19. März 2020 / 17:42 Uhr

"Welt bricht nicht zusammen": Recken Böhm und Kastening ganz gelassen in Quarantäne

"Welt bricht nicht zusammen": Recken Böhm und Kastening ganz gelassen in Quarantäne

Simon Lange
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Fabian Böhm (links) und Timo Kastening von den Recken gehen gelassen mit der Situation um, dass sie sich in Quarantäne befinden.
Fabian Böhm (links) und Timo Kastening von den Recken gehen gelassen mit der Situation um, dass sie sich in Quarantäne befinden. © Florian Petrow
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Weil sie beim Lehrgang der deutschen Nationalmannschaft in Kontakt zum mittlerweile positiv auf das Coronavirus getesteten Jannik Kohlbacher gestanden haben, stehen die Recken Fabian Böhm und Timo Kastening unter Quarantäne. Die beiden nehmen die Situation aber gelassen.

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Sie sind dazu verdammt, zu Hause zu bleiben. Fabian Böhm und Timo Kastening gehen gelassen und mit dem nötigen Verständnis mit der ungewöhnlichen Situation um. Seit Dienstagabend befindet sich das Duo der Handball-Recken aus Hannover in häuslicher Quarantäne – für die nächsten 14 Tage.

Positiver Test bei Jannik Kohlbacher

Die Vorsichtsmaßnahme ist notwendig, weil sie vergangene Woche beim Lehrgang der deutschen Nationalmannschaft in Aschersleben in Dauerkontakt mit Teamkollege Jannik Kohlbacher von den Rhein-Neckar Löwen gestanden haben. Der Kreisläufer hat sich mit dem Coronavirus infiziert, der Test am Montagabend war positiv ausgefallen.

Böhm und Kastening, die selber nicht erkrankt sind, sind sich bewusst über ihre neue Lage. „Besondere Umstände erfordern besondere Maßnahmen, wir akzeptieren das total“, sagt Böhm. „Fabian und Timo gehen sehr professionell mit dieser Situation um und zeigen bislang keine Symptome. Wir stehen im ständigen Austausch mit unseren medizinischen Fachleuten“, sagt Recken-Sportchef Sven-Sören Christophersen.

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Platz 1: Timo Kastening mit 144 Toren (50 Siebenmeter) Zur Galerie
Platz 1: Timo Kastening mit 144 Toren (50 Siebenmeter) ©

Er und Geschäftsführer Eike Korsen sind die einzigen aus dem Recken-Stab, die noch auf der Geschäftsstelle im Einsatz sind, der Rest arbeitet im Homeoffice-Modus. „Wir sind hier die letzten Mohikaner“, flachst Christophersen und gibt anschließend Entwarnung: Kein Recke sei infiziert. „Timo und Fabian hatten nach dem Lehrgang keinen Kontakt zur Mannschaft, es hat ja auch kein Teamtraining stattgefunden.“

"Gesundheit genießt allerhöchste Priorität"

Zudem stünde man „im ständigen Austausch mit unseren medizinischen Fachleuten“, so Chris­tophersen. „Wir sind für das Thema hochsensibilisiert“, ergänzt Geschäftsführer Korsen. „Auch bei uns genießt die Gesundheit der Spieler, aller Mitarbeiter aber auch der Gesellschaft die allerhöchste Priorität. Wir haben alles vorbereitet und die nötigen Präventivmaßnahmen eingeleitet.“

Nichtsahnend war Böhm noch am Freitag nach Ende des Lehrgangs zu seiner Familie nach Hannover zurückgekehrt. Am Montag war er eine Runde joggen, um sich fit zu halten. Am Dienstag erfuhr er davon, sich umgehend abschotten zu müssen.

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„Uns geht es gut“, sagt Böhm, der das Wochenende nur mit Frau Katharina, Söhnchen Otto und Töchterchen Anna verbracht hatte. „Wir haben alle vier keine Symptome.“ Einen Test musste er noch nicht machen, auch Kaste­ning nicht.

Beide bekommen möglicherweise noch Anweisungen vom Gesundheitsamt, haben aber bislang nichts gehört. „Ich bin in häuslicher Quarantäne, aber mit geht es gut, alles super“, sagt Rechtsaußen Kastening, der die Situation nutzt, um seinen Körper nach all den Strapazen der letzten Wochen und Monate in der Liga und bei der Europameisterschaft zu regenerieren.

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Die Handball-Bundesligamannschaft des TSV Hannover-Burgdorf. Zur Galerie
Die Handball-Bundesligamannschaft des TSV Hannover-Burgdorf. ©

Auch Teamkollege Böhm fährt runter, komplett abschalten ist aber nicht – zu viel Gewusel mit dem Nachwuchs. „Wir nutzen die Zeit auch für den Frühjahrsputz, den Keller aufzuräumen, einfach um klar Schiff zu machen“, sagt Rückraumspieler Böhm. Ein paar Bücher hat er auch schon rausgelegt.

Der 30-Jährige will merklich kein Tamtam um die besondere Situation machen: „Die Welt bricht nicht zusammen.“

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