17. März 2020 / 09:24 Uhr

"Niemand kann Entwicklung absehen": Recken hoffen auf Beendigung der Saison

"Niemand kann Entwicklung absehen": Recken hoffen auf Beendigung der Saison

Carsten Schmidt
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Die Recken um Fabian Böhm hoffen, dass der Zeitplan, auf den sich die Bundesligisten mit der HBL geeinigt haben, auch einzuhalten ist.
Die Recken um Fabian Böhm hoffen, dass der Zeitplan, auf den sich die Bundesligisten mit der HBL geeinigt haben, auch einzuhalten ist. © Florian Petrow
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Die 18 Bundesligisten und das Präsidium der HBL haben sich darauf geeinigt, die Saison frühestens am 23. April wieder aufzunehmen und bis zum 30. Juni zu beenden. Die TSV Hannover-Burgdorf hofft, dass dieser Plan aufgeht. Ein Abbruch würde wohl Verluste in sechsstelliger Höhe bedeuten.

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„Alles, was Klarheit schafft, ist hilfreich in diesen Tagen“, sagt Eike Korsen. Der Geschäftsführer der TSV Hannover-Burgdorf stellte unter dieses Motto die aktuellen Beschlüsse des Dachverbandes HBL, die auf einer Videokonferenz des Präsidiums mit allen 18 Erstligisten am Montagmittag bekräftigt wurden. Die aktuelle Saison wird frühestens am 23. April wieder aufgenommen. Sie soll nach dem erklärten Willen aller Beteiligten bis zum 30. Juni beendet werden.

Final Four am 27. und 28. Juni

Eine genaue Terminierung der abgesagten Spieltage 28 bis 30 steht bisher noch aus. Dagegen gab die HBL am Montagabend bekannt, dass die Pokalendrunde mit den Recken, MT Melsungen, THW Kiel und TBV Lemgo am 27. und 28. Juni ausgetragen wird.

Bisher nicht verlegt worden ist das Bundesliga-All-Star-Game einer Liga-Weltauswahl gegen die deutsche Nationalmannschaft. Diese Partie soll am 16. Mai in der Tui-Arena in Hannover stattfinden. Korsen betonte bezüglich der Terminierungen indessen, dass die Behörden und Gesundheitsämter das letzte Wort hätten: „Derzeit kann niemand die Entwicklung der Pandemie absehen.“

TSV Hannover-Burgdorf: Das ist der Recken-Kader der Saison 2019/20 in Bildern:

Die Handball-Bundesligamannschaft des TSV Hannover-Burgdorf. Zur Galerie
Die Handball-Bundesligamannschaft des TSV Hannover-Burgdorf. ©

Die HBL begrüßte ausdrücklich den hohen Einsatz des Staates und betonte, die „sportliche und wirtschaftliche Krise aus eigener Kraft bewältigen“ zu wollen. Die Teilnehmer versicherten sich zudem die gegenseitige Solidarität, werden jedoch „auch die Instrumente, die der Gesetzgeber zur Regulierung von wirtschaftlichen Schäden und Unwägbarkeiten zur Verfügung stellt, nutzen“. Dazu zählen zinslose Darlehen zur Überbrückung und Kurzarbeitergeld, das einige Klubs schon beantragt haben sollen.

Verluste in sechsstelliger Höhe drohen

So weit sind die Recken noch nicht. „Wir werden jetzt prüfen, welche wirtschaftliche Lage durch die Saisonunterbrechung entstanden ist, und danach handeln“, sagt Korsen.

Es ist aber kein Geheimnis, dass der Recken-Etat von geschätzt 6,5 Millionen Euro zu einem bedeutenden Teil auf den Ticketing-Einnahmen aufgebaut ist. Daher sind auch die Hannoveraner auf die Austragung der noch vier ausstehenden Heimbegegnungen dieser Spielzeit angewiesen, um nicht in eine Schieflage zu geraten. Ein Saisonabbruch würde wohl Verluste in sechsstelliger Euro-Höhe für jeden Klub bedeuten.

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Daher bringt Bob Hanning, Vizepräsident des Deutschen Handball-Bundes und Geschäftsführer der Füchse Berlin, sogar einen Gehaltsverzicht der Profis ins Gespräch. „Es gibt aber eine Spielergewerkschaft, die in diese Gespräche auch mit eingebunden werden muss“, ergänzt Hanning.

Mittlerweile gibt es im deutschen Liga-Handball auch den ersten Corona-Fall. Mads Mensah Larsen von den Rhein-Neckar Löwen hatte in der vergangenen Woche grippeähnliche Symptome bei sich festgestellt, bei einem entsprechenden Test wurde das Virus nachgewiesen. Mensah fühlt sich inzwischen aber „wieder fit und voll belastbar“.

Das sind die zehn besten Torschützen der TSV Hannover-Burgdorf in der Saison 2019/20 (Stand: 14.03.2020)

Platz 1: Timo Kastening mit 144 Toren (50 Siebenmeter) Zur Galerie
Platz 1: Timo Kastening mit 144 Toren (50 Siebenmeter) ©

Dennoch haben die Löwen ebenso wie die meisten anderen Bundesligisten ihren Trainingsbetrieb unterbrochen. Die Recken-Profis absolvieren ebenfalls kein Teamtraining, sondern halten sich individuell fit.

Die Aufnahme von gemeinsamen Übungseinheiten hängt laut Geschäftsführer Korsen davon ab, wann die Behörden die gegenwärtigen Hallenschließungen und Beschränkungen für Zusammenkünfte wieder aufheben.

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