20. Mai 2021 / 20:43 Uhr

Erfolgsserie gerissen: Recken unterliegen Ludwigshafen nach Katastrophenstart

Erfolgsserie gerissen: Recken unterliegen Ludwigshafen nach Katastrophenstart

Simon Lange
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Abgedrängt: Filip Kuzmanovski (links) sieht sich heftiger Gegenwehr ausgesetzt.
Abgedrängt: Filip Kuzmanovski (links) sieht sich heftiger Gegenwehr ausgesetzt. © Florian Petrow
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Die Hypothek des Fehlstarts wog zu schwer: Nach einem 2:8 und 12:16 zur Pause kämpften sich die Recken im Heimspiel gegen die Eulen Ludwigshafen zwar noch einmal heran, am Ende siegten die abstiegsgefährdeten Gäste jedoch mit 28:25. Die Erfolgsserie der TSV Hannover-Burgdorf ist gerissen.

Der urschreiartige Jubel der Eulen über den Auswärtssieg war bis in jeden Winkel der ZAG-Arena zu hören. Den geschlagenen Recken verzogen sich schnell in die Kabine. Am Ende war es sogar ein Krimi gewesen – aber die TSV Hannover-Burgdorf fand am Donnerstagabend nicht die finale Lösung. Die kleine Erfolgsserie ist gerissen - das 25:28 (12:16) gegen Ludwigshafen war die erste Pleite nach vier Spielen. 

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Recke Ivan Martinovic fand deutliche Worte: „Die Eulen haben von der ersten Sekunde an gezeigt, um was es eigentlich geht. Ich weiß nicht, wo wir waren, wir haben die ersten 15 Minuten komplett verschlafen.“ Noch drastischer wurde Trainer Carlos Ortega: „Die ersten 20 Minuten waren eine Katastrophe, eine Schande“, polterte der Spanier. „Wir müssen uns bei Fans und Sponsoren entschuldigen.“

Bilder vom Spiel der Handball-Bundesliga zwischen der TSV Hannover-Burgdorf und den Eulen Ludwigshafen

Mithilfe einer Mauer versuchen die Recken einen weiteren Gegentreffer zu verhindern. Zur Galerie
Mithilfe einer Mauer versuchen die Recken einen weiteren Gegentreffer zu verhindern. ©

Die Recken hatten im Vorfeld zunächst zwei Ausfälle zu verkraften: Kapitän Fabian Böhm und Alfred Jönsson, zwei wichtige Waffen im Rückraum. Böhm befindet sich in zweiwöchiger Quarantäne, weil es einen Corona-Fall in seinem Umfeld gab. Er ist K1-Kontakt, aber negativ getestet. Positiv: Er ist in der Woche vor dem Pokal-Final-Four (3. und 4. Juni) wieder dabei.

"Was macht ihr? Das geht so nicht"

Der Schwede Jönsson verletzte sich am Mittwoch im Training am Knöchel (Bänderriss). Bis zum Final-Four bräuchte es schon ein Art Wunderheilung. Kurzfristig verletzte sich dann auch noch Kreisläufer Evgeni Pevnov an der Wade, wohl nicht dramatisch, aber so, dass er nicht spielte.

Ob es nun an den Ausfällen lag, sei dahingestellt – aber die Recken kamen nur sehr schleppend in die Nachholpartie. Unkonzentriert, bisslos, fehlerhaft, und uninspiriert. Vor allem im Angriff. Nach dem 2:7 in der elften Minute nahm Ortega angefressen die erste Auszeit, um seine schlappen Recken wachzurütteln. „Was macht ihr? Das geht so nicht. Wir machen nicht das, was wir machen wollen und müssen“, schnauzte er seine Spieler an.

Einzig Torwart Domenico Ebner sorgte mit Paraden Lichtblicke. Die ungenügende Ausbeute vorne: zwei Törchen bei elf Würfen. Selbst zahlreiche Überzahlspiele konnten die Recken nicht bedeutend nutzen. Es grenzte fast an passive Schützenhilfe für die Eulen im Abstiegskampf. Nach knapp 24 Minuten beim Stand von 6:12 zog Ortega erneut die Reißleine.


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Tatsächlich riss sich sein Team jetzt etwas zusammen. Nur 12:16 zur Pause - der Rückstand war immer noch hoch, aber nicht uneinholbar. Nach dem Wechsel nahm das Elend jedoch seinen Lauf. Filip Kuzmanovski foulte Dominik Mappes, langte ihm die Hand ins Gesicht. Die Unparteiischen zeigten zu Recht Rot – aber für den falschen Recken. Sie schickten Ilija Brozovic von der Platte.

Jetzt hatte Hannover keinen Kreisläufer mehr. Petar Juric und Malte Donker mussten aushelfen. Das Fehlen von nun vier Stammkräften war aber kaum noch zu kompensieren. Nach dem 14:21 (40.) nahm Ortega seine letzte Auszeit.

Und plötzlich, beim 19:21 fünf Minuten später war die TSV fast dran. Warum nicht schon vorher so? Martinovic verkürzte per Siebenmeter auf 20:21. Ludwigshafen hatte selber seit gut zehn Minuten nicht mehr getroffen. Bekamen die Eulen etwa die Flatter? Nein, der unberechtigte Siebenmeter zum 26:24 80 Sekunden vor Schluss war die Vorentscheidung, weil Nejc Cehte im Gegenzug nur den Pfosten traf.