26. September 2021 / 17:52 Uhr

16:38-Debakel bei der HSG Wetzlar: Recken mit höchster Pleite seit dem Aufstieg

16:38-Debakel bei der HSG Wetzlar: Recken mit höchster Pleite seit dem Aufstieg

Stefan Dinse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Enttäuscht vom Debakel in Wetzlar: Recken-Profi Urban Lesjak.
Enttäuscht vom Debakel in Wetzlar: Recken-Profi Urban Lesjak. © imago images/Oliver Vogler
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Was für eine Klatsche für die Recken! Am Sonntagnachmittag kassierte das Team von Trainer Christian Prokop eine 16:38-Niederlage bei der HSG Wetzlar. Ein Debakel für den neuen Coach des Handball-Bundesligisten.

Sie wollten die gefürchtete Abwehrwand der HSG Wetzlar überwinden, doch die Recken sind schlimm abgestürzt in der Handball-Bundesliga. Die TSV Hannover-Burgdorf verlor mit 16:38. Es war die höchste Pleite für Hannover seit dem Aufstieg in die Bundesliga. Bisher hatte die TSV zweimal gegen den THW Kiel mit 19 Toren Differenz verloren, zuletzt vor neun Jahren.

Vier Fehlpässe am Stück leisteten sich die Recken zu Beginn, waren zu hektisch, in der 6. Minute nahm Trainer Christian Prokop die Auszeit. Das erste Tor der Gäste erzielte Johan Hansen zum 1:4 (7. Minute), er vergab jedoch kurz darauf einen Strafwurf per Heber – Wetzlars Till Klimke hielt ihn locker mit einer Hand fest. Immerhin war das zur Abwechslung mal ein Ball, der präzise ankam; wenngleich beim Gegner.

Bilder vom Spiel der HBL zwischen der HSG Wetzlar und TSV Hannover-Burgdorf

Bilder vom Spiel zwischen der HSG Wetzlar und TSV Hannover-Burgdorf. Zur Galerie
Bilder vom Spiel zwischen der HSG Wetzlar und TSV Hannover-Burgdorf. ©

Recken bekommen keinen Zugriff

Es wäre das Tor zum 3:5 gewesen, stattdessen enteilte die HSG auf 9:2 (15.), das Unheil nahm schnell seinen Lauf. Auch Ivan Martinovic scheiterte mit einem Siebenmeter an Klimke, der immer stärker wurde. Prokop nahm prompt die nächste Auszeit, mahnte erneut mehr Ruhe an: „Wir verteilen eine Menge Geschenke und kriegen ein Tor nach dem anderen.“ Es wurde jedoch nicht besser, die Recken bekamen keinen Zugriff und weiter leichte Gegentreffer. 4:12 hieß es in der 20. Minute, Hansen scheiterte erneut von der Siebenmeter-Linie, Keeper Domenico Ebner kam für Urban Lesjak. Prokop wechselte viel und ließ im Wechsel 6:0 und 3:2:1 verteidigen, es fruchtete nicht. In der 24. Minute war der Recken-Rückstand auf 5:15 angewachsen. Da drohte kein Debakel, es war bereits eines.

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Bezeichnend war, dass Hansen bei einem der seltenen Gegenstöße stolperte und fiel – es kam alles zusammen in dieser höllischen Halbzeit, die 6:19 endete. Zu allem Überfluss humpelte der angeschlagene Nejc Cehte in die Kabine, Kreisläufer Evgeni Pevnov war kurzfristig verletzt ausgefallen. 

Prokop nimmt Team hart ins Gericht

Keine sechs Minuten war die zweite Hälfte alt, da zückte Prokop erneut die grüne Karte und redete seinem Team ins Gewissen, sprach von einem Scheibenschießen: „Die rennen einen nach dem anderen. Wo ist die Tiefe, wo ist die Verantwortung für den Ball?“

Immerhin zweistellig machte es Hannes Feise in der 44. Minute, er traf zum 10:29. Doch bis zum Abpfiff wurden die Recken vorgeführt von einem Kontrahenten, der im Gegensatz zu den Kielern nicht zu den Spitzenteams zählt.