05. Oktober 2021 / 13:48 Uhr

Kader schrumpft: Recken müssen lange auf Edvardsson und Ebner verzichten

Kader schrumpft: Recken müssen lange auf Edvardsson und Ebner verzichten

Simon Lange
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Stehen den Recken erst einmal nicht zur Verfügung: Spielmacher Edvardsson und Keeper Ebner (eingeklinkt).
Stehen den Recken erst einmal nicht zur Verfügung: Spielmacher Edvardsson und Keeper Ebner (eingeklinkt). © Florian Petrow
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Die TSV Hannover-Burgdorf ist im DHB-Pokal haushoher Favorit bei der SG Langenfeld - mit allerdings ausgedünntem Kader. Der Rippenbruch bei Keeper Ebner hat sich bestätigt, die Verletzung bei Spielmacher Edvardsson als doppelter Bänderriss herausgestellt.

Hinter Domenico Ebner lag eine unruhige bis schlaflose Nacht mit höllischen Schmerzen. „Aber es geht mir den Umständen entsprechend gut“, sagte der Recken-Torwart. Mit Schmerzmitteln rettete er sich über den Tag.

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Am Sonntag hatte er sich beim Spiel seiner TSV Hannover-Burgdorf gegen die MT Melsungen ohne äußerliche Einwirkung eine schwere Verletzung am Brustkorb zugezogen. Eine Minute vor Ende der Partie (23:25) war Ebner nach einer Abwehraktion mit dem Hintern heftig auf dem Boden gelandet. Durch den intensiven Aufprall und die Stauchung des Oberkörpers knackste er sich eine Rippe an.

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Ebner hielt sich den linken Brustkorb – und sackte zusammen. „Ich hatte sofort ein Stechen in der Brust – und habe dann keine Luft mehr bekommen“, erinnert sich Ebner, der ins Klinikum Laatzen transportiert wurde. Noch am Abend konnte er jedoch wieder nach Hause.

„Ich muss jetzt einfach abwarten, wie die Verletzung sich verhält“, sagt Ebner, der am Montag noch einmal per Computertomografie (CT) gründlich untersucht worden ist. Die Diagnose bestätigte sich. Er wird den Re­cken lange fehlen. Sicherlich sechs bis acht Wochen, vielleicht länger, bis er wieder voll belastbar ist. Ebners Freundin Ni­cole Roth ist aus Süddeutschland nach Hannover gereist, um ihn im Alltag zu unterstützen.

Wernlein wird hochgezogen

In Langenfeld wird die TSV den 21-jährigen Felix Wernlein aus der zweiten Mannschaft rekrutieren, als Reserve für Urban Lesjak. Ob die Recken einen Profitorwart von einem anderen Team verpflichten, möglicherweise auf Leihbasis, ist noch offen. Sportchef Sven-Sören Chris­to­pher­sen wird sich zumindest mit dem Thema befassen.

Ebners Verletzung war am Sonntag nicht die einzige. Auch Spielmacher Jonathan Edvardsson fügte sich ohne Fremdeinwirkung Schaden zu. Bei einem An­griff knickte er mit dem rechten Fuß um. Die niederschmetternde Diagnose: doppelter Bänderriss. Auch der Schwede wird lange ausfallen, mindestens sechs Wochen, vielleicht so­gar bis Dezember.


Bilder vom Spiel der Handball-Bundesliga zwischen der TSV Hannover-Burgdorf und MT Melsungen

Ivan Martinovic begräbt sein Gesicht im Trikot. Zur Galerie
Ivan Martinovic begräbt sein Gesicht im Trikot. ©

„Wir müssen jetzt noch enger zusammenrücken, um die weiteren Ausfälle zu kompensieren“, sagt Chris­to­pher­sen. Auch Jannes Krone (Fingerverletzung) und Evgeni Pevnov (Muskelfaserriss) fehlen aktuell. Die Edvardsson-Lücke müssen die anderen Rechtshänder im Rückraum auffangen: Veit Mävers, Filip Kuzmanovski, Fabian Böhm und Martin Hanne.

Die Belastung des ohnehin dünnen Kaders wird in den nächsten Wochen enorm sein. Ob es reicht, um noch konkurrenzfähig zu bleiben? Nicht ausgeschlossen, dass die Recken nachverpflichten. Aber aktuell gibt es laut Christophersen „keine konkreten Gespräche“.

Keine Zeit für Roscheck, Cehte und Martinovic

Die TSV hat zurzeit das Verletzungspech gepachtet. Auch Bastian Roscheck und die beiden Linkshänder Nejc Cehte und Ivan Martinovic waren umgeknickt. Sie ha­ben praktisch keine Zeit, ihre Blessuren in Ruhe auszukurieren, beißen auf die Zähne und stellen sich in den Dienst der Mannschaft.

Egal, wie dezimiert und gebeutelt der Schrumpfkader der Recken beim Regionalligisten Langenfeld auch antreten – „wir sind Favorit und in der Pflicht, das Spiel zu gewinnen, da gibt es keine Diskussion“, stellte Sportchef Christophersen klar: „Wir tun uns einen Gefallen, wenn wir den Gegner von Anfang an ernst nehmen.“