23. Februar 2021 / 13:30 Uhr

Büchner, Jönsson und Ebner: Ein Recken-Trio wird zum Erfolgsgaranten gegen Nordhorn

Büchner, Jönsson und Ebner: Ein Recken-Trio wird zum Erfolgsgaranten gegen Nordhorn

Stefan Dinse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Drei, die zu überzeugen wussten: Alfred Jönsson (links oben eingeklinkt), Vincent Büchner (rechts oben eingeklinkt) und Domenico Ebner (unten) waren Schlüsselfiguren beim Recken-Sieg gegen Nordhorn.
Drei, die zu überzeugen wussten: Alfred Jönsson (links oben eingeklinkt), Vincent Büchner (rechts oben eingeklinkt) und Domenico Ebner (unten) waren Schlüsselfiguren beim Recken-Sieg gegen Nordhorn. © Florian Petrow
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Sie waren die Problemlöser der TSV Hannover-Burgdorf: Vincent Büchner, Alfred Jönsson und Domenico Ebner hatten ganz entscheidenden Anteil am Recken-Sieg gegen die HSG Nordhorn-Lingen. Die Laune war entsprechend gut beim Trio.

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Lange haben die Recken nicht im Kreis ge­tanzt diesmal. Der Schwung war bald raus bei den Handball-Profis, obwohl sie gerade das wichtige Bundesliga-Spiel gegen die HSG Nordhorn-Lingen mit 31:22 ge­won­nen hatten. Ein paar Se­kun­den nur hüpften sie im Kreis herum, dann lagen sie sich in den Armen. Erschöpft und mit einigen Blessuren.

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Linksaußen Vincent Büchner hatte beispielsweise ziemlich einstecken müssen, sein Trikot zierten Blutspritzer. „Ich habe in der ersten Halbzeit eine Faust abbekommen, und das gehört sich ja eigentlich nicht, auch wenn unser Sport hart ist“, sagte der 22-Jäh­ri­ge lächelnd. Die Freude über den ersten Sieg in diesem Jahr überwog aber na­tür­lich: „Wir mussten einfach gewinnen.“

Bilder zur Handball-Partie zwischen der TSV Hannover-Burgdorf und der HSG Nordhorn-Lingen

Die Recken feiern den Sieg gegen Nordhorn. Zur Galerie
Die Recken feiern den Sieg gegen Nordhorn. ©

Büchner erledigt Spezialaufgabe mit Bravour

Büchner war ein wichtiger Mann mit Spezialaufgabe. Er sollte Robert Weber abschirmen, den 112-Tore-Rechtsaußen der Nordhorner. „Alles läuft über ihn, er ist ein Super-Spieler. Aber alle Bälle auf rechts außen kannst du nicht verhindern“, so Büchner. Weber machte fünf Tore, davon zwei Siebenmeter. Büchner war sein Auftrag also recht gut gelungen. Obendrein erzielte der frühere Himmelsthürer sechs Tore und stieß damit das Tor zum Erfolg weit auf.

"Timo ist ein cooler Typ"

Seine Leistung und die der Recken lassen hoffen für das Duell und das Wiedersehen mit Ex-Recke Timo Kastening, der am Donnerstag (19 Uhr) mit der MT Melsungen in die ZAG-Arena kommt. Büchner und Kastening werden sich direkt gegenüberstehen. „Melsungen ist ein anderes Kaliber, dennoch kann es eng werden“, sagt Büchner breit grinsend, „und Ti­mo ist ein cooler Typ, da freue ich mich drauf. Aber ich werde sehr aufpassen müssen, er ist so gefährlich wie Robert Weber.“


Energiebündel Jönsson macht in abgedunkelter Halle weiter

Im Anschluss an das Spiel war ein Bier erlaubt, Büchner trank allerdings keins. Grund zu feiern hätte auch Alfred Jönsson an seinem 23. Ge­burts­tag gehabt. Er hatte das Spiel der Recken in Überzahl stabilisiert, bei dem es zu­letzt gehakt hatte. Dafür gab es ein Extralob von Trainer Carlos Ortega. „Ich weiß noch nicht, was wir veranstalten. Auf jeden Fall sehe ich meine Familie abends im Videochat“, sagte der schwedische Vizeweltmeister.

Er hatte nach Abpfiff noch reichlich Reserven. Jönsson schnappte sich einen Ball, als alle anderen längst in der Kabine waren. Er lief durch die bereits abgedunkelte Hal­le und warf einige Male aufs Tor. Ganz allein. Jönsson gilt als Energiebündel. Nicht zuletzt deshalb ist der dänische Klub Skjern Handbold an ihm interessiert. „Es ist noch nichts entschieden. Wir haben noch viele Spiele, das ist jetzt wichtiger“, sagte Jönsson.

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Matchwinner Ebner kassiert Kopftreffer von den Kollegen

Einen Extra-Trommelwirbel gab es zum Abschluss des Nordhorn-Nachmittags auch noch. Als der mit 15 Paraden hervorragende Domenico Eb­ner zum Fernsehinterview ging, setzten plötzlich die Trommler wieder ein. Einige zuckten kurz zusammen. Den Keeper konnte das nicht schrecken. Er hatte in der Trainingswoche „zwei Kopfschüsse“ erhalten. „Ich hoffe, meine Mitspieler lassen das nicht zur Gewohnheit werden, das ist eine schmerzhafte Sache“, sagte der Deutsch-Italiener la­chend.

"Das hat uns draußen Spaß gemacht"

Er hatte mit Beginn der zweiten Halbzeit fast zehn Minuten lang keinen Treffer kassiert. Sogar, als die Recken drei Mann weniger auf dem Feld hatten – in der Bundesliga extrem selten. „Schieben, schieben!“, rief der Keeper seinen drei Vorderleuten in dieser Phase zu. Und das erledigten sie mit Bravour. „Da hat man gesehen, wie extrem beweglich wir sind“, sagte Ebner. Sportchef Sven-Sören Chris­to­pher­sen musste kurz lachen, als er auf die drei Zeitstrafen angesprochen wurde: „Das haben die Jungs clever gemacht und es für den Gegner unbequem gestaltet. Das hat uns draußen Spaß gemacht. Generell haben wir uns in diesem Spiel wieder Sicherheit ge­holt.“