08. Oktober 2020 / 09:20 Uhr

Nach bitterer Niederlage in Kiel: Recken wollen es gegen Coburg noch besser machen

Nach bitterer Niederlage in Kiel: Recken wollen es gegen Coburg noch besser machen

Stefan Dinse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Auch Evgeni Pevnov bekam am vergangenen Spieltag die volle Härte der Kieler Defensive zu spüren.
Auch Evgeni Pevnov bekam am vergangenen Spieltag die volle Härte der Kieler Defensive zu spüren. © (c) Copyright 2020, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
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Gut gekämpft und doch verloren: So lautete das Fazit nach der bitteren Niederlage gegen das deutsche Handball-Urgestein THW Kiel. Gegen den Aufsteiger HSC 2000 Coburg, wollen die Recken heute Abend unbedingt punkten.  Für das zweite Heimspiel der Saison sind immer noch Restkarten verfügbar.

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Recken-Trainer Carlos Ortega hat sich kurz geschüttelt auf dem Weg in die Kabine in der Wunderino-Arena in Kiel. Sollte er sich nun freuen über die starke Angriffsleistung gegen den Meister oder doch ärgern über die Patzer der Abwehr? Ortega fasste sich nachdenklich ins Haar. Wenn er das tut, folgt normalerweise ein kritisches Statement. „Wir hätten ein perfektes Spiel machen müssen, um zu gewinnen. Wir haben taktische Fehler in der Defensive gemacht, die wir vorher besprochen haben“, monierte Ortega nach der 31:34-Niederlage. Gegen Aufsteiger HSC 2000 Coburg geht es heute (19 Uhr, ZAG-Arena) schon wieder weiter. Es ist der erste Kraftakt dieser langen Saison. „Und klar ist, Kiel hat uns Körner gekostet“, sagt Sportchef Sven-Sören Christophersen.

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Neuzugang Hansen schlägt ein

Wie alle anderen hatte es der Coach der TSV Hannover-Burgdorf sehr eilig, in die Kabine zu kommen. Nicht nur, weil er seinem Team viel zu sagen hatte. Sondern auch, weil ein kalter Wind durch die Wunderino-Arena fegte. Die Türen wurden schon in der Pause weit geöffnet, um gut durchzulüften. In der improvisierten Mixed Zone für die Spieler und Journalisten war es daher nicht lange auszuhalten. Also stand Neu-Recke Johan Hansen dort mit Jacke und stellte sich unter anderem den Fragen einer dänischen Reporterin. Hansen war mit neun Toren bester TSV-Werfer und folglich gefragtester Hannoveraner. „Wir können das besser“, sagte der 26-jährige Rechtsaußen.

Spielplan der TSV Hannover-Burgdorf in der Bundesliga-Saison 2020/21

<b>10. Spieltag:</b> TuSEM Essen (A), Sonntag, 29. November, 16 Uhr Zur Galerie
10. Spieltag: TuSEM Essen (A), Sonntag, 29. November, 16 Uhr ©

Im Bus auf der Rückfahrt stieg Ortega sofort in die Videoanalyse ein und schaute sich obendrein den Auftritt der Coburger an. „Diszipliniertes Team, stark im Angriff“, lobte der Coach den Neuling. Den Recken mundete derweil das frisch gelieferte Schnitzel. Kreisläufer Evgeni Pevnov fand es zwar lecker, über die knappe Niederlage beim THW war jedoch noch nicht hinweg. „Wenn es mal wieder möglich war, Kiel zu schlagen, dann war es jetzt“, so Pevnov, „aber wir machen dann eben den einen oder anderen kleinen Fehler zu viel.“

Bundestrainer wirft Auge auf Pevnov

Gestern trainierten die Recken noch einmal. Die Spieler mit mehr Einsatzzeit konnten sich dabei etwas schonen, Pevnov (drei Tore) gehörte dazu. Wie Kreisläufer-Kollege Ilija Brozovic (fünf Tore) ist er besonders für die Abwehr der TSV unverzichtbar. Als Pevnov wegen Schulterbeschwerden im Test gegen die Coburger fehlte, setzte es prompt eine 28:35-Abfuhr. Das will der 18-fache Nationalspieler aber nicht überbewerten: „Wir spielen im Angriff ein neues System nach drei Jahren. Logisch, dass das Zeit braucht, das ist doch ganz normal.“ Unlängst war Bundestrainer Alfred Gislason unter den Zuschauern beim Auftakt der TSV gegen GWD Minden – gute Kreisläufer sind rar in Deutschland oder oft verletzt. Nein, Gislason habe sich nicht bei ihm gemeldet, sagt Pevnov mit einem Lächeln: „Und ich gehe auch nicht davon aus, dass er es tun wird.“

Restkarten sind noch verfügbar

Ohnehin steht zunächst die Bundesliga im Mittelpunkt. „Kiel ist Kiel. Aber wir müssen gegen Coburg gewinnen, das ist das Wichtigste“, unterstreicht Ortega. Kapitän Fabian Böhm sieht es ähnlich. Dass es die zweite Partie binnen drei Tagen ist, nimmt er so hin: „Das wird in dieser Saison ja noch öfter so sein. Wir sind Sportler, für solche Aufgaben leben wir doch.“ Für das Heimspiel gegen den HSC Coburg sind 2000 Zuschauer zugelassen. Gestern waren rund 1200 Karten verkauft.