetzt gewesen. Danach sind das All-Star-Game in der hannoverschen Tui-Arena (16. Mai) sowie die Final-Four-Turniere im EHF-Pokal (23./24. Mai in Berlin) und in der Champions League (30./31. Mai in Köln) terminiert worden.

Es zeichnen sich also englische Wochen für die Handballer in Serie ab, sofern ab dem 23. April überhaupt der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden darf. Das deutsche Pokal-Final-Four soll ebenfalls noch in dieser Saison ausgetragen werden – bis zum 30. Juni. Damit verkürzt sich die Vorbereitungszeit der Nationalmannschaften auf die Olympischen Spiele in Tokio (24. Juli bis 9. August) erheblich.

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