25. März 2022 / 17:24 Uhr

„Klares Statement gesetzt“: Recken trotzen dem Druck und feiern mit lauter Rockmusik

„Klares Statement gesetzt“: Recken trotzen dem Druck und feiern mit lauter Rockmusik

Stefan Dinse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Trampelattacke: Domenico Ebner wird intensiv gefeiert.
Trampelattacke: Domenico Ebner wird intensiv gefeiert. © Florian Petrow
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„Es war ganz wichtig zu zeigen, dass wir es noch draufhaben, dass wir im Rennen sind.“ Das 33:23 gegen den TVB Stuttgart ging den Handball-Recken der TSV Hannover-Burgdorf runter wie Öl.

Auf einem mussten sie herumtrampeln nach diesem Sieg in der Handball-Bundesliga. Das ist zum Heimritual geworden bei den Recken, einen Spieler erwischt es. Ilija Brozovic entscheidet jeweils, wen sich das Team vorknöpft, und das tut er mit diebischem Vergnügen. Der Kroate wählte nach dem so wichtigen 33:23 am Donnerstag über den TVB Stuttgart den starken Torwart Domenico Ebner aus, und so bekam der eben alles ab.

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Natürlich alles nicht ernst gemeint – mehr ein intensives Knuddeln, dieses Recken-Wohlfühlprogramm. „Da freut man sich nach so einem Sieg drüber“, sagte Ebner, „hätten wir verloren, wären wir unten reingerutscht.“

Das ist der Spielplan der Recken der TSV Hannover-Burgdorf in der HBL-Saison 2021/22

<b>28. Spieltag:</b> HSG Wetzlar (H), Sonntag, 1. Mai, 16.05 Uhr Zur Galerie
28. Spieltag: HSG Wetzlar (H), Sonntag, 1. Mai, 16.05 Uhr ©

Die Anspannung war noch nach der Partie da, wenngleich die TSV Hannover-Burgdorf frühzeitig die Vorentscheidung schaffte. Aus der Kabine tönte laute Rockmusik, unter anderem von Nirvana. Die Recken waren aber im Hier und Jetzt geblieben, so wie Trainer Christian Prokop das gefordert hatte, und zwar über 60 Minuten.

"Lassen an Konzentration nicht nach"

„Wir spielen mit höchstem Einsatz, lassen an Konzentration nicht nach“, lobte Prokop, „wir haben zusammen ein klares Statement gesetzt“. Er selbst mochte da nicht zurückstehen, prallte in Halbzeit eins mit dem Stuttgarter Adam Lönn zusammen. „Adam hatte einen starken Überzieher gemacht, da stand ich gerade an der Seite“, sagte der Coach schmunzelnd, „ich dachte, ich kann ihn ein bisschen festhalten – hat aber nicht geklappt.“

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Notwendig wäre diese Hilfestellung ohnehin nicht gewesen, die TSV hatte alles fest im Griff. „Man hat es an unserer Abwehr gesehen. Die Stuttgarter hatten keine Zeit, zur Entfaltung zu kommen“, sagte Ebner, „wir hatten die Leidenschaft und das Kämpferherz.“

In der zweiten Hälfte funktionierte der Mix aus Tempospiel und ruhigen Aktionen. Damit war Prokop ebenso zufrieden wie Sportchef Sven-Sören Christophersen. „Wir haben uns von kleineren Rückschlägen nicht unterkriegen lassen. Es war wichtig, nicht nachzulassen und vielleicht nur mit fünf oder sechs Toren zu gewinnen.“

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Manche der Recken liefen lange nach dem Ende noch einmal in die Halle zu den Fans, um sich Sonderapplaus abzuholen und Autogramme zu geben. Eher Trost brauchte Roi Sánchez, der frühere Co-Trainer der Recken. Er herzte TSV-Betreuer Arno Beker ebenso wie später den ehemaligen Recken-Sportchef Benjamin Chatton. Beide fachsimpelten hinterher noch. Das half Sánchez freilich nur bedingt: „Das haben wir uns anders vorgestellt, es war nicht gut. Wir hatten vorher Selbstvertrauen getankt, aber das war ein Schlag im Abstiegskampf.“

"... dass wir es noch draufhaben"

Von dem kann bei den Recken keine Rede sein. „Es war ganz wichtig zu zeigen, dass wir es noch draufhaben, dass wir im Rennen sind“, sagte Linksaußen Vincent Büchner, der vor allem defensiv mit etlichen geklauten Bällen gefiel. „Wir wollen mit dem Abstiegskampf wirklich gar nichts zu tun haben, sondern ins Mittelfeld.“ Jetzt dranzubleiben, das forderte auch der Chefcoach: „Wir müssen das Engagement und den Willen als Team weiter tragen.“ Nun geht es aber erst mal zum Titelanwärter SC Magdeburg. „Falls wir noch einmal in diese Lage kommen, was ich nicht glaube, wissen wir, dass wir es können“, sagte Büchner, „wir können mit Druck anscheinend gut umgehen“.

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